Kardinal Woelki segnet das KSI ein
Kardinal Woelki segnet das KSI ein

07.05.2017

Gottesdienst und Einsegung des Katholisch-Sozialen Instituts "Ethik geht nicht im Elfenbeinturm"

Das Katholisch-Soziale Institut in Siegburg hat an diesem Sonntag mit einem Tag der offenen Tür und einem Festgottesdienst mit Rainer Maria Kardinal Woelki den neuen Standort auf dem Michaelsberg der Öffentlichkeit vorgestellt.

In seiner Predigt auf dem Marktplatz betonte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki die enge Verbindung von Ethik und menschlichem Tun, wie das Erzbistum am Sonntag mitteilte. "Ethik geht nicht im Elfenbeinturm", so Woelki. Ethik habe ihren Platz immer mittendrin, inmitten all dessen, was Menschen tun. Die Katholische Soziallehre werde erst durch das Eintreten von Christen für Ihre Grund- und Gestaltungsprinzipien sowie durch exemplarisches Handeln wirksam. Vor diesem Hintergrund komme den Katholischen Akademien wie dem Katholisch-Sozialen Institut (KSI) mit ihrer Bildungsarbeit eine besondere Verantwortung zu.

Einsegnung nach Festgottesdienst

Woelki betonte mit Blick auf den Leitsatz des früheren Kölner Erzbischofs Josef Kardinal Frings "Für die Menschen bestellt", auf den sich auch das KSI verpflichtet hat, dieser sei geeignet, "sichtbar zu machen, worum es in allem kirchlichen Handeln zu gehen hat. Immer nur um den Menschen, um die Verbesserung seiner seelischen, körperlichen, sozialen und geistlichen Verfassung. Kurzum, es geht immer um das Heil der Menschen."

Nach dem großen Gottesdienst auf dem Siegburger Marktplatz zog die Festgemeinde in Prozession auf den Michaelsberg, wo Kardinal Woelki das neue Gebäude des KSI sowie das Haus der Ordensgemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten einsegnete. Beim Tag der offenen Tür konnten schließlich alle Interessierten die neuen Räumlichkeiten kennenlernen.

Offizielle Eröffnung mit Bundeskanzlerin Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Donnerstag das KSI an seinem neuen Standort offiziell eröffnet. Der Siegburger Michaelsberg sei ein "wunderbarer Ort" mit großer Tradition und einem weitem Überblick, sagte sie bei einem Festakt mit Woelki. Der Standort biete gute Voraussetzungen "für eine Bildungsstätte, die insgesamt Orientierung geben will".

Merkel nannte das KSI ein "Kleinod". Damit zeige das Erzbistum Köln, welchen Stellenwert es der Bildungsarbeit einräume. Es sei wichtig, die Menschen zu "eigenständigem Denken und kritischer Urteilsfähigkeit" zu befähigen. Das christliche Menschenbild biete einen guten Ausgangspunkt auf der Suche nach Halt und Orientierung. Die Kirche könne hier einen anderen Blick einbringen als die Politik.

Ort des Dialogs

1947 vom damaligen Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings gegründet, verfolgt das KSI das Ziel, als Ort des Dialogs zwischen gesellschaftlichen Gruppen und Kräften Menschen zu einem christlichen, wertbezogenen Handeln in persönlichen, sozialen und politischen Bereichen zu befähigen. Dazu organisiert das KSI jährlich rund 400 Seminare, Kurse und Veranstaltungen mit Themen aus Politik, Gesellschaft, Medien und Glauben sowie eine Fülle von öffentlichen Kulturveranstaltungen.

Die Benediktiner hatten im Juni 2011 nach knapp 950 Jahren ihre Abtei auf dem Michaelsberg aus personellen und finanziellen Gründen aufgegeben. Das Erzbistum Köln investierte für Um- und Neubauten rund 41 Millionen Euro, um dort das KSI unterzubringen. Weitere 6 Millionen Euro flossen in die Behebung eines Hagelschadens.

Die Klosteranlage beherbergt auch das Edith-Stein-Exerzitienhaus und seit 2013 eine Gemeinschaft indischer Karmeliter-Ordensleute. Offen ist derzeit noch, was aus dem bisherigen KSI-Standort in Bad Honnef wird.

Die Abtei wurde 1064 vom Kölner Erzbischof Anno II. gegründet. Seit 2012 wohnen und arbeiten auf dem Michaelsberg zudem wieder sechs indische Mönche vom Orden der Unbeschuhten Karmeliten (OCD). So bleibt mit dem Karmel und der Eröffnung des KSI im ehemaligen Benediktinerkloster die fast 1000 Jahre alte Tradition des geistlichen Lebens auf dem Siegburger Michaelsberg erhalten.

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