Kardinal Woelki freut sich sichtlich über das Engagement tausender Sternsinger
Kardinal Woelki freut sich sichtlich über das Engagement tausender Sternsinger
Überall gekrönte Häupter...
Überall gekrönte Häupter...
Kardinal Woelki segnet alle Sternsinger mit Weihwasser
Kardinal Woelki segnet alle Sternsinger mit Weihwasser
Gemeinsam sprechen am Ende der Feier alle das Vaterunser
Gemeinsam sprechen am Ende der Feier alle das Vaterunser
Kardinal Woelki hat aufmerksame Zuhörer
Kardinal Woelki hat aufmerksame Zuhörer
Kardinal Woelki mit dem Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp und dem Diözesanpräses des BDKJ, Pfarrer René Fanta
Kardinal Woelki mit dem Diözesanjugendseelsorger Tobias Schwaderlapp und dem Diözesanpräses des BDKJ, Pfarrer René Fanta
Zum Altar werden die Gaben getragen, die die Kinder segnen lassen wollen
Zum Altar werden die Gaben getragen, die die Kinder segnen lassen wollen

28.12.2018

Kardinal Woelki sendet Sternsinger aus "Gott hat ein Herz für die Menschen"

"Wir gehören zusammen" – das ist die zentrale Botschaft der Aktion Dreikönigssingen. Und das war auch das Kernanliegen, das Kardinal Woelki den über 2.000 Sternsingern mitgeben wollte, als er sie im Kölner Dom für ihren Dienst segnete.

"Den Dom habe ich mir echt kleiner vorgestellt", sprudelt es aus Konrad heraus. "Dabei ist der ja riesig." Der Achtjährige schwenkt dazu das kleine Weihrauchfass, das er aus seiner Gemeinde mitgebracht hat, rückt die Krone zurecht und findet eigentlich "alles spannend", was um ihn herum geschieht.

Die vielen anderen Kinder – als Kaspar, Melchior und Balthasar mit bunten Gewändern und gold-funkelndem Kopfschmuck verkleidet – den prächtigen Dreikönigenschrein, an dem er mit seiner Gruppe ehrfürchtig vorbeigezogen ist, und natürlich den Kölner Kardinal, der eine "schöne Geschichte" über die drei Weisen aus dem Morgenland erzählt hat.

Hochmotivierte Sternsinger

Auch Philomena, die bereits zum zweiten Mal bei der traditionellen Aussendungsfeier der Sternsingeraktion mitmacht und eigens dazu aus dem Erzbistum Paderborn in einer 15-köpfigen Gruppe angereist ist, zeigt sich von den Ausmaßen der Kölner Kathedrale beeindruckt. Vor allem aber ist die Neunjährige hochmotiviert, Anfang Januar daheim durch die Straßen ihrer Gemeinde zu ziehen. "Als Sternsinger kann man Menschen besuchen, ihnen ein Lied vortragen und den Segen bringen. Und man kann helfen. Das macht mir Freude!"

Maximilian, ebenfalls acht Jahre alt, trägt die Spendendose. Eine wichtige Aufgabe, findet er und freut sich über die verantwortungsvolle Aufgabe. Auch Jule aus Bensberg genießt an diesem Vormittag in Köln die große Feier, bei der sie so vielen anderen kleinen und großen Königen aus dem ganzen Bistum rund um den Dom begegnet. "Es ist toll, dass man etwas gegen die Armut von Kindern tun kann", findet die Zwölfjährige, "und dass wir dazu beitragen können, Gleichaltrige mit einer Behinderung in Peru nicht auszugrenzen, sondern ihnen zu ermöglichen, wie andere Kinder in die Schule zu gehen, damit sie die gleichen Chancen wie nichtbehinderte Kinder haben."

Solidarität mit benachteiligten Kindern

Jule ist eine von den über 2.000 Sternsingern, die sich an diesem Vormittag vom Kölner Erzbischof aussenden lassen. Und sie hat verstanden, um was es bei der diesjährigen Sternsingeraktion geht: nämlich um Solidarität mit benachteiligten Kindern im Beispielland Peru, wo sich Eltern dafür schämen, wenn ihr Kind eine Behinderung hat, es daher von Gemeinschaftsaktivitäten ausgegrenzt bleibt und keine gleichwertige Lebensperspektive wie ein gesundes Kind in seinem Alter hat.

