Die Erstkommunionkinder der Domsingschule gestalten ein gemeinsames Kommunionbild.
Die Erstkommunionkinder der Domsingschule gestalten ein gemeinsames Kommunionbild.
Im Vorfeld der Erstkommunionfeier lädt Schulseelsorger Hofer die Kinder und ihre Familien regelmäßig zu Gottesdiensten am Dreikönigenschrein ein.
Im Vorfeld der Erstkommunionfeier lädt Schulseelsorger Hofer die Kinder und ihre Familien regelmäßig zu Gottesdiensten am Dreikönigenschrein ein.
Die Farben zu mischen ist Sache des Künstlers.
Die Farben zu mischen ist Sache des Künstlers.
Alle sind mit großer Ernsthaftigkeit bei der Sache.
Alle sind mit großer Ernsthaftigkeit bei der Sache.
Hans Christian Rüngeler erklärt den Kindern die Komposition des Bildes.
Hans Christian Rüngeler erklärt den Kindern die Komposition des Bildes.
Fast fertig ist die künstlerische Gemeinschaftsarbeit. Es fehle nur noch ein Tupfen Gold für den Dreikönigenschrein, findet Rüngeler.
Fast fertig ist die künstlerische Gemeinschaftsarbeit. Es fehle nur noch ein Tupfen Gold für den Dreikönigenschrein, findet Rüngeler.

27.04.2019

Domsingschule gestaltet in jedem Jahr Kommunionbild als Gemeinschaftsprojekt "Der Herr ist mein Hirte"

​Gemeinsam singen, basteln und malen. Das sind wichtige Bausteine der Pädagogik in der Kölner Domsingschule. Dazu gehört unverzichtbar auch das in jedem Jahr mit dem Künstler Hans Christian Rüngeler entstehende Kommunionbild.

Mit großer Ernsthaftigkeit ist Matthias bei der Sache. "Die Gitarre mache ich orange und für die Hose brauche ich ein kräftiges Grün." Immer wieder bewegt er kräftig die kleine Walze hin und her, mit der er auf den Moosgummi die Farbmasse auftragen will. Mit Marie, Jonas, Marco und Chiara steht er vor der bunten Palette, aus der er auswählen kann. Denn alle Kinder sollen die Figur, die sie zuvor selbst ausgeschnitten haben, nun möglichst bunt und nach ihren eigenen Vorstellungen bemalen. Für die Hände und Schuhe braucht es noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes Fingerspitzengefühl. Denn da tupfen die Drittklässler nur sehr vorsichtig die jeweilige Farbe auf die besagte Stelle ihres Druckstocks. Da aber auch der Haut-Ton und die Kleiderfarbe gerade erst frisch aufgetragen wurden, müssen sie sorgfältig darauf achten, dass nun das noch nasse Rosa, Gelb oder Rot nicht in das Schwarz der Schuhe verläuft und umgekehrt.

Das erfordert Konzentration auf jeden einzelnen Schritt, der gerade dran ist. So hat es ihnen Hans Christian Rüngeler aber auch ans Herz gelegt. Denn im Nachhinein kann nichts mehr korrigiert werden. Das heißt, jeder muss jetzt sehr achtsam vorgehen, wenn er nachher auf seinen Beitrag zu diesem Gemeinschaftskunstwerk mit der Fertigung eines kleinen Selbstporträts oder dem eines Idols stolz sein will. Für Matthias ist das ein Gitarrist – "weil der einen coolen Sound macht", wie er begründet – für Alfred ein Skateboardfahrer und für Philipp der Fußballspieler Cristiano Ronaldo. Mila und Ilaria haben sich für eine Prinzessin entschieden. Während Clara und Marie das eigene Konterfei abbilden.

Kommunionbild liegt Psalmwort zugrunde

Zunächst wird das als Gemeinschaftsprojekt gestaltete Bild am Tag der Erstkommunion zur Messfeier im Altarraum des Domes aufgestellt und danach ein ganzes Jahr lang im Foyer der Schule zu sehen sein. Am Ende sollen alle 47 Kommunionkinder denselben künstlerischen Prozess durchlaufen haben. Die schöpferische Beteiligung jedenfalls ist das Anliegen des Künstlers Rüngeler, der sich – wie in jedem der nun fast 25 Jahre, in denen er ehrenamtlich für die Domsingschule arbeitet – wieder ein ganz besonderes Motiv für die diesjährigen Erstkommunionklassen ausgedacht hat. Dabei greift er die Anregung von Schulseelsorger Burkhard Hofer auf, der diesmal die Kommunionfeier unter das Psalmwort "Der Herr ist mein Hirte" stellt. Für Rüngeler bedeutet das in der Umsetzung: "Alle ziehen inmitten einer Schafsherde durch grüne Auen hin zum Wasser und zu einer Kirche mit zwei Türmen."

