Fridays for Future Demonstration in Köln
Fridays for Future Demonstration in Köln
Fridays for Future Demonstranten in Köln rufen den Klimanotstand aus
Fridays for Future Demonstranten in Köln rufen den Klimanotstand aus
Fridays for Future: Aufschrift auf einer Tasche
Fridays for Future: Aufschrift auf einer Tasche
Fridays for Future-Demonstration vor dem Kölner Hauptbahnhof
Fridays for Future-Demonstration vor dem Kölner Hauptbahnhof

09.07.2019

Erzbischöfliche Schulen unterstützen "Fridays for Future" Hohes politisches Engagement unter Jugendlichen

Seit Monaten demonstrieren Schülerinnen und Schüler weltweit – und bleiben dafür freitags dem Unterricht fern. Wie wird das Phänomen "Fridays for Future" in erzbischöflichen und kirchlichen Schulen behandelt?

DOMRADIO.DE: Sind Sie eben vorbeigekommen an den Kindern, die hier ihr Lager auf dem Bahnhofsvorplatz aufgeschlagen haben?

Thomas Pitsch (Leiter der Abteilung für die erzbischöflichen Schulen, katholischen Schulen in freier Trägerschaft): Ich habe heute Mittag einige Schülerinnen und Schüler vor dem Hauptbahnhof gesehen, die da eifrig Plakate gemalt haben.

DOMRADIO.DE: Und wenn Sie sie sehen, was denken Sie dann?

Pitsch: Dann denke ich, dass ich mich einmal über das zivilgesellschaftliche Engagement der Kinder besonders freue, weil sie demokratisches Handeln konkret einüben.

DOMRADIO.DE: Das Thema Klimaschutz und demonstrieren für's Klima – ist das besonders an den erzbischöflichen Schulen ein Thema?

Pitsch: Die "Fridays for Future"-Bewegung ist natürlich auch ein Thema an den erzbischöflichen Schulen. Unser Erzbischof lobt auch immer wieder gerne den Einsatz der jungen Menschen, die sich für eine bessere Welt engagieren. Ich freue mich sehr, dass unsere gemeinsame Schülersprecher-Konferenz aller 32 erzbischöflichen Schulen vor kurzem eine Konferenz speziell zu diesem Thema abgehalten hat. Die Jungen und Mädchen, die Jugendlichen wollten unbedingt ganz konkrete Ideen entwickeln, wie wir uns zum Thema Klimaschutz und Bewahrung der Schöpfung nachhaltig engagieren können.

DOMRADIO.DE: Da gab es dann eine Versammlung, wo man sich bestimmte Aktionen überlegt hat. Also zusätzlich zum bisherigen Fernbleiben von der Schule am Freitag, oder?

Pitsch: Ganz genau, es sollte ganz bewusst, und das ist auch von den Schülerinnen und Schülern ausgegangen, nicht eine Gegenbewegung gestartet werden, aber nach ganz konkreten Maßnahmen geguckt werden. Daraus erwachsen die Teilnahme beim Bundeswettbewerb "Beschützer der Erde 2.0". Wir haben jüngst am Samstag ein großes Schulfest einer Schule feiern können, die das Ganze unter das Thema "Klimaschutz und Lernklima" im Doppelpack gestellt hat. Eltern, Lehrer, Schüler, Kinder haben da alle gemeinsam das Thema in den Blick genommen.

DOMRADIO.DE: Waren das alle Schulen zusammen oder einzelne Schulen?

Pitsch: Nein, das sind einzelne Schulen, weil es uns auch immer noch wichtig ist, dass die einzelnen Ideen vor Ort konkret Gestalt annehmen und wir nicht über alles das ein und selbe Laken legen.

DOMRADIO.DE: Es gibt viele Aktionen und die Schülerinnen und Schüler machen sich mit den Lehrern zusammen Gedanken: Wie können wir auch Eintreten für Klimaschutz? Nichtsdestotrotz ist die Frage, ob die Kinder auch an den katholischen, an den erzbischöflichen Schulen freitags nicht erscheinen, weil sie dann demonstrieren?

Pitsch: Ich kenne das von vereinzelten Fällen, wo in Absprache mit den Schulleitungen und auch eingebettet in einen unterrichtlichen Kontext, Kinder bei der großen Demo beispielsweise vor dem Düsseldorfer Landtag auch von unseren Schulen zugegen waren. Wir haben aber kein flächendeckendes Phänomen, das wir jeden Freitag halb leere Klassen vorfinden würden.

DOMRADIO.DE: Wie sieht es mit der Sanktionierung aus? Gibt es eine gemeinsame Linie bei den katholischen Schulen?

Pitsch: Für die katholischen Schulen, die Ersatzschulen sind, gilt das Gleiche, wie für öffentliche Schulen, nämlich: die Schulpflicht. Und davon können wir auch nicht abweichen.

DOMRADIO.DE: Das heißt, wer nicht kommt, der kriegt einen Eintrag ins Klassenbuch?

Pitsch: Wer nicht kommt, dessen Fehlen muss dokumentiert werden.

DOMRADIO.DE: Es heißt ja in allen Zeiten immer schon: "Früher war alles besser, die Jugend von heute ist so unpolitisch, setzt sich für nichts ein." Sind diese Pro-Klima-Demonstrationen ein Signal dafür, dass das gar nicht stimmt, dass der Jugend doch nicht alles egal ist?

Pitsch: Ich bin von Hause aus Lehrer und habe schon immer mit Jugend gearbeitet und diese Pauschalurteile auch immer abgelehnt. Und auch wenn ich heute aus der Verantwortung für die 32 Schulen die Schülervertretungen beispielsweise angucke, dann stelle ich fest, dass da ein unglaublich hohes politisches Engagement da ist und dass ich froh und dankbar bin, dass die jungen Menschen ihre Zukunft selber gestalten wollen und Verantwortung übernehmen wollen – und dabei unterstützen wir sie.

DOMRADIO.DE: Und das auch mit so demokratischen Gremien, demokratischen Medien wie Schülervertretungen?

Pitsch: Ja, beispielsweise. Die ist bei uns sehr stark, weil wir sie auch nicht nur auf der Ebene der Schule belassen, sondern auch die übergeordnete Schülersprecher-Konferenz der erzbischöflichen Schulen haben. Von Schülern für Schüler gestaltet.

DOMRADIO.DE: Findet dieses Thema auch in Schulgottesdiensten Beachtung?

Pitsch: Ja, unsere Schulprogrammarbeit ist ja auch grundsätzlich durchdrungen von dem katholischen Profil und natürlich ist das Thema "Bewahrung der Schöpfung" nicht ein Thema, das man auf den naturwissenschaftlichen Unterricht beschränkt, sondern das in allen Feldern, die Schule ausmachen, dann auch relevant ist.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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