Bye, bye, Plastiktüte!
Bye, bye, Plastiktüte!

26.04.2016

Umweltbeauftragter zum Klimaschutz "moveo" im Erzbistum Köln Bye, bye, Plastiktüte!

Das Erzbistum Köln begrüßt, dass viele Händler ab Juli die Zahl der Plastiktüten reduzieren wollen. In der Bistumsverwaltung sind die Tütenzeiten längst vorbei. Selbst Büro-Mülleimer kommen ohne Plastikbeutel aus.

domradio.de: Die kostenlose Plastiktüte wird in Deutschland zum Auslaufmodell. Rund 260 Handelsunternehmen haben sich laut Umweltministerium dazu verpflichtet, von Juli an Geld für die umweltschädlichen Tragetaschen zu verlangen, um so den Verbrauch zu drosseln. Was denken Sie über diese freiwillige Selbstverpflichtung bei Plastiktüten?

Tobias Welz (Umweltbeauftragter im Erzbistum Köln): Es ist ein guter Schritt, dass wir da in die richtige Richtung kommen, es ist ein bisschen schade, dass man sich erst dazu verpflichten muss. Wenn das Bewusstsein des Konsumenten nämlich schon da wäre, dann bräuchten wir das nicht. Die Idee ist ja die Verpackungstüten zu minimieren, also andere Wege zu finden, wie wir unsere Materialien mitnehmen und transportieren können. Wir haben alle einen Rucksack oder eine Tragetasche. Wenn wir nicht beim Einkauf daran denken, zieht das die Tütenflut hinter sich her.

domradio.de: Mit seiner Klimaschutz-Initiative moveo möchte das Erzbistum Köln bis zum Jahr 2020 25 Prozent CO2 einsparen, was genau ist moveo?

Welz: Moveo ist die Initiative, die alle Aktivitäten zur Nachhaltigkeit im Erzbistum zusammenfasst. Da ist einmal das Klimaschutzkonzept mit seinen ganzen Aktivitäten in die Bistumsfläche hinein und das andere ist das Umweltmanagementsystem, was wir für die Bistumsverwaltung haben.

domradio.de: Die Arbeitsgruppe existiert seit sechs Monaten, was passiert da?

Welz: Da haben wir uns im Klimaschutzkonzept die wichtigen Pfeiler rausgesucht: den Gebäudebestand so energieeffizient als möglich zu bekommen, in der Mobilität zu schauen, wie kriegen wir es hin, die Bewegung so umweltverträglich als möglich hinzubekommen und die dritte Säule ist die Beschaffung.

domradio.de: Das heißt, Sie gehen in die Gemeinden und gucken sich z.B. die alten Heizungen an?

Welz: Genau, da haben wir einzelne Projekte dabei, wo wir wirklich eine Ölheizung gegen eine Pellet-Heizung austauschen.

domradio.de: In der Bistumsverwaltung gibt es zwei Elektroautos, wer fährt damit?

Welz: Einmal der tägliche Korridienst, der die Post ausfährt und zum anderen die Mitarbeitenden, die im Bistum unterwegs sind. Sie haben ein Poolfahrzeug, mit dem sie ihre 200 Kilometer durch die Gegend fahren.

domradio.de: Wie sieht es aus mit Fahrrädern?

Welz: Wir haben jetzt Dienstfahrräder eingeführt. Es gibt momentan 15 Stück an drei Standorten für die Bistumsverwaltung.

domradio.de: Klappt das denn mit der Klimaschutz-Initiative moveo 25 Prozent CO2 einzusparen?

Welz: Wir strengen uns sehr an, dass das hoffentlich klappen wird. Das ist kein einfaches Ziel, aber wir versuchen mit unseren Maßnahmen so schnell wie möglich dahin zu kommen.

domradio.de: Das kann man auch durch das Einsparen von Verpackungsmüll erreichen, oder?

Welz: Es ist eher ein bewusstseinsbildender Schritt, das ist keine so mächtige Maßnahme wie Gebäude zu sanieren, aber das ist bewusstseinsbildend bei den Leuten, die dann auch für Heizungen sensibel sind.

Wir machen das im Generalvikariat wie folgt: Wir haben einmal unser Müllsystem umgestellt, wir haben jetzt drei Eimer, die wir verschieden leeren, dort keine Tüten mehr, die werden ausgespült. Da vermeiden wir Tüten. Zum anderen haben wir unsere Büromaterialbeschaffung so umgestellt, dass wir keine Umverpackung mehr brauchen. Das heißt wir kriegen unsere Ware geliefert und wenn wir einen einzelnen Kugelschreiber bestellen, bekommen wir ihn einzeln und nicht mehr verpackt. Das geht mit einer Mehrwegbox, die geht wieder ihren Weg zurück. Damit haben wir wirklich Müllberge bei uns im ersten Innenhof vermieden, die sind jetzt nicht mehr da.

domradio.de: Kann man damit auch Geld sparen?

Welz: Natürlich, das geht Hand in Hand. Umweltschutz ist keine Fan­tas­te­rei, natürlich sparen Sie mit dem Vermeiden von Beuteln, als auch mit dem Ertüchtigen von Gebäuden und Heizungen Geld.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(dr)

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