01.10.1999

Im Erzbistum Köln soll es bald ein privatrechtliches Radio geben domradio soll auf Sendung gehen

KÖLN. Das Bildungswerk der Erzdiözese Köln e.V. hat bei der NRW-Landesanstalt für Rundfunk heute einen Lizensierungs-antrag für einen kirchlichen Radiosender im Erzbistum Köln gestellt. Mit der Bewilligung wird für Ende Oktober / Anfang November gerechnet. Dieser Sender, der Anfang des nächsten Jahres seinen Betrieb aufnehmen wird, soll den Namen DOM-Radio führen, wobei die Buchstaben auch für „direkt, offen, mittendrin" stehen. Beabsichtigt ist ein 24-Stunden-Vollprogramm mit den inhaltlichen Schwerpunkten: Information, Bildung, Kultur, Lebenshilfe, Soziales, Service, Liturgie, Spiritualität, Unterhaltung, Beratung. In der Anlaufphase wird es ein 24-Stunden-Programm geben, von dem zehn Stunden täglich live moderiert werden. Neben Welt-und Kirchennachrichten soll das Programmangebot den unterschiedlichen Gruppierungen eine Plattform bieten, um das kirchliche Leben darzustellen, Service-Angebote bekannt zu machen, aus der Region zu berichten, Gottesdienstübertragungen und Berichte über religiöses Brauchtum zu ermöglichen.Verbreitet wird das privatrechtliche Vollprogramm über Satellit; Anträge auf Einspeisungin die Kabelnetze im Bereich des Erzbistums Köln werden gestellt (ca. zwei Millionen Wohneinheiten). Investitionskosten werden kaum anfallen, weil das Bildungswerk des Erzbistums seit zehn Jahren mit großem Engagement und Erfolg bereits im Privaten Rundfunk arbeitet und über das notwendige Radio-Equip-ment verfügt. Die laufenden Kosten werden, einschließlich Personal, auf etwa drei Millionen Mark pro Jahr veranschlagt. Werbung, beziehungsweise Sponsoring werden zur Finanzierung nicht ausgeschlossen. Die Redaktion wird aus sechs RedakteurenAin-nen, drei Redaktionsassistenten/-innen und einem Techniker bestehen. Hinzu kommen freie Mitarbeiter. Standort für diese Redaktion wird das DomForum in Köln. „Soft-AC" heißt mit einem Fachwort das Musikformat des angehenden Senders: Rock-Soft, Rock-Pop oder noch eher unter dem Begriff „Kuschel-Rock" bekannt. Daneben wird es eine „klassische Schiene" geben, aber auch deutsche und „kölsche" Titel. Das Radioprogramm soll ohne Hektik und Stress unterhalten, zugleich aber auch spannend informieren.Als Hörerschaft zielt der künftige Sender sowohl kirchlich sozialisierte und in der Kirche beheimatete Christen an als auch die „treuen Fernstehenden", also Menschen, die eher nur bei Lebenswenden (Geburt, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit, Beerdigung) Kontakt mit der Kirche suchen. Ergänzt wird diese Zielgruppe durch „Menschen guten Willens", kirchlich eher Entfremdete, die jedoch wertnormativen und kirchlichen Standpunkten offen gegenüber stehen.Das neue Radio-Projekt baut auf zehnjährige Radioerfahrung in neun Radiowerkstätten auf, die den lokalen Rundfunksendern redaktionelle Beiträge zuliefern und im Bürgerfunk Magazine und Reportagen gestalten. Im Domjubiläumsjahr 1998 war bereits während der Phase der Domwallfahrt im Rahmen der rundfunkrechtlichen Möglichkeiten unter dem Namen DOM-Radio ein 14-tägiges Vollprogramm live gestaltet worden. Innerhalb und außerhalb des Erzbistums war dieses Programm positiv gewürdigt worden.                      

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