Mädchenchor am Kölner Dom
Mädchenchor am Kölner Dom
Domkantor Oliver Sperling
Domkantor Oliver Sperling

11.08.2019

Kölner Mädchenchor in Südafrika Wilde Tiere und ganz viel Gesang

Der Mädchenchor vom Kölner Dom ist gerade auf Südafrika-Tour. Mit dabei ist auch ihr Chorleiter, Domkantor Oliver Sperling. Der zeigte sich im Interview ganz begeistert von Gottesdiensten, Auftritten und der Chorkultur Südafrikas.

DOMRADIO.DE: Sie haben einen wirklich langen Flug hinter sich: Sie haben auch schon den ersten Gottesdienst mitgesungen. Das ist ein strammes Programm in Südafrika, oder?

Oliver Sperling (Domkantor und Leiter des Mädchenchors im Kölner Dom): Ja, ist es, aber wir sind hier alle gesund und glücklich gelandet. Wir haben hier tolle Partner vor Ort. Es ist etwas kühl gewesen am Anfang mit neun bis 13 Grad und sehr bedeckt. Aber wir hatten die Zusage, dass es im Winter, hier ist ja Winter in Südafrika, nicht regnet. Im Augenblick gehen die Mädchen aus dem Bus zur evangelisch lutherischen Kirche in Pretoria, wo wir heute ein Konzert haben mit dem Siegerchor des Schulchor-Wettbewerbs von ganz Südafrika.

Es kommen also so viele tolle Sachen zusammen: Heute Morgen hatten wir einen super Gottesdienst in der Kathedrale von Pretoria, wo ein Gemeindechor dabei war und wir singen konnten, die singen konnten, wir alle zusammen singen konnten. Das braucht seine Zeit in Afrika. Und wir waren wieder im Bus nach drei Stunden insgesamt.

DOMRADIO.DE: Drei Stunden Gottesdienst?

Sperling: Ja, nicht ganz. Man weiß natürlich, wann der Gottesdienst zu Ende ist - mit dem Segen aber dann ist der Gottesdienst eigentlich noch nicht zu Ende, denn man begegnet sich manchmal in der Kirche. Manche beten noch etwas, draußen ist etwas gewesen. Viele Fotos zusammen und wir sind dann eingeladen worden, noch von dem Priester der Kirche, der heute in der Kathedrale war, dass wir noch etwas zu trinken bekommen haben und ein paar Plätzchen. Wir konnten viele Fotos machen und noch etwas singen natürlich. Das war eine wunderbare Begegnung. Es ist alles sehr intensiv, weil wir nur ganz kurz im Hotel waren und schnell noch ein paar Sachen eingepackt haben und sind jetzt auf dem Weg in die Lutherische Kirchengemeinde.

Dort hat man uns ein leichtes Mittagessen versprochen und nach dem Konzert heute mit dem Mädchechor hier von der höheren Töchterschule - das ist eine ganz besondere Schul- und Chorkkultur hier in Südafrika - haben wir noch gemeinsame Begegnungen inklusive einem Abendessen das auch die Gemeinde für uns gibt. Das Konzert, das darf ich noch sagen, das haben wir bei allen Konzerten so abgesprochen, ist immer zugunsten von Projekten hier in Südafrika. Das heißt, die Leute, die Eintritt zahlen, spenden ihr Geld heute dem Baby-Therapiezentrum, das diese Gemeinde hier aufgebaut hat.

DOMRADIO.DE: Jetzt sind Sie mit einer großen Gruppe von Jugendlichen einmal quer um die Welt geflogen: Das ist bestimmt auch anstrengend?

Sperling: Im Augenblick fühle ich mich noch ganz gut. Dieses Bewusstsein, einfach einmal wirklich komplett den europäischen Kontinent verlassen zu haben und den afrikanischen Kontinent von Norden bis Süden fast komplett beflogen zu haben, ist ein besonderes Gefühl. Im Augenblick ist die Stimmung aber wirklich sehr sehr gut. Wir haben keine stimmlichen Ausfälle. Das Hotel, in dem wir untergebracht sind also das ist ganz toll. Das Team hier mit Monsignore Kleine und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dommusik ist toll. Wir sind wirklich allen guten Mutes und wenn Sie jetzt sehen könnten, dass ich gerade unter ein paar vertrocknete Bäumen bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel mich der Kirche nähere - ja, es ist ein toller Sonntag, im wahrsten Sinne des Wortes! 

DOMRADIO.DE: Was stehen die nächsten Tage aus?

Sperling: Wir werden nach diesem intensiven Wochenende morgen Richtung Krüger-Nationalpark fahren. Das ist eine längere Strecke und wir werden dann wirklich einen ganzen Tag dort sein und die Natur und die Tiere dort erleben. Am Mittwochmorgen müssen wir diesen Park dann nach unseren Erlebnissen ganz früh verlassen, weil wir dann von Johannesburg nach Port Elizabeth an der Küste entlang. Auch dort haben wir einen Partner-Chor und singen ein Konzert in verschiedenen anderen Städten. Und dann geht's noch zum Schluss nach Kapstadt und dann nach Stellenbosch, wo wir dann mit dem Chor der Universität ein ganz großes Abschlusskonzert haben und ich auch einen Workshop mit den Studenten halten darf. 

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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