Marienkirche in Krakau
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Kathedrale auf dem Wawel
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08.07.2015

Weltjugendtag 2016 in Krakau "Ganz tolle Vorzeichen"

Der Kölner Diözesanjugendseelsorger Mike Kolb war gerade in Krakau - dort findet im Juli 2016 der Weltjugendtag statt. Es wird ein sehr politisches Treffen in einer Stadt mit jugendlichem Charme, erzählt Kolb im domradio.de-Gespräch.

domradio.de: Warum hat die Tour nach Krakau ihre Vorfreude auf den Weltjugendtag "echt entfacht" - wie Sie auf Ihrer Facebookseite schreiben?

Mike Kolb (Diözesanjugendseelsorger des Erzbistums Köln): Das hat zwei Gründe. Zum einen ist Krakau eine wunderschöne Stadt. Man hat richtig Lust, in diese Stadt einzutauchen. Aber noch mehr: Wir sind mit den Verantwortlichen des Weltjugendtagbüros, die das Ganze vorbereiten, zusammengetroffen. Und man hat gemerkt, wie motiviert die Mitarbeiter waren, mit welcher Freude sie uns begrüßt haben und mit welchem Engagement sie dabei waren. Da habe ich gedacht: Wow, das sind ganz tolle Vorzeichen!

domradio.de: Sind denn die Vorbereitungen in Krakau schon in vollem Gang? 

Kolb: Absolut. Man hat den Mitarbeitern im Weltjugendtagbüro angemerkt, dass sie auf vergangene Weltjugendtage geschaut haben. Sie konnten die Knackpunkte früherer Weltjugendtage benennen. Sie haben schon jetzt - ein Jahr vorher - ein Konzept, wie sie zu erwartende Probleme angehen wollen. Zum Beispiel der öffentliche Personennahverkehr: Krakau hat knapp 700.000 Einwohner. Man rechnet mit 500.000 Dauerteilnehmern. Das Hinterland ist zwar relativ groß. Aber die Frage ist, wie man die Teilnehmer in eine Stadt bekommt, in der es keine S-Bahnen, keine Metro und keine U-Bahnen gibt. Außerdem wird die Straßenbahn von jedem unterbrochen, der einmal über die Straße geht. Dafür gibt es mehrere Lösungsideen: Busse sollen eingesetzt werden, es soll regionale Zentren statt einem großen Zentrum in der Mitte geben. Ich bin sehr zuversichtlich.

domradio.de: In den vorbereitenden Ankündigungen heißt es, dass der Weltjugendtag 2016 auch ein besonders politischer Weltjugendtag werden soll. Wie ist das gemeint?

Kolb: Wir haben das im Erzbistum Köln einmal so gesagt. Denn zum einen gibt es eine sehr tiefe, wenn auch zu manchen Zeiten betrübliche, Geschichte zwischen Deutschland und Polen. Die Beziehung zwischen den beiden Ländern ist in der Gegenwart aber von Freundschaft und Respekt getragen. Wir sehen unser Nachbarland Polen als Teil der Europäischen Union, aber auch als Teil des ehemaligen Ostblocks. Wir kennen die Lage in der Ukraine. Wer nach Polen kommt, der muss wissen: Wir sind in einem Europa, das einer großen Belastungsprobe ausgesetzt ist - auch durch den Euro.

Zum anderen sehen wir auch die Vergangenheit: In der Erzdiözese Krakau liegt Auschwitz. Auch dort bin ich am vergangenen Samstag gewesen. Und zum Weltjugendtag im nächsten Jahr kommen wir als Deutsche, deren Vorfahren dort unvergleichlich Schlimmes angerichtet haben.

Und: Viele Jugendliche aus dem Erzbistum Köln, die mit nach Krakau fahren, haben schlesische Wurzeln. Deren Großeltern haben dort gelebt, wo heute Polen ist. Wir werden vor Krakau nach Breslau fahren. Das hat ja auch eine Aussage. Es geht um die Kraft der Versöhnung und des Verstehens unter dem Dach des gemeinsamen Glaubens. All das zusammen hat auch eine politische Dimension. 

domradio.de: Eine weitere große Herausforderung ist immer die Logistik des Abschlussgottesdienstes sicher zu stellen. Da kommen sicher wieder Hunderttausende - weiß man denn schon, wo der Abschlussgottesdienst gefeiert werden soll?

Kolb: Lange Zeit sollte er auf der Blonia, der Papstwiese, stattfinden. Dort, wo Johannes Paul II. mehrfach mit den Krakauern Gottesdienst gefeiert hat. Dann hat man aber erkannt, dass es dort zu klein ist. Es kommen ja nicht nur die Weltjugendtagsteilnehmer, sondern auch viele Polinnen und Polen zu dieser Abschlussmesse mit Papst Franziskus. Und jetzt hat man ein Feld zwölf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt gefunden. Das sogenannte Campus Misericordiae: das Feld der Barmherzigkeit. Das wird extra für diesen Anlass fertiggestellt.  

domradio.de: Es ist noch etwas mehr als ein Jahr hin bis zu diesem Weltjugendtag. Aber schon vorher wird es in Köln einen Auftakt geben - am 26. September im Rahmen der Domwallfahrt. Was haben Sie da geplant?

Kolb: Wir wollen Lust machen auf eine lebendige Kirche, auf die Erfahrung von tragender Gemeinschaft, auf unser Nachbarland Polen, auf die Erfahrung der Weltjugendtage, auf die Begegnung mit zwei Päpsten: Johannes Paul II. und Franziskus. Das wollen wir tun, indem wir am 26. September abends mit Kardinal Woelki hier im Kölner Dom die Virgil feiern und junge Menschen dazu einladen. Und indem wir uns vorher im Kölner Jugendpark und durch verschiedene Workshops, Musik und kulinarische Köstlichkeiten wie Krakauer Würstchen auf den Weltjugendtag einstimmen wollen.    

domradio.de: Wenn Sie ein Jugendlicher fragt, was Krakau für eine Stadt ist: Was würden Sie ihm kurz und kompakt sagen?  

Kolb: Krakau ist eine wunderschöne Stadt mit tollem Flair, jugendlichem Charme, wunderbarer Tradition und tollen Kirchen.  

domradio.de: Und wenn ich dann als Jugendlicher merke: Mensch, da muss ich hin - was muss ich tun, wie kann ich mich anmelden?

Kolb: Auf unserer Website kann man sich anmelden und dann auch mitfahren.

 

Das Gespräch führte Hilde Regeniter.

(DR)

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