Jesus, Maria und Josef als Krippenfiguren
Jesus, Maria und Josef als Krippenfiguren
Domvikar Tobias Hopmann
Domvikar Tobias Hopmann

20.03.2017

Domvikar Hopmann zum Hochfest des heiligen Josef "Wieder ins Bewusstsein bringen"

Im Kölner Dom wird das Pontifikalamt zum heiligen Josef heute ausnahmsweise um 18.30 Uhr gefeiert. Welche Neuerungen das Domkapitel auch zu anderen Hochfesten beschlossen hat, erklärt Domvikar Hopmann.

domradio.de: Warum wird denn das Hochfest des heiligen Josef in diesem Jahr nicht am 19. März sondern am 20. März begangen?

Tobias Hopmann (Domzeremoniar und Domvikar): Ja, in diesem Jahr ist der 19. März auf den dritten Fastensonntag gefallen. Um den feiern zu können, ist das Hochfest des heiligen Josef um einen Tag verschoben worden auf den heutigen 20.März.

domradio.de: Das heißt, das Datum an sich ist nicht so wichtig?

Hopmann: In diesem Fall ist der Fastensonntag wichtig. Die Fastenzeit ist ja auch eine besonders geprägte Zeit, um sich auf Ostern vorzubereiten. Damit wir diese Fastensonntage wirklich feiern können, verdrängt sie in diesem Fall sogar das Hochfest des heiligen Josef.

domradio.de: Das heißt, die Gottesdienste heute werden dann noch feierlicher sein als sonst in der Fastenzeit und heute Abend noch mal ganz besonders. Warum?

Hopmann: Richtig, wir haben ja normal Fastenzeit. Wir kennen das so, dass wir in der Zeit auf etwas verzichten. Doch heute feiern wir das Hochfest - da ist die Fastenzeit ausgesetzt. Wir singen auch heute wieder ein Gloria in den Gottesdiensten, sprechen das Glaubensbekenntnis, das Credo. Die Gottesdienste sind also feierlicher als sonst die Gottesdienste in der Fastenzeit. Heute Abend feiern wir auch die Heilige Messe als Pontifikalamt um 18.30 Uhr. Weihbischof Ansgar Puff wird kommen.

domradio.de: Also das Hochfest setzt dann die Fastenzeit aus?

Hopmann: Richtig, heute wird vom Fasten pausiert.

domradio.de: Also auch in jeder Hinsicht?

Hopmann: Ja.

domradio.de: Das ist gut zu wissen. Das heißt, an jedem Hochfest, auch wenn kein gesetzlicher Feiertag ist, gibt es abends um 18.30 Uhr im Kölner Dom ein Pontifikalamt?

Hopmann: Ja, also wir haben ja sowieso schon ganz viele Hochfeste als Pontifikalamt, also als feierliche Bischofsmesse, gefeiert. Es gab immer ein paar Hochfeste, wo das bisher nicht der Fall war, die nur als feierliche Heilige Messe aber ohne einen Bischof gefeiert wurden.

Jetzt hat das Domkapitel gedacht: Einige Hochfeste wie zum Beispiel der heilige Josef oder das Hochfest Verkündigung des Herrn sind Hochfeste, die drohen aus dem Bewusstsein zu verschwinden. Sie sind keine staatlichen Feiertage und werden deshalb nicht so bedacht wie Weihnachten, Ostern oder bei uns in Köln natürlich Dreikönig. Deshalb hat das Kapitel entschieden, dass wir diese Hochfeste auch durch ein feierliches Pontifikalamt im Dom feiern, um noch mal die Bedeutung hervorzuheben und auch näher ins Bewusstsein zu bringen.

domradio.de: Mit Blick auf Ostern gibt es noch eine kleine Änderung, was die Gottesdienstzeiten angeht. Was sind das für welche?

Hopmann: Also wir haben seit mehreren Jahren die Zeiten natürlich feststehen. Es gab aber gerade an zwei Tagen viele Rückmeldungen von Gottesdienstbesuchern, von Gläubigen, die darum gebeten hatten, ob man nicht an Gründonnerstag die Feier vom letzten Abendmahl und die Osternacht etwas nach vorne ziehen könnte. Bisher haben wir Gründonnerstag um 20 Uhr gefeiert. Es kommen viele Menschen, die auch hinterher noch bei der Anbetung bleiben möchten, in dieser ganz besonderen Nacht vor Karfreitag oder die noch die Trauermetten im Dom besuchen möchten und für die es dann doch sehr spät wird.

Oder die Osternacht, die wir ursprünglich um 22.30 Uhr hatten, die Besucher, die dann die lange Osternacht mitfeiern und dann morgens auch um 10 Uhr wieder beim feierlichen Pontifikalamt am Ostersonntag dabei sein möchten, die dann ja auch oft von sehr weit anreisen, um hier im Dom diese besonderen Tage mitzufeiern. Dann war vielfach der Wunsch, ob wir nicht die Zeiten etwas nach vorne legen können, damit es für die Leute nicht ganz so spät wird und sie noch ein bisschen Schlaf bekommen können. Deshalb hat das Kapitel entschieden, ab sofort am Gründonnerstag die Feier vom letzten Abendmahl bereits um 19 Uhr zu feiern, also eine Stunde früher. Und die Osternacht um 21.30 Uhr, also auch eine Stunde früher. Ich denke, dass kommt dann vielen Menschen entgegen, die den Wunsch so geäußert haben.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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