Kardinal Woelki
Kardinal Woelki

17.09.2016

Kölner Erzbischof zur Zukunft der Kirche Woelki: Erzbistum Köln in personeller Krise

An einigen Orten im Erzbistum Köln leiten Priester bis zu vier Seelsorgebereiche. Es mangelt einfach an Personal. Der Kölner Erzbischof Woelki spricht von einer personellen Krise seines Bistums.

In einem Schreiben an alle pastoralen Mitarbeiter wirbt Woelki um Verständnis dafür, dass er an mehreren Orten Priester gebeten hat, bis zu vier Seelsorgebereiche zu leiten. Dies sei ein "Ausdruck der Krise, in der wir uns befinden".

Zugleich wies der Erzbischof Spekulationen zurück, mit diesen Entscheidungen seien "versteckte Pläne" für eine neue Struktur verbunden. Dies gelte auch für die Zuteilung von Verwaltungsleitern, so Woelki weiter. Bereits im Juli hatte das Erzbistum nach Abschluss eines Pilotprojekts angekündigt, zur Entlastung seiner Pfarrer in allen 180 Seelsorgebereichen Verwaltungskräfte einzusetzen.

Pastoralen Zukunftsweg finden

Man könne "die Art und Weise unseres bisherigen Kirche-Seins nicht festhalten", schreibt der Kardinal. Diese "Dynamik" bewege ihn seit Beginn seiner Amtszeit in Köln, die am 20. September 2014 begann. Es gehe um einen "pastoralen Zukunftsweg" hin zu einem "Anders-Kirche-Sein", der Zeit brauche.

Auch engagierte Gemeindemitglieder könnten nicht als Ersatz für nicht mehr vorhandenes hauptberufliches Personal gesehen werden. Doch sollte neu über die "Taufberufung aller Christen" nachgedacht werden. Der Erzbischof wirbt dafür, die aktuelle Situation auch als "Chance für Umkehr und Neuaufbruch" zu begreifen.

Rollen verändern sich

Die Kirche in Deutschland und im Erzbistum stehe vor zentralen Herausforderungen und einer "Generationenaufgabe", so der Kardinal weiter. Dabei veränderten sich auch die Rollen von Priestern, Diakonen, Gemeinde- und Pastoralreferenten. Dies sei verständlicherweise mit "Unsicherheit und Ängsten verbunden - auch für mich als Bischof".

"Wenn wir nicht aktiv handeln, werden sich die großen Trends der Veränderung 'ohne uns' fortsetzen und verstärken - auch in der Kirche", betont Woelki, Erzbischof der mit gut zwei Millionen Katholiken mitgliederstärksten Diözese Deutschlands. Der Bonner General-Anzeiger hatte als erster über das Schreiben berichtet.

(KNA)

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