Ernnenungsurkunde für den neuen Stadtdechanten Picken
Ernnenungsurkunde für den neuen Stadtdechanten Picken
Der neue Stadtdechant von Bonn bittet abschließend alle Gläubigen um ihr Gebet, um Wohlwollen und um aktive Unterstützung.
Der neue Stadtdechant von Bonn bittet abschließend alle Gläubigen um ihr Gebet, um Wohlwollen und um aktive Unterstützung.
Die Bonner Katholikenratsvorsitzende Schwüppe wünscht sich vom neuen Stadtdechanten "offene Augen und Ohren sowie ein weiches Herz".
Die Bonner Katholikenratsvorsitzende Schwüppe wünscht sich vom neuen Stadtdechanten "offene Augen und Ohren sowie ein weiches Herz".
Kardinal Woelki verliest am Ende des Gottesdienstes die Ernennungsurkunde zum Stadtdechanten.
Kardinal Woelki verliest am Ende des Gottesdienstes die Ernennungsurkunde zum Stadtdechanten.

11.03.2019

Stadtdekanat Bonn mit neuer Leitung Der schönste und wichtigste Dienst: das Wort Gottes zu verkünden

In der Kirche von Bonn stehen die Zeichen auf Neubeginn. Nach monatelanger Vakanz wurde am ersten Fastsonntag mit der Einführung von Wolfgang Picken durch Kardinal Woelki das Amt des Stadtdechanten und das des Münsterpfarrers neu besetzt.

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Bonn hat einen neuen Stadtdechanten. Priester und Gläubige aus dem ganzen Erzbistum feierten an diesem Sonntag gemeinsam mit Wolfgang Picken, bislang leitender Pfarrer in Bad Godesberg, seine Einführung als Pfarrer am Bonner Münster und gleichzeitig als Stadtdechant. Picken folgt damit auf Monsignore Wilfried Schumacher, der im Mai des vergangenen Jahres in Anerkennung seiner funktionalen Verantwortung für die unzulässige Verwendung von kirchengemeindlichen Finanzmitteln seinen Amtsverzicht erklärt hatte. Der Ernennung Pickens gingen die Anhörungen der leitenden Pfarrer und aller Pastoralen Dienste sowie der Gremien in Bonn gemäß der Dekanate-Ordnung voraus.

St. Remigius, in der Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki die feierliche Zeremonie vornahm, konnte die Menschenmengen kaum fassen, die zum Großteil aus dem Stadtzentrum selbst, aber auch von den bisherigen Wirkungsstätten Pickens in die gotische Pfeilerbasilika gekommen waren, um dieses für alle Bonner Katholiken so wichtige Ereignis zu begehen. Allein im Altarraum dieser Filialkirche der Münsterpfarrei waren über 50 Mitbrüder versammelt, außerdem zahlreiche Vertreter der örtlichen Ökumene, der Grabesritter, Schützen  und Kartellverbände sowie die Theologiestudenten des benachbarten Collegium Albertinum.

Sich von Christus führen lassen

Ein solcher Tag könne zu einem Aufbruch und Neubeginn werden, wünschte Kardinal Woelki der versammelten Gemeinde und ging damit nochmals kurz auf die Umstände ein, die zur Neubesetzung dieser beiden wichtigen kirchlichen Positionen geführt hatten. Die vergangenen Monate seien für die Menschen in der Münsterpfarrei und im Stadtdekanat wahrlich nicht leicht gewesen, sagte er. Dinge und Menschen seien in verfahrene Situationen geraten, andere hätten sich schwer getan mit der Kirche, ihren Vertretern, ihrem Handeln, ihren Entscheidungen, ihrer Botschaft. Wieder andere seien auf diesem Weg müde und schwach geworden. "Ihnen allen sind wir verpflichtet", hielt der Erzbischof in seiner Predigt dennoch zuversichtlich dagegen, "denn es ist uns als Sorge aufgegeben, keinen zurückzulassen. Wir wollen als Christen miteinander versuchen, den vor uns liegenden Weg gemeinsam zu gehen, indem wir auf Christus schauen und uns von ihm führen lassen." Christen könnten jedes Hindernis überwinden und hätten nie Grund zur Resignation, wohl aber immer Grund zu Hoffnung. "Der Dienst Ihres neuen Pfarrers und Stadtdechanten mögen Ihnen auf diesem Weg Hilfe und Ermutigung sein", wandte sich Woelki an seine Zuhörer.

