24.09.1999

Nachrichtenarchiv 24.09.1999 17:22 Erzbistum Köln beantragt Lizenz für domradio

Das Bildungswerk der Erzdiözese Köln e.V hat am 22. September bei der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen (LfR) in Düsseldorf einen Lizenzantrag für einen kirchlichen Radiosender im Erzbistum gestellt. Über den Antrag wird voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November entschieden. Der Hörfunksender, der im Falle eines positiven LfR-Entscheids bereits Anfang des nächsten Jahres seinen Betrieb aufnehmen könnte, soll den Namen Dom Radio führen und seinen Sitz in Köln haben.Geplant ist laut einer Mitteilung des Presseamtes der Erzdiözese Köln vom 21. September ein rund um die Uhr ausgestrahltes Vollprogramm mit den inhaltlichen Schwerpunkten Information, Bildung, Kultur, Lebenshilfe, Soziales, Service, Liturgie, Spiritualität, Unterhaltung, Beratung. In der Anlaufphase werde es ein 24-Stunden-Pro-gramm geben, von dem 10 Stunden täglich live moderiert würden. „Neben Welt- und Kirchennachrichten soll das Programmangebot den unterschiedlichen Gruppierungen eine Plattform bieten, um das kirchliche Leben darzustellen, Service-Angebote bekannt zu machen, aus der Region zu berichten, Gottesienstübertragungen und Berichte über religiöses Brauchtum zu ermöglichen", so das Presseamt der Erzdiözese weiter. Die namensgebenden Buchstaben Dom stünden auch als Abkürzung für „direkt, offen, mittendrin".Verbreitet wird das private Vollprogramm über Satellit; zudem werden Anträge auf Einspeisung in die Kabelnetze im Bereich des Erzbistums Köln (zirka 2 Mio Wohneinheiten) gestellt werden. Investitionskosten würden für das Dom Radio kaum anfallen, hieß es weiter, „weil das Bildungswerk des Erzbistums Köln seit 10 Jahren mit großem Engagement und Erfolg bereits im privaten Rundfunk arbeitet und über das notwendige Radio-Equipment verfügt." Die laufenden Kosten werden, einschließlich Personal auf etwa 3 Mio DM pro Jahr veranschlagt. Werbung und Sponsoring werden zur Finanzierung nicht ausgeschlossen.Die Redaktion von Dom Radio soll aus sechs Redakteuren, drei Redaktionsassistenten und einem Techniker bestehen. Hinzu kommen freie Mitarbeiter. Standort für diese Redaktion wird das „Dom Forum" in Köln sein, das direkt gegenüber dem Kölner Dom liegt. Das Musikformat des geplanten Radios soll Soft-AC (Rock-Soft, Rock-Pop) sein, aber nicht ausschließlich. Daneben wird es nach Angaben des Presseamtes der Erzdiöse „eine 'klassische Schiene' geben, aber auch deutsche und 'kölsche' Titel".Christen und „treue Fernstehende"Als Hörerschaft ziele der künftige Sender, so heißt es weiter, „sowohl kirchlich sozialisierte und in der Kirche beheimatete Christen an als auch die 'treuen Fernstehenden', also Menschen, die eher nur bei Lebenswenden (Geburt, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit, Beerdigung) Kontakt mit der Kirche suchen." Ergänzt werde diese Zielgruppe „durch 'Menschen guten Willens', kirchlich eher Entfremdete, die jedoch wertnormativen und kirchlichen Standpunkten offen gegenüber stehen." Das neue Radio-Projekt baut auf die rund 10-jährige Radioerfahrung in neun katholischen Radiowerkstätten auf, die den lokalen Privathörfunk-Stationen redaktionelle Beiträge zuliefern und im Bürgerfunk Magazine und Reportagen gestalten. Im Domjubiläumsjahr 1998 war bereits während der Phase der Domwallfahrt im Rahmen der rundfunkrechtlichen Möglichkeiten unter dem Namen Dom Radio ein 14-tägiges Vollprogramm live gestaltet worden (vgl. FK 34/98). Innerhalb und außerhalb des Erzbistums war dieses Programm positiv gewürdigt worden.Mitte vorigen Jahres war das in Ludwigshafen angesiedelte, im Dezember 1996 gestartete katholische private Radio Campanile in Konkurs gegangen (vgl. FK 29/98). Mehrere evangelische Landeskirchen betreiben in Berlin seit 1997 das private Radio Paradiso, das sich auf dem hart umkämpften Hörfunkmarkt in der Hauptstadt ebenfalls finanziell schwer tut und zur Jahreswende 1998/99 den Konkurs gerade noch abwenden konnte (vgl. FK 1/99).                                             24.9.99/FK

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