Weihbischof Ansgar Puff sitzt für eine Caritas-Aktion in einer Badewanne vor dem Dom
Weihbischof Ansgar Puff sitzt für eine Caritas-Aktion in einer Badewanne vor dem Dom
2016: Weihbischof Ansgar Puff begleitet Obdachlose nach Rom
2016: Weihbischof Ansgar Puff begleitet Obdachlose nach Rom

16.11.2018

Weihbischof Ansgar über den Welttag der Armen im Erzbistum Köln Die drei Häute des Menschen

Trotz Wirtschaftsboom in vielen Ländern sind manche Menschen arm. Vor zwei Jahren führte der Papst einen Tag für Arme ein, den die Kirche jährlich im November begeht. Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff erklärt, warum es diesen Tag braucht.

DOMRADIO.DE: Vor zwei Jahren sind Sie mit Obdachlosen und Wohnungslosen nach Rom gereist. Meinen Sie, Sie haben den Papst ein bisschen inspiriert?

Weihbischof Ansgar Puff (Bischofsvikar für die Armen und die Caritas und für Geistliche Gemeinschaften): Ich weiß es nicht. Ich habe es ihm jedenfalls nicht ins Ohr geflüstert. Als die 5.000 Wohnungslosen aus ganz Europa vor zwei Jahren vor dem Papst standen, da hat er gesagt: "Das müsse jedes Jahr irgendwie gefeiert werden". Natürlich könnten nicht alle jedes Jahr nach Rom kommen. Dafür solle es aber diesen Welttag geben. Und er betonte: "Feiert das nicht nur bei Euch zu Hause in der Kathedrale, sondern möglichst in jeder Kirche."

DOMRADIO.DE: Mit wie vielen Obdachlosen oder Wohnungslosen waren Sie damals in Rom?

Puff: Wir waren damals aus unserem Bistum mit 150 Personen dort. In diesem Jahr waren wir wieder unterwegs. Jetzt bin ich mit 40 Wohnungslosen aus Bonn in Assisi gewesen. Das war auch sehr schön. Da waren auch einige wieder dabei.

DOMRADIO.DE: Das war also keine einmalige Aktion. Da ist also ein Kontakt entstanden?

Puff: Kontakt und Nachwirkungen. Wir haben jetzt auch alle, die in Rom waren, wieder eingeladen, dass sie am Sonntag zu dem Gottesdienst in den Kölner Dom kommen.

DOMRADIO.DE: Sie haben auch eine andere Aktion gemacht. Sie haben sich in dieser Woche vor dem Kölner Dom in eine Badewanne gesetzt. Was war denn da los?

Puff: Die Badewanne kommt Sonntag in die Kirche. Der Hintergrund ist: Wir haben vor dem Kölner Dom eine Art offenes Zimmer aufgestellt. Eine Wand mit Badewanne und Bad-Utensilien. Wir wollen damit deutlich machen, wie groß die Wohnungsnot ist. Inzwischen müssen sich die Wohnungslosen, die wirklich auf der Straße sind, für ein Dach über dem Kopf ganz hinten anstellen. Sie kriegen dann gar nichts mehr. Darauf wollten wir hinweisen, weil "Wohnen" ein Menschenrecht ist.

DOMRADIO.DE: Sie unterstützen nicht nur das, sondern überhaupt auch die Aktion. Warum?

Puff: Ich finde es deswegen wichtig, weil man von drei Häuten eines Menschen spricht. Man hat die ganz normale Haut auf dem Körper, dann gibt es die Kleidung und die Wohnung. Die Wohnung ist eine Haut. Jeder weiß, wie das ist, wenn man mit dem Fahrrad auf die Nase geflogen ist und sich da so richtig etwas aufgeschürft hat. Jeder weiß, wie weh das tut. Genauso weh tut das, wenn du keine Wohnung hast und nicht ordentlich duschen und baden zu können. Daher die Badewanne.

DOMRADIO.DE: Jetzt dieser Welttag der Armen. Warum ist so ein Tag wichtig?

Puff: Es ist einfach so viel in unserem Alltag los, dass wir Armut manchmal nicht wahrnehmen. Das ist auch keine böse Absicht. Um es wieder ins Bewusstsein zu holen, braucht es Bilder, die sich nochmal einprägen. Es gibt die Menschen, denen es nicht so gut geht. Es gibt diejenigen, die wenig Geld haben und auf der Straße hocken. Und genau diese Menschen sind die Lieblinge des Evangeliums. Sie gehören in die Kirche und nicht vor die Kirche. Wir alle können etwas tun.

DOMRADIO.DE: Es ist ein ernstes Thema und ich muss zugeben, wir haben da auch aus den Redaktionsräumen runtergeguckt, als Sie in der Badewanne saßen. Man kommt nicht umhin auch zu schmunzeln, weil man ja doch auch an Loriot denkt.

Puff: Das schließt sich ja nicht aus. Ich finde, auch ernste Themen kann man ein bisschen witzig rüberbringen. Dann kommt das auch etwas charmanter an.

Das Interview führte Heike Sicconi.

(DR)

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