Kardinal Woelki im Gespräch
Kardinal Woelki im Gespräch
Auf dem Poppelsdorfer Friedhof in Bonn
Eine Amsel auf einem Grab

30.06.2016

Laien im Erzbistum Köln dürfen auch Bestattungen vornehmen Nicht nur Priester sind befugt

Bisher haben im Erzbistum Köln nur Priester Trauergespräche geführt und Traueransprachen gehalten. Jetzt hat das Erzbistum dafür auch Laien ausgebildet und befähigt. Wie das funktionieren soll, erklärt Trauerpastoral-Referentin Eva-Maria Will.

domradio.de: Neun Frauen und Männer haben am Dienstag ihre Beauftragung aus der Hand von Rainer Maria Kardinal Woelki erhalten, um in ihren Pfarreien künftig ehrenamtlich eigenständig Wortgottesdienste zu halten und Verstorbene zu bestatten. Wie kam es zu dieser Idee, Laien für Bestattungen einzusetzen?

Eva-Maria Will (Referentin für Trauerpastoral und Bestattungskultur im Erzbistum Köln): Dafür gab es einen konkreten Anlass. Der Anstoß kam aus einem der Dekanate des Bistums, denn das Dekanat Hürth hat sein pastorales Konzept neu erarbeitet und mit dem Blick auf den Bedarf vor Ort haben sie überlegt, wie die Aufgaben der Haupt- und Ehrenamtlichen vielleicht aussehen können. Dabei kam die Idee, Ehrenamtliche bei der Bestattung einzusetzen. Damit ist im Erzbistum ein Prozess ins Rollen gekommen und kurz drauf folgte der Ausbildungskurs.

domradio.de: Um Bestattungen vornehmen zu können, muss man ausgebildet sein. Das Erzbistum Köln hat sich darum gekümmert. Wie sah diese Ausbildung aus?

Will: Solche Modelle gibt es ja bereits in anderen Bistümern. Und da gibt es verschiedene Modelle. Wir haben uns dazu entschieden, eine kompakte Ausbildung anzubieten, die sich über einen längeren Zeitraum hingezogen hat. Dabei gab es einen praktischen und einen theoretischen Teil.

domradio.de: Wie kann man sich das vorstellen?

Will: Wichtig war uns, dass die Ehrenamtlichen sich selber mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer beschäftigen. Was bedeutet das für sie selber und welche Erfahrungen bringen sie mit? Dann haben sie sich natürlich mit verschiedenen Themen befasst, wie etwa dem Wandel in der Bestattungskultur. Oder sie haben die christliche Theologie von Tod und Auferstehung kennengelernt. Sie mussten sich den Ablauf der kirchlichen Begräbnisliturgie genau anschauen und sich dort hineinfinden. Zu guter Letzt haben sie eine Anleitung bekommen, wie man ein Trauergespräch führt und dann konkret im Trauergottesdienst eine Traueransprache hält.

domradio.de: Was müssen die Bewerber denn von Einfühlungsvermögen bis liturgischem Wissen mitbringen?

Will: Es braucht schon gewisse Voraussetzungen und deswegen haben wir auch genau hingeschaut, wer denn infrage kommen könnte. Uns war wichtig, dass die Leute ein großes Stück Lebenserfahrung mitbringen. Sie müssen mit den Angehörigen reden können, es braucht dabei Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Zudem haben wir auch drauf geachtet, dass sie in der Gemeinde-Seelsorge engagiert sind. Bei denen, die wir nun ausgewählt haben, sind einige sogar in der Kranken- und Altenarbeit tätig. Sie haben also auch schon Kontakt mit dem ganzen Thema gehabt. Wichtig war uns auch, dass sie in der Gemeinde akzeptiert sind. Also, dass die Gemeinde sagt: die Frau sowieso oder der Herr sowieso, die kennen wir gut und bei denen können wir uns auch gut vorstellen, dass der uns bestattet.

domradio.de: Wird das denn von allen so akzeptiert? Wenn der Pfarrer dann nicht mehr vorne steht, kann es ja auch Leute geben, die sagen: "das ist ja jetzt eine Beerdigung zweiter Klasse."

Will: Es gibt Umfragen, die ausweisen, dass trauernde Angehörige sagen, es sei ihnen das Wichtigste, dass der Angehörige würdig bestattet wird. Vielen ist das mit dem Amt und dem Titel auch nicht so wichtig. Das ist für uns alle eine Herausforderung, die wir annehmen müssen. Das ist auch eine Chance.

Das Interview führte Verana Tröster.

(DR)

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