Dompropst Gerd Bachner sitzt im Kölner Dom
Dompropst Gerd Bachner sitzt im Kölner Dom

15.08.2017

Kölner Dompropst über das Sechswochenamt für Kardinal Meisner "Die sechs Wochen sind eine wichtige Zeit"

Das Erzbistum Köln feiert an Mariä Himmelfahrt das Sechswochenamt für Kardinal Meisner – und zwar um einen Tag vorverlegt. Warum das so ist und was es mit der Trauerphase auf sich hat, erklärt der Kölner Dompropst Prälat Gerd Bachner.

domradio.de: Es sind nicht genau sechs Wochen, die seit Joachim Kardinal Meisners Tod vergangen sind. Dennoch findet das Sechswochenamt am heutigen kirchlichen Hochfest Mariä Himmelfahrt statt (live auf domradio.de ab 18.30 Uhr). Wenn man ein Sechswochenamt verlegt, dann muss das schon einen wirklich triftigen Grund haben?

Prälat Gerd Bachner (Kölner Dompropst): Zunächst einmal war es jetzt auch nicht so eine starke Differenz. Es fehlt eigentlich nur ein Tag bis zu den vollen sechs Wochen. Es sind also fast sechs Wochen. Es gibt auch andere, die das nicht vom Todestag ausgehend rechnen, sondern vom Beerdigungstag. Dann ist es in der Tat elf Tage kürzer.

domradio.de:  Sie haben das Sechswochenamt also extra auf Mariä Himmelfahrt verlegt. Warum?

Bachner: Unser Erzbischof hatte eine sehr enge Beziehung zur Gottesmutter. Wir haben uns überlegt, welches Datum denn angemessen wäre, um dieses Gedenken zu feiern. Da waren wir uns einig, dass es eigentlich keinen besseren Tag geben kann, als den Tag der Aufnahme Mariens in den Himmel, also Mariä Himmelfahrt. Das Hochfest  ist mit einer großen Hoffnung, die uns Christen gegeben ist, verbunden. Die Gottesmutter ist uns vorausgegangen und diesen Weg ist eben auch der Alt-Erzbischof gegangen. Und wir werden ihn hoffentlich auch irgendwann gehen können.

domradio.de: Das Sechswochenamt soll ein Ende des ersten Trauerabschnitts markieren. Was ist mit dem ersten Trauerabschnitt gemeint?

Bachner: Es ist so. Ein Mensch stirbt und im ersten Moment sind wir mit tausenden Dingen beschäftigt. Manchmal sind wir auch blockiert. Es ist viel zu organisieren. Manche sagen, das ist gut, so viel zu tun zu haben. Das mache es erträglicher. Wenn die Beerdigung vorbei ist, dann gibt es eine Zeit, wo wir bewusster erleben und darüber nachdenken, was dieser Mensch uns eigentlich bedeutet hat.

domradio.de:  Das ist die erste Phase der Trauerarbeit?

Bachner: Genau. Das liegt dann meistens in der Zeit vom Tod bis zum Sechswochenamt.

domradio.de:  Und es gibt weitere Phasen?

Bachner: Das geht hin bis zum Jahrgedächtnis. Das ist dann noch ein zweiter Prozess der Trauer – ein Jahr lang.

Aber die ersten sechs Wochen sind sehr wichtige Wochen. Nach einer Beerdigung kehrt nämlich Ruhe ein und die Menschen setzen sich alleine oder auch in der Familie mit dem Verlust auseinander. Auch wir haben das jetzt in den letzten sechs Wochen getan. Zwar nicht in der Familie, aber es ist schon vergleichbar. Meisner hat einen leeren Platz in unserem Bistum hinterlassen. Plötzlich ist er zum Beispiel bei den Gottesdiensten nicht mehr dabei.

Und das Sechswochenamt ist jetzt noch mal die Möglichkeit, zusammen zu kommen und über den Verstorbenen zu sprechen, sich auszutauschen und für ihn zu beten. Aber es ist auch ein Treffen, um denjenigen zu danken, die in irgendeiner Weise am Tod Anteil genommen haben und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

domradio.de: Wie läuft das Pontifikalamt heute ab?

Bachner: Heute Abend werden wir uns im Gebet an Gott wenden, für den Verstorbenen und sein Seelenheil beten. Apostel Paulus sagte schon: "Es ist heilsam, für die Verstorbenen zu beten".  Das geschieht in der Eucharistiefeier. Der Kölner Erzbischof wird das Pontifikalamt halten. Außerdem werden wir in der Predigt den ein oder anderen Akzent zum Alt-Erzbischof hören. Zum Schluss gehen wir in die Gruft hinunter. Dort werden wir ihn noch einmal segnen.

domradio.de:  Ist mit "wir" jeder Gottesdienstbesucher gemeint?

Bachner:  Das wäre schön, wenn das möglich wäre. Ich würde gerne jeden mitnehmen und im Geiste nehmen wir auch jeden mit. Leider ist das ein ganz kleiner Raum und dementsprechend kann dort nur ein kleiner Kreis dabei sein.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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