Bischof Marketz: "Der Zölibat bringt auch Probleme mit sich."
Priesterausbildung wird im Erzbistum Köln neu ausgerichtet

02.12.2019

Erzbistum Köln ordnet Priesterausbildung Reife stärken

Im Erzbistum Köln wird der Priesternachwuchs auf einer neuen Grundlage ausgebildet. Deren Umsetzung erfolgt schrittweise ab Wintersemester 2020/21 in Verantwortung der Ausbildungshäuser Collegium Albertinum in Bonn und dem Priesterseminar in Köln.

Das Konzept umfasst laut des Erzbistums Köln die gesamte Priesterausbildung von der Gewinnung von Interessenten bis zu den Weihen und den ersten Kaplans-Stellen.

"Für die Zukunft unseres Erzbistums Köln brauchen wir reflektierte Persönlichkeiten, die im wahrsten Sinne des Wortes als 'Dienst-Leister' ihren Dienst für Christus mitten im Leben leisten und die Freude des Glaubens ausstrahlen", sagte der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge-Personal, Pfarrer Mike Kolb. "Mit der Neuordnung wollen wir junge Menschen bei der Suche nach Ihrer Berufung unterstützen und sie über die gesamte Ausbildungszeit mit Blick auf die zukünftigen Anforderungen gut begleiten", so Kolb.

Lange Einführungsphase

Neu ist demnach unter anderem ein verbindliches propädeutisches Jahr zu Beginn der Ausbildung, in dem sich die Studenten mit sich selbst und den Anforderungen des priesterlichen Lebens intensiv auseinandersetzen. Ebenso sollen sie einen Zugang zum Wort Gottes finden, mit entsprechender Begleitung die eigene Berufung prüfen sowie als Persönlichkeit die notwendige Reifung erlangen. Zudem sollen in dieser Zeit die erforderlichen Sprachkenntnisse erworben werden. Weiter sollen sich künftig Zeiten im Ausbildungshaus stärker mit Gemeindezeiten und seelsorglicher Arbeit außerhalb abwechseln.

Damit sollen den Priesteramtsanwärtern verstärkt lebenspraktische Erfahrungen ermöglicht werden, hieß es. Hierfür seien in der Ausbildung zwei Jahre vorgesehen.

Reifung der Persönlichkeit

Außerdem soll in Zukunft die Reifung der Persönlichkeit noch stärker professionell begleitet werden, so das Erzbistum Köln weiter. Dazu gehöre, dass Themen wie die zölibatäre Lebensweise und eine neue Kultur der Zusammenarbeit in gemischten Teams im Sinne des Pastoralen Zukunftswegs intensiv eingeübt werden. Für die Phase des Berufseinstiegs durch Diakonen- und Priesterweihe sowie die ersten Kaplans-Stellen sieht die Neuordnung eine engere, berufsbegleitende Unterstützung vor, durch die Neupriester sich weiterentwickeln und in einen auf Dauer tragenden Alltag hineinfinden sollen, hieß es.

Die Neuordnung erstellte unter anderem eine Gruppe von Frauen und Männern aus dem Generalvikariat zusammen mit den Leitern der Ausbildungshäuser. Den Auftrag dazu erteilte Kardinal Rainer Maria Woelki im Jahr 2017.

(KNA)

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