09.02.2007

Erzbistum Köln stellt im domradio den Etat für 2007 vor Ausgeglicher Haushalt in schwierigen Zeiten

Der Haushalt 2007 des Erzbistums Köln schließt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 672 Mio. Euro ab. Damit liegt die Haushaltssumme geringfügig unter der des Vorjahres (674,5 Mio. Euro). Mit dem Projekt „Zukunft heute“ sei es gelungen, 2007 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, sagte Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp bei der Vorstellung des Haushalts in Köln.

Weitere Kürzungen sind vorerst nicht geplantSo sind von 90 Mio. Euro Einsparmaßnahmen im Projekt „Zukunft heute" bis zum Jahresende 2007 bereits 75 Mio. Euro realisiert; die restlichen 15 Mio. Euro folgen bis 2009. Weitere Kürzungen sind vorerst nicht geplant, wie Finanzdirektor Hermann Josef Schon betonte.Die Kirchensteuer ist mit fast 435 Mio. Euro oder 65 Prozent Anteil am Haushaltsvolumen für das Erzbistum Köln nach wie vor die wichtigste und größte Einnahmequelle. Hinzu kommen öffentliche Zuschüsse in Höhe von 138 Mio. Euro, mit denen zum Beispiel unter anderem die 33 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums finanziert werden. Weitere 99 Mio. Euro resultieren aus Kapitalerträgen, Mieten, Betriebserlösen und projektgebundenen Rücklagen. Die Ausgaben verteilen sich auf 312 Mio. Euro Zuweisungen und Zuschüsse - hierzu zählen Mittel für die Kirchengemeinden, für die Kindertagesstätten, für weltkirchliche Aufgaben oder Investitionen. 246 Mio. Euro betragen die Personalausgaben, vornehmlich für die pastoralen Mitarbeiter und Lehrkräfte, 57 Mio. Euro die Investitionen des Bistums etwa für den Unterhalt von Bauten, sowie nochmals der gleiche Betrag für Sachausgaben.Das diözesane Schwerpunktthema "Ehe und Familie"Das diözesane Schwerpunktthema "Ehe und Familie" dieses Jahres bilde sich ebenfalls im Haushalt ab, erläuterte Generalvikar Schwaderlapp. So wendet das Erzbistum aus Kirchensteuermitteln 55 Mio. Euro für die katholischen Kindertagesstätten, 33 Mio. Euro für Schulen, Hochschulen und Jugendbildungsstätten und über 13 Mio. Euro für die Ehe-, Familien- und Erziehungsberatung auf. Familien können mit zinslosen Baudarlehen im Gesamtumfang von 4 Mio. Euro vom Meister-Gerhard-Werk gefördert werden. In die Schwangerenberatung und die Einzelfallhilfe fließen 2,5 Mio. Euro aus Kirchensteuern, und die Familienbildung und -erholung wird mit 12 Mio. Euro gefördert.Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp: Statement bei der Haushalts-Pressekonferenz am 8. Februar 2007 in KölnSehr geehrte Damen und Herren,ganz herzlich begrüße ich Sie zu dieser Pressekonferenz und danke Ihnen für Ihr Interesse am Thema Kirchenfinanzen des Erzbistums Köln.Als Journalisten sind Sie es ja gewohnt, Synonyme zu kreieren, die oft Eingang in unseren täglichen Sprachgebrauch gefunden haben. So wird Köln dann immer zur ‚Domstadt', saisonal auch zur ‚Karnevalshochburg'. Selbst Synonyme, die längst nicht mehr stimmen, werden tapfer weiterverwendet. In vielen Zeitungen ist darum Michael Schumacher immer noch regelmäßig der ‚Kerpener'.Genauso langlebig ist für das Erzbistum Köln die Bezeichnung „eines der reichsten Bistümer der Welt". Auch wenn ein internationaler Vergleich aus verschiedenen Gründen nicht darstellbar ist, hat Köln unter den deutschen Bistümern tatsächlich die höchste Haushaltssumme.Das hat aber wenig bis gar nichts mit Reichtum zu tun: Ausschlaggebend ist in erster Linie die Zahl der Katholiken und in der Folge die Zahl der Kirchensteuerpflichtigen. Denn die Kirchensteuer ist für das Erzbistum Köln nach wie vor die wichtigste und größte Einnahmequelle. Zwei Drittel unserer Einnahmen (fast 435 Mio Euro) stammen aus der Kirchensteuer.Und auch wenn sie den Namen Steuer führt und über die Finanzämter einbehalten wird, handelt es sich eben nicht um eine staatliche Subvention für die verfassten Kirchen, es handelt sich um einen Mitgliedsbeitrag, durch den sich alle Katholiken - ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend - an den Aufgaben der Kirche beteiligen.Meine Damen und Herren, in den vergangenen zwei Jahren haben wir Ihnen statt einer Haushaltspressekonferenz die Maßnahmen von „Zukunft heute" vorgestellt. Das erklärte Ziel dieses Projekts war, im Jahr 2007 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Dies ist uns gelungen. Der Bistumshaushalt 2007 schließt mit etwas mehr als 672 Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen ab. Damit sind Einsparungen in Höhe von 75 Millionen Euro wirksam umgesetzt. Das heißt allerdings nicht, dass die restlichen 15 Millionen Euro, die wir durch „Zukunft heute" einsparen, nicht mehr nötig sind. Vielmehr brauchen wir auch dieses Potenzial, um den tendenziell rückläufigen Einnahmen begegnen zu können und nicht direkt in die nächsten Sparüberlegungen einsteigen zu müssen. Daran ändert auch die zuletzt positive Steuerentwicklung nichts, die im Übrigen bei den Kirchen deutlich schwächer ausfällt als beim Staat.„Zukunft heute" war darüber hinaus von Anfang an so angelegt, dass das Projekt ermöglichen sollte, auch neue - inhaltliche - Akzente zu setzen. Das Jahr 2007 steht in unserem Erzbistum ganz im Zeichen von Ehe und Familie. Unser Kardinal hat aber von Anfang an sehr deutlich gemacht, dass es gerade bei diesem Thema nicht um ein einmaliges, einjähriges Schwerpunktthema gehen kann und darf, sondern dass dies nur ein Impuls sein kann, der all unsere Arbeit in den kommenden Jahren prägen soll. Sehr bewusst haben wir daher diesen Schwerpunkt auch in unserem Bistumshaushalt abgebildet. Herr Schon wird Ihnen jetzt die wichtigsten Daten unseres Haushalts darstellen und nachher auch die verschiedenen Haushaltspositionen, mit denen wir uns im Zukunftssektor „Ehe und Familie" engagieren, erläutern.

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