Dreikönigenschrein im Kölner Dom
Dreikönigenschrein im Kölner Dom
Heilige Birgitta von Schweden
Heilige Birgitta von Schweden
Der Schrein des Heiligen Apollinaris liegt während der Festmesse auf den Altarstufen
Der Schrein des Heiligen Apollinaris liegt während der Festmesse auf den Altarstufen
Schrein des Hl. Liborius im Paderborner Dom
Schrein des Hl. Liborius im Paderborner Dom

23.07.2019

Gleich mehrere Gedenktage werden am 23. Juli gefeiert Weihnachtslieder im Hochsommer

Was kurios klingt, hat einen einfachen Grund. Die Stadt Köln feiert an diesem Dienstag "Sommer-Dreikönige", die Übertragung der Gebeine in den Kölner Dom vor 855 Jahren. – Und das ist nicht der einzige Gedenktag heute.

DOMRADIO.DE: Welchen Heiligen feiert die katholische Kirche heute?

Jan Hendrik Stens (DOMRADIO.DE Liturgie-Redakteur​): Die Weltkirche feiert heute das Fest der Heiligen Birgitta von Schweden. Sie hat im vierzehnten Jahrhundert gelebt und eine Ordensgemeinschaft gegründet, den Birgittenorden. Birgitta von Schweden ist 1999 zusammen mit Katharina von Siena und Edith Stein zur Schutzpatronin Europas erhoben worden – als Ergänzung zu den männlichen Patronen Europas Benedikt, Cyrill und Methodius.

DOMRADIO.DE: Aber es gibt lokale Unterschiede, wie im Erzbistum Köln am heutigen Tag?

Stens: Ja, es gibt häufiger lokale Besonderheiten. Heute ist so ein Tag, an dem sehr viel zusammenkommt. In der Stadt Köln wird heute der Gedenktag der Übertragung der Reliquien der Heiligen Drei Könige gefeiert. Am 23. Juli 1164 kamen die Gebeine der Drei Könige hier in Köln an und wurden im damals noch alten karolingischen Dom aufgestellt. Damit entwickelte sich Köln zu einem der großen Wallfahrtszentren in Europa. Irgendwann wurde der Dom zu klein und die Heiligen Drei Könige sind unter anderem mit dafür verantwortlich, dass unser heutiger gotischer Dom ab 1248 errichtet worden ist.

1164 hat Birgitta von Schweden noch gar nicht gelebt und zur Schutzpatronin Europas wurde sie erst im Jahr 1999. Mit anderen Worten: In Köln waren die Heiligen Drei Könige eher da.

Es gibt aber auch noch eine Besonderheit innerhalb des Erzbistums Köln: In Düsseldorf wird heute der heilige Apollinaris gefeiert. Düsseldorf hat demnach heute Stadtpatronatsfest und Köln feiert so etwas wie "Sommer-Dreikönige", kann man sagen. Im Kölner Dom werden die Gottesdienste daher am Hochaltar vor dem Dreikönigenschrein gefeiert und es werden Weihnachtslieder gesungen.

DOMRADIO.DE: Was passiert mit dem Gedenktag der heiligen Birgitta von Schweden im Erzbistum Köln?

Stens: Man könnte jetzt sagen, der Gedenktag fällt halt aus, aber das würde dann ja für jedes Jahr gelten. Man kann eben so ein Fest, wie das der Schutzpatronin Europas nicht jedes Jahr ausfallen lassen. Deswegen wird die Heilige Birgitta von Schweden im Erzbistum Köln am 27. Juli nachgefeiert.

DOMRADIO.DE: Und warum der 27. Juli? War der zufällig "frei"?

Stens: Man muss natürlich schon sinnvollerweise einen Tag suchen, der nicht anderweitig belegt ist. Das wird in Absprache mit Rom gemacht. Man spricht hier vom Partikularrecht. Es besteht also die Möglichkeit, dass in den Ortskirchen einige Heilige vorgezogen werden können. Aus dem Grund, dass sie entweder von lokaler Bedeutung oder auch schon länger da sind, als die neuen Heiligen, die dazukommen.

Im Erzbistum Paderborn feiert man zum Beispiel heute den Heiligen Liborius, den Bistumspatron. Und am kommenden Samstag beginnt dort dann auch die Liboriwoche, wo DOMRADIO.DE ja auch vertreten sein wird und die wichtigsten Gottesdienste aus dem Paderborner Dom live überträgt.

Man kann also die entsprechenden offiziellen weltkirchlichen Feste um einen oder zwei Tage verschieben. Es gibt auch mehrere Beispiele für die Kirche in Deutschland. Der Apostel Matthias wird nach wie vor noch traditionell im Februar gefeiert, die Weltkirche feiert ihn inzwischen im Mai.

DOMRADIO.DE: Könnte man sagen, dass lokale Heilige Vorrang haben?

Stens: Ja, aber sie haben eben nur lokal gesehen Vorrang. Man möchte die örtliche Tradition nicht einfach platt walzen. In Köln haben wir es mit einem wirklich historischen Datum zu tun, das ja nicht erfunden worden ist. Es war der 23. Juli und insofern hat dieser Tag natürlich auch seine Berechtigung. Schwieriger wäre es sicherlich, wenn die Gebeine am 25. Dezember in Köln angekommen wären. Aber da hätte es zumindest einen inhaltlichen Bezug zum Weihnachtsfest gegeben.

Das Interview führte Andreas Lange.

(DR)

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