Begegnung Abrahams mit Melchisedech; nach Entwürfen von Peter Paul Rubens
Begegnung Abrahams mit Melchisedech; nach Entwürfen von Peter Paul Rubens

10.04.2018

Ausstellung barocker Bildteppiche im Kölner Dom Gewebte alttestamentliche Szenen

Sie stammen aus dem Barock und zeigen alttestamentliche Szenen. Die Bildteppiche nach Entwürfen des Künstlers Peter Paul Rubens sind derzeit wieder im Kölner Dom zu sehen. Normalerweise lagern sie in Depoträumen.

Zwischen den Langhauspfeilern des Kölner Domes hängen seit Montag die Bildteppiche nach Entwürfen des Künstlers Peter Paul Rubens (1577-1640). Die sogenannten Rubensteppiche gehören zu der "nur noch in Teilen erhaltenen Barockausstattung des Domchores", wie die Kölner Dombauhütte am Montag in Köln mitteilte. In der diesjährigen Hängung sind die Bildteppiche bis zum 16. Mai zu sehen.

Die Motive auf den insgesamt neun Teppichen zeigen unter anderem alttestamentliche Szenen, die als Vorbilder der Eucharistie gedeutet werden, darunter die "Begegnung Abrahams mit Melchisedech" und "Das Opfer des Alten Bundes". Weitere Motive sind symbolische Triumphzugdarstellungen wie der "Triumph der Kirche über Unwissenheit und Verblendung".

Matthias Deml, Dombauverwaltung Köln, sagte im Interview mit DOMRADIO.DE: "Es geht darum, das katholische Eucharistieverständnis gegenüber dem Eucharistieverständnis anderer Kirchen hervorzuheben und den Triumph der Eucharistie in Szene zu setzen. Das war damals eine ganz massive politische Botschaft gegen die Reformation und für die Stärkung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens."

Ein Geschenk für Köln

Die Kunstwerke wurden den Angaben zufolge zur Zeit des Fürstbischofs von Straßburg, Wilhelm Egon von Fürstenberg (1629-1704), in Brüssel gefertigt. Fürstenberg habe die Bildteppiche dem Erzbistum Köln gestiftet, um die bevorstehende Bischofswahl zu seinen Gunsten zu beeinflussen, hieß es. Die Wahl gewann er laut Kölner Dombauhütte nicht, sein Geschenk aber blieb in Köln.

Die Teppiche bedeckten ursprünglich die gotischen Malereien an den Innenseiten der Chorschranken. Nachdem die Teppiche 1842 nach einer Instandsetzung des Domchores aus geschmacklichen Gründen abgenommen wurden, wurden sie in den Folgejahren noch bei Prozessionen als Fußbodenteppiche verwendet, bis sie zu ihrer Restaurierung in den 1980er Jahren in Vergessenheit gerieten, hieß es. Heute lagere die Kölner Dombauhütte die Teppiche aus konservatorischen Gründen in Depoträumen.

(epd)

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