15.06.2015

Die neue Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge im Gespräch "Die Kirche im Dorf lassen"

Als erster Laie und erste Frau übernimmt die Theologin Petra Dierkes die Leitung der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbistum Köln. Im Interview spricht sie über die Herausforderungen an die Seelsorge in einer Kirche, die keine Volkskirche mehr ist.

domradio.de: Frau Dierkes, Sie nehmen heute Ihre Arbeit auf als Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge. Damit sind Sie die erste Frau im engsten Führungskreis des Erzbistums. Ist das ein Signal?

Dierkes: Ich denke, der Erzbischof setzt mit dieser Personalentscheidung auch ein Zeichen in das Bistum hinein, dass Laien nun verstärkt gefragt sind, dass Getaufte und Gefirmte jetzt Verantwortung übernehmen sollen für unsere Kirche. Bislang wurde das Amt ja stets von einem Priester eingenommen. Das ist genau das richtige Zeichen auch in die Seelsorgebereiche hinein, dass immer mehr Getaufte und Gefirmte Verantwortung übernehmen.

domradio.de: Für welche Bereiche und Mitarbeiter sind Sie zuständig?

Dierkes: Es sind über 300 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendseelsorge, der Ehe-, Familien- und Altenpastoral sowie der Kranken- und Notfallseelsorge. Ich kenne schon sehr viele Kolleginnen und Kollegen, weil ich zuvor viele Jahre in der Erwachsenenseelsorge und in der Medienarbeit tätig war. Da gab es immer wieder Kontakte in die verschiedenen Seelsorge-Bereiche hinein. Schon vor 15 Jahren habe ich in der Familienbildungsstätte in Bonn einen Fachbereich geleitet, so dass ich auch den Bereich Bildung und Dialog von innen her sehr gut kenne. Ich treffe also immer wieder auf Menschen, die ich von der Zusammenarbeit der vergangenen Jahre her kenne.

domradio.de: Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft?

Dierkes: Wir müssen als Kirche schauen, dass wir die Kirche im Dorf lassen, d.h. dass wir tatsächlich bei den Menschen bleiben. Das wird nicht mehr so funktionieren, wie wir das bislang als Volkskirche gewohnt waren. Die Volkskirche gibt es ja im engeren Sinne schon lange nicht mehr. Wir müssen schauen, dass wir uns in der Fläche durch kleine christliche Gemeinschaften neu aufstellen, dass wir in den Familienzentren präsent sind, in der Krankenhausseelsorge. Wir müssen dort verstärkt auch mit Ehrenamtlichen und Laien arbeiten, ebenso im Hospizbereich. Wir müssen ein Netzwerk von ganz unterschiedlichen Gemeinschaften aufbauen, die aus der Bibel heraus leben, in die Welt schauen und dann erkennen, wo sie gebraucht werden und Verantwortung übernehmen können. Ich wünsche mir, dass es zu einer lokalen Kirchenentwicklung kommt. Ich bin mir auch sicher, dass das gelingen wird. Wenn Menschen sich vom Evangelium wirklich angesprochen fühlen und dann sehen, was notwendig ist, dann geht es gar nicht anders, als in die Hände zu spucken und in die Welt hinaus zu gehen.

domradio.de: Worauf freuen Sie sich besonders?

Dierkes: Ich freue mich darauf, einen Bereich kennenzulernen, in dem ich noch nicht gearbeitet habe: das ist die Krankenhaus- und Notfallseelsorge. Am liebsten würde ich da mal einige Wochen hospitieren, um diesen Bereich von innen kennenzulernen. Da wird so wertvolle Arbeit geleistet.

Das Interview führte Ingo Brüggenjürgen.

(dr)

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