25.01.2016

Dombaumeister Füssenich über seine neue Aufgabe Eine nie endende Arbeit

Der Kölner Dom hat seit Kurzem mit Peter Füssenich einen neuen Dombaumeister. Im ausführlichen domradio.de-Interview spricht Füssenich über seinen Lieblingsort im Dom und eine Arbeit, die nie zu Ende geht.

domradio.de: Der Beruf des Dombaumeisters hat fast 800 Jahre Tradition hier in Köln, angefangen hat es mit Meister Gerhard, wie fühlt man sich da, wenn "Dombaumeister" auf der eigenen Visitenkarte steht?

Dombaumeister Peter Füssenich: Das ist natürlich ein erhebendes Gefühl. Ich war bisher ja der stellvertretende Dombaumeister, in dieser Tradition zu stehen, ist etwas Besonderes. In dieser Situation hält man natürlich einen Staffelstab in der Hand, von all den Menschen und Generationen vorher, die den Dom bisher in ihren Händen hatten und ihn in die nächste Generation gegeben haben, das ist unsere Situation der Dombauhütte. Wir machen es genauso und reichen den Staffelstab dann weiter.

domradio.de: Es heißt ja: "Wenn der Dom fertig ist, wird die Welt untergehen." Ist es nicht komisch, einen Job zu haben, bei dem man merkt, ich werde nie mit der Arbeit fertig?

Füssenich: Wir wollen natürlich nicht verantwortlich sein für den Weltuntergang, deshalb werden wir weiter am Dom arbeiten. Man muss versprechen, dass der Dom auch in den 50 Jahren nicht fertig wird, weil das das Wesen des Domes ist: Er muss ständig erhalten werden, um ihn in die nächste Generation zu geben, das ist nämlich Aufgabe der Dombauhütte.

domradio.de: Der Dom ist nicht nur ein beeindruckendes Bauwerk, für Sie als gelernter Architekt wahrscheinlich noch mehr als für unsereins, er ist auch eine der bedeutendsten Kirchen der Welt. Welche Rolle spielt für Sie der liturgische Aspekt für Sie?

Füssenich: Der ist natürlich immens wichtig und wenn man einmal in einem Pontifikalamt Gast ist und die Messe im Kölner Dom mitfeiert, dann erlebt man genau das, wozu der Dom eigentlich gebaut ist und das ist seine Bestimmung. All das, was da zusammenkommt, all die Menschen, die an diesem Gottesdienst teilhaben, mit der Musik, mit der Architektur - da kommt das zusammen, wofür der Dom eigentlich geschaffen ist.

domradio.de: Haben Sie denn einen Lieblingsort im Kölner Dom?

Füssenich: Das ist eine gemeine Frage. Ja, es gibt viele Lieblingsorte im Kölner Dom, beispielsweise im Innentriforium auf Höhe von 20 Metern im Westen. Wenn man dort steht und in diesen großen Raum, den Dom blickt, dann hat man so eine kleine Ahnung von dem, was der mittelalterliche Mensch, der den Dom ja damals begonnen hat zu bauen als Vision vor sich hatte: nämlich das größte Gebäude der Welt zu bauen. Das war es ja letztendlich auch im 19. Jahrhundert bei der Fertigstellung und das alles zur höheren Ehre Gottes.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

Das komplette Interview gibt´s hier als Video.

(dr)

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