Neuer Leitender Pfarrer: Dominik Meiering
Neuer Leitender Pfarrer: Dominik Meiering
Seelsorgeteam Pfarrer Müller, Pfarrer Msgr. Vollmer, Pfarrer Meiering, Pastoralreferentin Brentano und Pfarrer Seul.
Seelsorgeteam Pfarrer Müller, Pfarrer Msgr. Vollmer, Pfarrer Meiering, Pastoralreferentin Brentano und Pfarrer Seul.
Stadtdechant Kleine führt Dominik Meiering in sein neues Amt ein.
Stadtdechant Kleine führt Dominik Meiering in sein neues Amt ein.

17.09.2018

Dominik Meiering als Leitender Pfarrer in St. Agnes eingeführt "Die Stadt ist Moloch, aber auch Jerusalem!"

Ein ganzes Team wird demnächst unter der Leitung von Dominik Meiering den vier Seelsorgebereichen in der Kölner Innenstadt vorstehen. Als Programm verordnen sich die neuen Seelsorgerinnen und Seelsorger vor allem ein tragfähiges Miteinander.

Bis in die anbrechende Nacht hinein stehen die vielen Menschen auf dem Kirchenvorplatz von St. Agnes – bei einem für einen solchen Feieranlass typischen Glas Kölsch. Von weiter her sind manche Gäste sogar angereist, und so herrscht eine heitere Atmosphäre der Wiedersehensfreude mit herzlichen Umarmungen und angeregter Gespräche. Auch Selfies mit den "Neuen" werden gemacht. Denn im katholischen Herzen Kölns mit seinen Innenstadtpfarreien St. Agnes, St. Aposteln, St. Gereon, Herz Jesu und St. Mauritius nimmt ein neues Seelsorgeteam seine Arbeit auf. Und so haben sich an diesem lauen Spätsommerabend zahlreiche Mitbrüder, Wegbegleiter, Gemeindemitglieder, Familienangehörige und Freunde der Pfarrer Dr. Thomas Vollmer, Dr. Peter Seul, Dr. Christian Schmitt und Frank Müller sowie von Kaplan Franziskus von Boeselager, Pastoralreferentin Lisa Brentano und natürlich Domkapitular Dr. Dominik Meiering eingefunden, um zum Start im neuen Amt persönlich Glück und Segen zu wünschen. Aber auch der Dank für fruchtbare Seelsorge in zurückliegenden Jahren und die Würdigung geleisteter Arbeit – zum Beispiel für die von Pfarrer Vollmer in Düsseldorf-Benrath, Pfarrer Seul in Neuss-Kaarst und Dominik Meiering in der städtischen Jugendseelsorge sowie als ehemaliger Generalvikar – soll an dieser Schnittstelle zwischen Abschied und Neubeginn nicht fehlen. Das eigens formuliert noch einmal Stadtdechant Robert Kleine, als er das Pastoralteam im Rahmen einer Vesper feierlich in seine zukünftige Aufgabe einführt.

Bevor er die offizielle Urkunde Kardinal Woelkis zur Ernennung von Dominik Meiering zum Leitenden Pfarrer im "Sendungsraum Mitte" verliest, ist es ihm daher ein Anliegen, zunächst sehr bewusst auch die seelsorglichen Verdienste aller Beteiligten aus der Vergangenheit anzusprechen. Dann richtet Kleine zudem ein "herzliches Willkommen" an alle diejenigen, die von nun an die neuen lokalen Seelsorger als Verwaltungsleiter, in den liturgischen Diensten oder auch als ehrenamtliche Mitarbeiter in den Kirchenvorständen, Pfarrgemeinderäten, Chören und vielen anderen pfarrlichen Gruppen unterstützen werden.

Unter den vielen Titeln, die es in der Kirche gebe, so führt Kleine schließlich an die Adresse von Meiering aus, sei der des Pastors immer noch der schönste. Als guter Hirte, der für seine Schafe Sorge trage, sei er einer, der da ist, hinschaut, ein offenes Ohr hat; einer, der die Seinen mit einem liebenden Herzen im Blick hat, sie kennt, begleitet, aber auch einer, der ermöglicht, der die Vielfalt der vorhandenen Charismen und Talente bündelt und dabei Wegweisung wie Orientierung gibt. Denn die Schafe – das betont Kleine ausdrücklich – seien nicht dumm. Sie brauchten niemanden, blieb er im Bild des "pastor bonus", der von oben herab handle, sich zum Chef aufspiele, sondern stattdessen auf ein Miteinander aller haupt- und ehrenamtlichen Kräfte setze.

