Die Sterbebegleitung in Deutschland ist unzureichend
Sterbebegleitung

08.10.2015

Diözesanrat des Erzbistums Köln lehnt ärztliche Sterbehilfe ab Bessere Versorgung von sterbenden Menschen

Die Katholische Kirche hat vor der Entscheidung des Bundestages über die künftige Form der Sterbehilfe ihr entschiedenes Nein zu ärztlich begleiteten Suiziden betont.

"Aktives Eingreifen zur gezielten Lebensbeendung entspricht nicht unserem christlichen Selbstverständnis", sagte der Vizevorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Köln, Cornel Hüsch, am Donnerstag in Neuss. Auch eine gewerbliche oder kommerzielle Form der Sterbehilfe dürfe nicht zugelassen werden.

Stattdessen müssten die Hospizangebote sowie die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen - die sogenannte Palliativversorgung - ausgebaut werden, forderte Hüsch. Dazu müsse die ambulante Begleitung des Sterbens dauerhaft finanziell unterstützt werden und nicht in einer Kostendiskussion zerrieben werden.

Die Leiterin des Augustinus Hospizes in Neuss, Andrea Wilgo, forderte, dass die Sterbebegleitung stärker in die Ausbildung von Medizinern und Krankenschwestern aufzunehmen. Wichtiger als mehr stationäre Hospizplätze seien Menschen, die eine Sterbebegleitung zu Hause oder auch in Kliniken ermöglichten.

Der Bundestag will am 5. November darüber entscheiden, ob und in welcher Form Sterbehilfe erlaubt sein soll. Vier verschiedene Gesetzentwürfe liegen dazu auf dem Tisch: Sie reichen von einem völligen Verbot bis hin zu einer geregelten Freigabe von Beihilfe zum Suizid. Derzeit ist die aktive Sterbehilfe in Deutschland als Tötung auf Verlangen strafbar. Passive und indirekte Sterbehilfe, bei der lebensverlängernde Maßnahmen entsprechend dem Patientenwillen nicht eingeleitet oder abgebrochen werden, ist dagegen zulässig. Auch die evangelische Kirche lehnt eine gesetzliche Regelung ab, die eine medizinische Unterstützung zum Suizid schwer kranker Menschen ermöglichen würde.

Aufgabe des Diözesanrates ist es, den Erzbischof zu beraten sowie die Arbeit der Dekanate und Gemeinden des Erzbistums zu fördern. In dem Gremium sind katholische Organisationen und Verbände sowie Theologen des Erzbistums vertreten.

(epd)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Lieblingsorte im Kölner Dom

Dompropst, Dommusiker, Domlektorin, Domdechant und andere mehr: Sie alle haben uns ihre Lieblingsorte im Kölner Dom verraten.

Tageskalender

Radioprogramm

 27.11.2021
06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

16:00 - 19:00 Uhr

Der gute Draht nach oben!

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

Lichterfeier aus Taize

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Himmelklar Podcast

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…