Bildkomposition mit Lichtkreuz

Wie immer gibt es auf dem Bild viel zu entdecken. "Neben Fußballspielern und Musikern haben wir diesmal sogar einen Astronauten und eine Imkerin mit dabei", schwärmt der Künstler. Außerdem erkläre sich fast von selbst, woher der Begriff "Schäfchenwolken" komme. Denn in der Tat sieht die eine oder andere Wolke bewusst aus wie ein weißes Lämmchen. Schließlich spiele auch das Motiv des Weges als Sinnbild für das gemeinsame Unterwegsseins bei der Vorbereitung auf den Empfang dieses Sakramentes immer in seine Überlegungen mit hinein, erklärt Rüngeler. Dass der Bildkomposition zudem ein Lichtkreuz zugrunde liegt, das im goldenen Schnitt angelegt ist und dessen Schnittpunkt auf die geöffnete Kirchentür fällt, gehört ebenfalls zum künstlerischen Konzept. Vor allem aber sei ihm wichtig, so erläutert er, dass die Kinder eigene Ideen beisteuerten. "Ich liefere nur das Gerüst. Der Rest ist künstlerische Freiheit." Und die dürfe auch ungelenk zum Ausdruck kommen. "Die Hauptsache echt", betont der 61-Jährige.

"Es geht um die Spiritualität der Kinder"

Drei Tage lang hat der Maler mit den Kindern der Domsingschule an ihrem Kommunionbild gearbeitet. Am Ende kann sich das Ergebnis sehen lassen – wie immer bei dieser produktiven Allianz. "Oberstes Ziel ist ein authentisches Kunstwerk, bei dem es vor allem um die Kinder, ihre Spiritualität und ihre Gestaltungskraft geht. Meine Aufgabe dabei könnte man vielleicht eher mit der eines Dirigenten vergleichen, der bemüht ist, dieser Kraft ein Forum zu geben und sie in einem Gesamtwerk zum Klingen zu bringen", skizziert Rüngeler den eigenen Part dabei. "Die Kinder lernen, ein Thema bildnerisch umzusetzen. Sie kommen mit verschiedenen Techniken in Kontakt, und sie lernen, respektvoll mit ihren Mitschülern an einem gemeinsamen Ergebnis zu arbeiten. In der Summe alles wichtige Schritte." Es freue ihn, dass die Bildende Kunst gleich nach der musikalischen Erziehung und Prägung einen festen Platz in der Domsingschule habe. Die ureigene Kreativität der Acht- und Neunjährigen fasziniere ihn doch immer wieder aufs Neue.

Erfahren, dass Gott sich selbst schenkt

"In der Vorbereitung auf die Erstkommunion sollen die Kinder erfahren, dass Gott immer für sie da ist – wie ein guter Hirte, der sie durchs Leben führt, Angst nimmt und tröstet, der jedes seiner Schafe kennt und es bei seinem Namen ruft", erklärt Schulseelsorger Hofer den tieferen Sinn hinter diesem kreativen Prozess. Das Bild des Hirten vermittle selbst für Stadtkinder verständlich, dass da jemand ist, auf den Verlass ist. Ein Hirte führe die Schafe hinaus zur Weide. "Das bedeutet: Er schenkt mir alles, was ich zum Leben brauche. Er will, dass ich ein Leben in Fülle habe." Und ein Hirte gehe den Schafen voraus, so Hofer weiter. "Das heißt, Jesus will mir Vorbild sein. Er leitet mich in meinem Leben." Und schließlich gebe er sein Leben hin für die Schafe. So wichtig seien sie ihm. "Für die Kinder bedeutet das", so der Theologe, "Jesus geht mit uns durch dick und dünn. Auf ihn können wir vertrauen. Durch ihn ist uns das ewige Leben geschenkt: ein Leben bei Gott." Und er betont: "Für die Vorbereitung auf die Erstkommunion ist ganz wesentlich: Die Kinder erfahren Jesus als den guten Hirten, der sich ihnen im heiligen Brot selbst schenkt und ihnen damit alles gibt, was sie für ihr Leben brauchen."

Beatrice Tomasetti
(DR)

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