Die schönste Botschaft kommt von Gott

Mit dem ersten Fastensonntag beginne die Liturgie eine große Katechese, in der die wichtigsten Erfahrungen und Geheimnisse der Heilsgeschichte Schritt für Schritt dargestellt würden und einen Bogen bildeten von der Asche am Aschermittwoch bis zu den Feuerflammen von Pfingsten. In der dazwischen liegenden Geschichte gehe es darum, das in Christus grundgelegte Heilswerk allen Menschen aller Zeiten zu verkünden und zugänglich zu machen, erklärte der Kardinal. Die Verkündigung des Wortes Gottes, die sakramentale Feier und die vielfältigen pastoralen Dienste, die dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe die Wege bereiteten, seien der Dienst, zu dem Pfarrer Picken bestellt, eingesetzt und beauftragt sei. "Ich finde, das ist mit der schönste und wichtigste Dienst: die Verkündigung des Wortes Gottes", unterstrich der Erzbischof. Diese Botschaft sei schöner als jede andere Nachricht, die über das Fernsehen, Internet oder die sozialen Medien verbreitet und in der Regel auch wieder schnell vergessen würde. Denn sie komme von Gott. "In ihr teilt uns Gott mit, wie er zu uns steht." Und davon hänge unser Leben ab.

Keine beglückendere Botschaft als das Evangelium

Ein Pfarrer sei dazu bestellt, so Woelki weiter, den Menschen zu sagen, dass Gott sie liebt. "Es gibt für uns Menschen keine wichtigere und beglückendere Botschaft als das Evangelium, das die Kirche durch den Dienst ihrer Priester, insbesondere ihrer Pfarrer, die zu den engsten Mitarbeitern eines Bischofs gehören, zu verkünden hat." Außerdem gehörte neben vielen Verwaltungsaufgaben, den Beratungen in Gremien und Repräsentationsverpflichtungen vor allem, die Gläubigen immer wieder um den Altar zu versammeln und damit um Jesus Christus. Denn ein Pfarrer reiche Christus, das Brot für das Leben der Welt. "Als guter Hirte leitet und begleitet er die ihm anvertraute Herde auf dem Weg zu Gott."

Nach dem Gottesdienst würdigte Oberbürgermeister Ashok-Alexander Sridharan den neuen Stadtdechanten als einen "von vielen geschätzten Priester", der ein offenes Ohr für die Menschen habe und auch seinen Kritikern ein stets fairer Partner sei. Er habe als Pfarrer von Bad Godesberg das katholische Leben am Ort geprägt und bei vielen eine Begeisterung für den Glauben geweckt. In seiner Zeit sei dort eine starke Gemeinschaft entstanden – mit einer Strahlkraft weit über Bad Godesberg hinaus. Für die Stadtgesellschaft wünschte sich Sridharan, dass in Zukunft wieder mehr miteinander und weniger übereinander gesprochen werde. Der Wechsel an der Spitze des Stadtdekanates sei auch eine Chance, so der Erste Bürger der Stadt Bonn. Er erhoffe sich davon einen Neuanfang, bei dem sich alle mit großer Offenheit begegneten. "Lassen wir neue Entwicklungen zu!" rief er abschließend der Festgemeinde entgegen.

Viel ehrenamtliches Engagement in der Stadt Bonn

Stadtsuperintendent Eckhard Wüster definierte in seinem Grußwort Mitgestaltung von Kirche als eine "wunderschöne Aufgabe". Zeiten, in denen der überwiegende Teil der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehörte, seien vorbei, stellte er nüchtern fest, um dann konstruktiv die Frage nach möglich viel Gemeinsamem zu stellen. Die beiden großen Kirchen seien inzwischen in Bonn enger zusammengerückt und würden – gerade auch bei der Arbeit von Diakonie und Caritas – oft gemeinsam wahrgenommen, so die Beobachtung Wüsters. Er bot an, die bestehende Zusammenarbeit weiter voranzutreiben – "auf die je eigene Art", wie er sagte – um stärker auf Gemeinsamkeiten als auf Trennendes der beiden Konfessionen zu schauen.

Die Katholikenratsvorsitzende Dorothee Schwüppe wünschte dem neuen Stadtdechanten "offene Ohren, offene Augen und ein weiches Herz" und hielt ein Plädoyer zugunsten gemeinsamer Lösungsversuche zwischen lokaler Kirchenleitung und den Basiskatholiken – "zum Wohl der Menschen in der Stadt". Sie betonte das vielfältige Ehrenamt und die große Gruppe an Menschen, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen in den Dienst der Allgemeinheit stellten. "Menschen, die sich in der Kirche einsetzen, setzen sich für die Sache Jesu ein. Wenn wir uns geschwisterlich auf den Weg machen, dann soll es gut werden", so Schwüppe.

Dass die Kirche in Bonn vor erheblichen Veränderungen stehe, betonte am Ende auch der gerade eingeführte Stadtdechant. Den Besuch Kardinal Woelkis wertete er als eine "starke Geste der Verbundenheit mit unserer Stadt". Persönlich setze er auf den Dialog mit dem Katholikenrat und den vielen in der Kirche Engagierten, so Picken. Er bat die Gläubigen um ihr Gebet, ihr Wohlwollen und ihre Unterstützung. Ein Programm bringe er nicht mit, räumte der Seelsorger mit einem gewinnenden Lächeln ein, erklärte aber: "Ich vertraue auf die Chancen, die in unserem Miteinander liegen. Und ich vertraue fest auf Christus!"

Beatrice Tomasetti
(DR)

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