Auch die sechs Mädchen aus Euskirchen-Erftmühlenbach, die unter der Leitung von Gemeindereferent Thomas Keulertz und Samuel Klein vom BDKJ-Diözesanverband in einer szenischen Darstellung für die Besucher im Dom eine solche Alltagssituation vor den Altarstufen veranschaulichen, indem sie eines der Kinder aus ihrer Gruppe auf einer Bahre durch den Mittelgang tragen, versetzen sich für einen Moment in die Lage eines behinderten Kindes in Peru. Sie benennen mit Nachdruck die Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte von Kindern mit einer Behinderung und machen darauf aufmerksam, dass es aufgrund seiner Handicaps ausgeschlossen und ohne Teilhabe an einem normalen Leben bleibt. "Das Schwierige dabei ist nicht die Behinderung an sich", zitiert ein Mädchen dazu sehr berührend aus seiner Textvorlage, "sondern die Barrieren, mit denen solche Kinder zu kämpfen haben."

"Wir gehören zusammen"

Dass es in keinem Teil der Welt derart diskriminierende Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Behinderung geben darf und jeder Mensch – trotz seiner Behinderung – einmalig ist und wertvoll, unterstreicht auch Erzbischof Kardinal Woelki, als alle Dombesucher dazu aufgefordert werden, sich ein rotes Bändchen mit dem Schriftzug "Wir gehören zusammen" um das Handgelenk binden zu lassen. "Es ist ein Hinweis darauf, dass wir auf der ganzen Welt eine einzige große Familie von Christen sind. Und dass wir nur überleben, wenn wir einander helfen und miteinander unterwegs sind", kommentiert er diese symbolische Geste. Dieses Band stehe dafür, dass wir kein Herz aus Stein haben, so der Kölner Erzbischof.

In seiner Katechese erinnert er dann seine vielen jungen Zuhörer daran, dass der Dom eigentlich nur erbaut worden sei, weil es schon vor 2000 Jahren Sternsinger gegeben habe: die Heiligen Drei Könige, die als Weisen aus dem Morgenland dem Stern bis zur Krippe nach Bethlehem gefolgt seien, um dem neugeborenen Heiland der Welt ihre Gaben zu bringen. "Und weil diese drei Könige hier ihr Zuhause gefunden haben – in diesem wunderbaren großen Schrein – deshalb gibt es diese Kirche, die ebenfalls wie ein großer Schrein ist", sagt Woelki.

Um deren Bedeutung zu unterstreichen, gebe es an ganz unterschiedlichen Orten im Dom eine Reihe von Hinweisen auf diese drei Heiligen: unter anderem in den fast 700 Jahre alten Malereien der Chorschranken, auf denen eine Legende der drei Weisen dargestellt sei. Entscheidend sei, so der Kardinal weiter, dass sie in ihre Heimat zurückgezogen seien und dort den Menschen – wie es heute die Sternsinger auf ihrem Weg von Haus zu Haus täten – von Jesus erzählt hätten. Und dass Gott ein Herz für alle Menschen auf der Welt habe, sie nicht alleine lasse, sondern ihnen seinen Sohn geschenkt habe.

Woelki: "Schön, dass es Euch gibt"

Die Tatsache, dass Kasper, Melchior und Balthasar – wie in einer dieser Geschichten erzählt wird – gemeinsam in einem Sarkophag bestattet worden seien, zeige ihre Einheit, betont Woelki. "Die Drei haben zusammen gestanden – durch dick und dünn. Zusammen sind sie stark gewesen. Sie haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht, um Gottes Sohn in Bethlehem zu suchen." Selbst Sonne und Hitze, Hunger und Durst hätten sie gemeinsam auf ihrem Heimweg durch die Wüste durchgestanden. "Bis in den Tod hinein konnte sie nichts trennen."

Eine solche Zusammengehörigkeit sei auch ein schönes Bild für die Sternsinger, so der Kardinal: "Dass wir uns wie die drei Könige aufmachen, Jesus zu suchen, von ihm sprechen, ihn bezeugen. Dass wir ein Herz haben und dass wir uns durch nichts und niemanden auseinander bringen lassen. Wie die drei Könige gehören wir zusammen und bilden eine Einheit füreinander", beschwor Kardinal Woelki eindringlich das Anliegen gegenseitiger Solidarität.

Wie Jesus den Gelähmten geheilt habe, könnten auch die Sternsinger ihren Beitrag dazu leisten, andere wieder gesund zu machen. "Schön, dass es Euch gibt", rief er abschließend den vielen aufmerksam lauschenden Kindern und Jugendlichen im Kölner Dom entgegen, "und dass wir uns heute Morgen gegenseitig versprechen wollen, wie die Heiligen Drei Könige eine Einheit mit allen Kindern dieser Welt zu bilden, damit wir alle in der einen Welt gut miteinander leben können."

Beatrice Tomasetti
(DR)

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