Bei der Katechese von Burkhard Hofer geht es munter zu
Bei der Katechese von Burkhard Hofer geht es munter zu
Die Viertklässler beherzigen die Abstandsregeln
Die Viertklässler beherzigen die Abstandsregeln
Burkhard Hofer hat für jedes Kind ein "Segenstütchen" mit einer Feder und einem Segensbändchen
Burkhard Hofer hat für jedes Kind ein "Segenstütchen" mit einer Feder und einem Segensbändchen
Schulleiterin Gertrud Trebels wollte den Schulabgängern trotz Corona einen feierlichen Abschied ermöglichen
Schulleiterin Gertrud Trebels wollte den Schulabgängern trotz Corona einen feierlichen Abschied ermöglichen
Zum Abschied gibt es für beide Lehrer der vierten Klasse zum Dank Geschenke
Zum Abschied gibt es für beide Lehrer der vierten Klasse zum Dank Geschenke

27.06.2020

Domsingschule: Viertklässler feierlich verabschiedet Flügge geworden und mit einem Segen entlassen

Zumindest die letzten zwei Wochen waren fast wieder so etwas wie „normal“. Die Grundschulen waren noch einmal zum Regelunterricht zurückgekehrt. Nun hieß es für die vierten Schuljahre Abschied nehmen: aber unter strengen Hygieneauflagen.

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"Schade, dass ich jetzt schon gehen muss." Oder: "Super – die coolen Projekte, der Chor, die Turnhalle, der Musikunterricht." Fein säuberlich mit Tintenschrift haben die Neun- und Zehnjährigen zum Abschied von der Kölner Domsingschule noch einmal in einem Brief notiert, mit welchen Gefühlen sie sich von ihrer vierjährigen Grundschulzeit trennen, was ihnen besonders gefallen hat und was zu den bleibenden Erinnerungen zählen wird. Aufwendig verziert mit einem großen roten Herzen, einem bunten Regenbogen, Blumen und anderen Ornamenten stellen sie ihrer Grundschule am Ende auch ihrerseits ein exzellentes Zeugnis aus oder verfassen – je nach dem – sogar so etwas wie einen kleinen handgeschriebenen und kunstvoll gestalteten Liebesbrief, der in der ersten Zeile mit der Anrede beginnt: "Liebe Domsingschule…"

"Ich bin sehr dankbar für meine Klasse und meinen Lehrer: Wir sind wie eine Familie geworden", steht da beispielsweise zu lesen. Auf einem anderen Bogen Papier heißt es: "Ich hoffe, dass ich alle an der Domsingschule schon bald wiedersehe." "Die Chorfahrt – die würde ich sofort noch einmal machen", schreibt Laura. Und Valerio vermerkt: "Ich fand schön, dass wir gelernt haben, Respekt voreinander zu haben." Aber auch gut gemeinte Tipps in der Kategorie "Anregungen für Verbesserungsvorschläge" gibt es: "Mehr Stunden, in denen man Bücher lesen kann!“ Oder: "Am liebsten hätte ich jeden Tag Chorprobe gehabt!" Und auch das Fazit: "Corona war nicht so toll und Homeschooling manchmal anstrengend!"

Was trägt angesichts der Ungewissheiten in Zeiten von Corona?

Für 45 Kinder der Kölner Domsingschule hieß es an diesem Freitag Abschied zu nehmen und auf manches, was sonst üblicherweise zum Abschlussritual am letzten Schultag gehört – wie die traditionelle Aufführung eines biblischen Musicals mit dem Schulchor, für das sonst monatelang vorher geprobt wird – zu verzichten. Die diesjährigen Abstands- und Hygieneregeln ließen bei der deutlich abgespeckten Feierstunde in der Aula nur jeweils eine der beiden Klassen mit ihren Eltern zu, die dann eher verstreut – auch das ein ungewohntes Bild – und ohne Geschwisterkinder oder die übrigen Klassen eins bis drei in dem weitläufigen Saal saßen. Schulleiterin Gertrud Trebels führte Listen und begrüßte bei dieser Gelegenheit am Eingang jedes Elternpaar persönlich. Denn eingelassen wurde nur, wer zu den beiden Feiern angemeldet war. Die Vorschriften in Zeiten von Corona machten diesen bürokratischen Schritt unumgänglich.

Die Sehnsucht nach Verbundenheit und Gemeinschaft ist hoch – gerade wenn körperlicher Kontakt und herzliche Umarmungen, wie sie bei solchen Abschiedsfeiern nun mal dazugehören, wegfallen und konsequent vermieden werden müssen. Und am Ende der Grundschulzeit stellen sich viele Fragen: Was war? Was bleibt? Was wird kommen? Was gibt mir Zuversicht und Vertrauen? Was wird mich angesichts der vielen Ungewissheiten – gerade in Zeiten von Corona – tragen?

Schulseelsorger Hofer: Gottes Zusage an uns steht

Schulseelsorger Burkhard Hofer bietet in einem feierlichen Wortgottesdienst den Kindern wie Eltern Antworten aus der Bibel an. Ins Zentrum seiner Katechese stellt er dabei das Psalmwort „Im Schatten deiner Flügel bin ich geborgen", um an diesem Bild zu veranschaulichen, was es heißt, der Zusage Gottes zu trauen, dass er immer und überall da ist, Schutz, Sicherheit und Geborgenheit schenkt. "Gottes Zusage an uns steht", betont Hofer mit Nachdruck. "Wir dürfen daran glauben, dass er mitten unter uns ist und wir mit allen unseren Gefühlen zu ihm kommen können – beim Blick zurück, aber auch bei dem nach vorn." Wer auf Gott vertraue, dem würden Flügel wachsen, der sei leicht wie ein Vogel und spüre eine große Freiheit.

Dann erzählt der Seelsorger den Schulabgängern von einer "Adler-Mama", die ihre Jungen aus dem Nest drängt, damit sie flügge würden und fliegen lernten. Und während diese in den Abgrund stürzten, würden sie von ihren Eltern im freien Fall wieder aufgefangen. Die noch unerfahrenen kleinen Adlerjungen würden bei ihren ersten eigenständigen Versuchen ins Leben hinaus jederzeit behütet, in die Freiheit auf ihren ganz eigenen Weg entlassen, aber bei drohender Gefahr immer wieder eingeholt und vor Unheil bewahrt. Genauso verhalte es sich mit Gott, erklärt Hofer. "Gott traut uns etwas zu, begleitet jeden einzelnen Schritt im Leben, trägt uns und hilft uns auf, wenn es mal nicht weitergeht." Immer habe Gott Geduld mit den Menschen und schreibe sie nicht ab. Das ist die zentrale Botschaft, die er den Viertklässlern mitgeben will.

"Den jungen Adlern vergleichbar werdet Ihr nun flügge", wendet sich Hofer an seine jungen Zuhörer, bevor er sie am Ende des Gottesdienstes mit dem Segen entlässt. "In den zurückliegenden vier Jahren habt Ihr viel gelernt und wagt nun einen weiteren großen Schritt, um selbständiger zu werden", resümiert er noch einmal. Abschließend gibt der Schulseelsorger jedem einzelnen mit auf den Weg: "Hab Vertrauen und Zuversicht: Denn im Schatten von Gottes Flügeln bist Du geborgen."

Beatrice Tomasetti

(DR)

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