Das frühchristliche Baptisterium in Köln
Das frühchristliche Baptisterium in Köln

03.04.2016

Neue Räumlichkeiten am Baptisterium an der Ostseite des Kölner Doms eingeweiht "Eine neue Fassung eines alten Schmucksteins"

Am Sonntag wurden die neuen Räumlichkeiten des frühchristlichen Baptisteriums an der Ostseite des Kölner Domes eingeweiht. Der älteste Taufort von Köln ist damit wieder zugänglich.

Der neue Vorraum ist ein großzügiger, rechteckiger Raum, der sich nach Osten durch ein Panoramafenster hin zur Stadt öffnet. "Die christlichen Konfessionen sollen sich hier ihrer Taufe erinnern, dem grundlegenden Sakrament unseres christlichen Glaubens", sagte Dompropst Gerd Bachner.

Das Baptisterium ist heutzutage kein sakraler Raum mehr, sondern Teil der Domgrabung und der archäologischen Zone. Der neugestaltete Ort lädt dazu ein, der eigenen Taufe zu gedenken sowie im ökumenischen Miteinander das Sakrament der Taufe zu bedenken. "Dieser Ort steht für die Taufe und auch die Ökumene", betonte Hannelore Bartscherer als Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln. Der Ausschuss zählt wie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Köln (ACK), der Evangelische Kirchenverband Köln genauso wie der Dombaumeister und der Stadtkonservator zu den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Baptisterium (ArGe Bap), die den Prozess seit 2006 inhaltlich begleitet hatten.

Gestaltung soll Passanten neugierig machen

"Es ist eine neue Fassung eines alten Schmucksteins der Stadt Köln", lobte Stadtdechant Monsignore Robert Kleine den Neubau des Raums, dessen Wände mit gefalzten Goldbronzeplatten verkleidet sind. Sie erinnern, wie Dombaumeister Peter Füssenich erläuterte, an die Vorhänge, mit denen das frühchristliche Baptisterium verhangen war. Füssenich verriet ein weiteres Detail des aufwändig gestalteten Neubaus: So seien die eingestreuten Steine des Terrazzofußbodens eine Reminiszenz an die Mosaike, mit denen das Baptisterium einst geschmückt war.

Clou des Innenausbaus ist eine raffinierte Lichtinstallation des Düsseldorfer Künstler Mischa Kuball, die den achteckigen Grundriss des Baptisteriums und die Christussymbole Alpha und Omega aufgreift. "Das Innenleben strahlt dank der Lichtinstallation nach außen und macht die Menschen neugierig, hineinzuschauen", so Kleine. Finanziert wurden die Innenarbeiten von der Kulturstiftung Kölner Dom sowie durch eine großzügige Spende von Gerhard Richter.

Wichtiger Identifikationsfaktor für Kölner Christen

Für alle Christen dieser Stadt sei das Baptisterium ein wichtiger Identifikationsfaktor, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker: "Alle Anstrengungen ab Sommer 2013 wie der Rückbau der alten Baumaßnahmen und der Wiederaufbau, all diese Anstrengungen haben sich gelohnt." Der evangelische Stadtsuperintendent Rolf Domnig zitierte in seiner Grußadresse Papst Franziskus‘ Wort von ‚Ein Glaube, ein Taufe, ein Herr‘ und hob hervor: "Der älteste Taufort von Köln ist nunmehr für alle Christen wieder zugänglich. Es ist ein wunderbarer Ort, an dem die Einheit des Glaubens vollzogen werden kann."
Das Baptisterium soll künftig im Rahmen von Führungen zu besichtigen sein, so die Dombauhütte.

Wegen des zu erwartenden großen Interesses wird es darüber hinaus zwischen dem 16. April und 1. Mai samstags von 10 bis 14 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Edgar Schnicke
(DR)

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