Reicher Schatz mit sehr unterschiedlichen Kirchorten

Dass es sich bei seinem neuen Wirkungsort in der Tat um einen "reichen Schatz mit sehr unterschiedlichen und von ihrer je eigenen Geschichte geprägten Kirchorten" handele, wie Kleine zuvor skizziert hatte, an denen ihm demnächst das pralle Leben einer ganzen Stadt begegne, legt auch Meiering selbst dar. "In einer Stadt sammelt, verdichtet, verknäult sich alles, was Leben ist: Freude, Begeisterung, Entsetzen, Verzweiflung, Liebe, Verrat, Einsamkeit und Gemeinschaft." Hier müsse jeder selbst seine Existenz gestalten, Freunde gewinnen, sich Orte der Zugehörigkeit suchen und aus einer riesigen Fülle Angebote wählen, die zu einem passten. "Wir sind in diese konkrete Stadt gerufen und gestellt", sagt Meiering wörtlich in seiner Predigt. "Wir sollen in die Häuser gehen, dort mit den Menschen ins Gespräch kommen." Doch zugleich mahnt er: Von Ablehnung solle sich niemand beschweren lassen, vielmehr den Staub von den Füßen schütteln und unverdrossen das nächste Haus betreten. "Wir tragen denen nichts nach, die uns nicht aufnehmen. Vielleicht war der Augenblick nicht günstig, die Stunde noch nicht gekommen."

Die Stadt sei ein Moloch, Babylon – aber auch Jerusalem, fährt er fort. "Köln ist Moloch, verbaut und verschmutzt, aber Köln ist auch das Heilige Köln, in seinen Kirchen Abbild des himmlischen Jerusalem. Seine Menschen sind Sünder, die inbrünstig ihre Kerzen vor der Schwarzen Mutter Gottes aufstellen, die mit dem 1. FC Köln auf- und absteigen, die sentimental Lieder anstimmen, wenn sie nach dem Urlaub endlich wieder die Domspitzen sehen", zeichnet er vor den mehreren hundert Zuhörern ein charakteristisches Bild der Rheinmetropole, in dem zugleich seine ganze Begeisterung für die eigene Verwurzelung zum Ausdruck kommt. Sie sei ein Schmelztiegel der verschiedensten Völker und Sprachen, die im Krieg meistzerstörte Stadt Deutschlands, in der aber Menschen lebten, die bereits bewiesen hätten, dass sie Herausforderungen annehmen könnten. "Diesem Geist fühle ich mich verbunden", erklärt der neue Pfarrer von St. Agnes und lädt alle zum Mitmachen ein. Er fordert dazu auf, sich davon begeistern zu lassen, etwas bisher nicht Gekanntes zu wagen. Es seien der Rat, die Kompetenz und die Urteilskraft aller gefragt. "Verlasst die Komfortzone des binnenkirchlichen Raumes. Christus braucht uns!", so die eindringliche Bitte an seine Zuhörer. Nur in Gemeinsamkeit mit allen anderen könne ein solcher Aufbruch gelingen. "Denn ein Aufbruch ist es ohne Zweifel, wir wagen Neues!"

Sichtbare, erfahrbare, lebendige, wirksame und starke Kirche

Dabei setzt Meiering auf "glaubende Gemeinden, ausstrahlungsstarke Klöster, Geistliche Gemeinschaften und Missionen, auf eine tatkräftige Caritas, ökumenische Initiativen, die Mitarbeit von Kitas, Verbänden, Gremien, Chören, Messdienern und engagierten Kirchenmitgliedern, die aus Taufe und Firmung leben". Das macht er in einer Aufzählung deutlich. Und er wolle diese Vielfalt kirchlichen Lebens erhalten und weiterentwickeln "in eine tragfähige und nachhaltige Zukunft", versichert er. Dabei vertraue er auf den gemeinsamen Auftrag: Bleibt nicht auf Eurem Lager, geht in diese Stadt, heilt die Menschen, kündet das Nahen des Reiches Gottes. "Auf uns gemeinsam kommt es an!", lautet der leidenschaftliche Appell Meierings. Die Vielfalt der Kirchorte und Gemeinden biete die einmalige Chance, Begegnungsorte für die verschiedensten Bedürfnisse und Wünsche bereitzustellen. "Jede Kirche, jede Gemeinde prägt ihr eigenes Profil, das sie auszeichnet. Uniformität und falscher Zentralismus sind dabei fehl am Platz. Sie ersticken oft die Eigeninitiative und das Engagement." Vielmehr werde es darauf ankommen, so Meiering, dass "aus vielen unterschiedlichen Klangkörpern ein Orchester wird, das dem kirchlichen Handeln in der Innenstadt noch mehr Resonanz und Wohlklang verleiht". Die vielen Orte zu emotionalen Ankerpunkten, zu Sehnsuchtsorten und zu einer geistlichen Heimat werden zu lassen, betrachte er als gemeinsamen Auftrag. Altar und Tabernakel seien dabei "die Gravitationszentren, von denen aus wir in die Welt wirken. Hier kommen wir zur Ruhe, zur Besinnung, zum Denken, Beten und Betrachten." Nur durch die Beteiligung aller werde Kirche sichtbar, erfahrbar, lebendig, wirksam und stark.

Das anhaltende Verweilen auf dem Kirchplatz vor St. Agnes, die gute Stimmung und die intensiven Begegnungen – nicht zuletzt mit dem neuen Pastoralteam – können an diesem Abend bereits als hoffnungsvoller Ausblick gelten: auf das, was die fast 40.000 Katholiken in den Innenstadtpfarreien schon bald an positiven Impulsen nach diesem Neustart erwartet. Viele Ideen, wie es weitergehen soll – das wird auch im persönlichen Kontakt mit Dominik Meiering schnell spürbar – haben er und die neuen Kollegen jedenfalls zuhauf.

Beatrice Tomasetti
(DR)

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