Eucharistiefeier am See Genezareth
Eucharistiefeier am See Genezareth
Kardinal Woelki und die Pilgergruppe in Tabgha
Kardinal Woelki und eine Pilgergruppe in Tabgha

10.04.2015

Kardinal Woelki auf Pilgerreise im Heiligen Land "Die Christen in Israel bedürfen unserer Solidarität"

Kölns Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ruft zur Unterstützung des Christentums in Israel auf. Er ist im Heiligen Land unterwegs und berichtet im domradio.de-Interview von der Besonderheit, die Heilige Schrift am Ort des Geschehens zu lesen.

domradio.de: Lassen Sie uns ein bisschen an Ihrer Reise teilhaben: Was hat Sie bislang besonders beeindruckt? 

Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln: Ich fahre als Präsident vom Heilig-Land-Verein. Dessen Aufgabe ist seit der Gründung 1855 christliches Leben im Heiligen Land zu fördern. Deswegen haben wir neben den Pilgerreisen, die wir anbieten, auch eine ganze Reihe von Einrichtungen, die wir unterhalten. 

Zum Beispiel die Schmidt-Schule in Jerusalem, wo wir versuchen, arabische Mädchen zu bilden und ihnen zu helfen, in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Das ist etwas, das mich sehr beeindruckt hat: In welch hoher Qualität hier junge Frauen ausgebildet werden, die ein deutsches Abitur machen und nahezu perfekt Deutsch sprechen. Viele von ihnen wollen in Deutschland studieren und danach nach Israel zurückkehren, um Palästina mit aufzubauen.

domradio.de: Fühlen Sie sich wohl in Israel - einem Land, das ja auch stark vom Nahost-Konflikt geprägt ist?

Kardinal Woelki: Auf jeden Fall. Israel ist ein sicheres Land. Auch in Palästina haben wir nichts von Unruhen mitbekommen. Das wird von den Medien bei uns in Deutschland manchmal etwas aufgeheizt. Es ist schon bedrückend, zu sehen, dass Palästina eingemauert ist. Wir waren gestern in Betlehem im Kinderhospiz und wenige Meter entfernt ist eine an manchen Stellen bis zu zehn Meter hohe Mauer. Es ist auch erschreckend zu sehen, wie viele Checkpoints dort sind und wie Israel palästinensische Gebiete bei möglichen Unruhen absperren kann. Und auf der anderen Seite ist es auch erschreckend, zu sehen, wie sich Israel des Landes, das den Palästinensern zusteht, bemächtigt und dort durch Siedlungsbau eingreift.

Was allerdings die Sicherheit angeht, da kann ich nur sagen: Es gibt keinen Grund, nicht in das Heilige Land zu fahren, das ja sehr viel mehr ist als Israel. Dazu gehören ja auch Teile von Jordanien und die palästinensischen Orte. Ich habe es schon als sehr friedlich hier erlebt. Wobei man natürlich schon mit der Realität konfrontiert wird, dass gerade Westbank oder auch Ostjerusalem unter israelischer, ich möchte fast sagen, Besatzung stehen.

domradio.de: Die Brotvermehrung ist eine der bekanntesten biblischen Erzählungen: Fünf Brote und drei Fische reichten für 5000 Männer. Kann man dieser biblischen Erzählung an historischer Stätte, in Tabgha, näher kommen als in Köln?

Kardinal Woelki: Das Heilige Land gilt ja als das fünfte Evangelium. Natürlich ist das etwas ganz anderes, die Heilige Schrift vor Ort in der geographischen, biblischen Landschaft zu erleben. Wir haben heute Morgen bei der Heiligen Messe im Evangelium gehört, wie der Auferstandene von Jerusalem nach Galiläa den Jüngern vorausgeht und am See Genezareth den Jüngern begegnet, die Jünger ihn erkennen und er ihnen das Brot bricht. Das ist natürlich eine ganz besondere Atmosphäre. Die Heilige Schrift im Heiligen Land zu lesen, das stärkt und fördert den eigenen Glauben. Ich kann wirklich nur dazu einladen, zu wagen, in dieses Land zu kommen, das über eine fantastische Landschaft verfügt. Es ist wirklich auch eine Stärkung des eigenen Glaubens.

Und wir fördern vor allen Dingen auch die Christen, die hier im Heiligen Land, weniger werden. Wir hatten hier 1948 noch zehn Prozent Christen, als der Staat Israel gegründet wurde. Gegenwärtig geht die die Zahl der Christen gegen ein bis zwei Prozent. Sie bedürfen unserer Solidarität. Ich kann wirklich nur dazu ermutigen, etwa die Angebote des Heilig-Land-Vereins, dessen Pilgerreisen sehr authentisch sind und auch Informationen über die politische Situation im Land geben, anzunehmen.

 

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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