Ahnenforschung im Staatsarchiv in Bayern
Ahnenforschung im Staatsarchiv in Bayern

10.06.2018

Ahnenforschung erlebt Boom in Deutschland Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Ein eigenes Ministerium, Projekte zum Heimatschutz oder Fragen nach der kulturellen Identität: Die Debatte um Heimat hat Hochkonjunktur – und bewegt sich oft auf einer abstrakten Ebene. Konkret wird Heimat etwa, wenn es um die eigenen Vorfahren geht.

"Viele Menschen interessieren sich für die eigenen Wurzeln", sagt der Eisenacher Ahnenforscher Christian Hoske. Das Wissen um die Familiengeschichte könne ein Gefühl von Identität, Verwurzelung und Zusammenhalt stiften. Ein Bedürfnis, das von der aktuell schnelllebigen Zeit befördert werde.

Ein Problem: Selten reichen die kollektiven Erinnerungen einer Familie weiter als zu Opa, Oma und dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht erinnert noch ein altes Fotoalbum an Personen, die davor lebten. Mit etwas Glück weiß einer der Lebenden, wer die Menschen auf den Bildern waren, wie sie hießen, wo sie lebten, und in welcher Verbindung sie zur Familie standen. Die Arbeit der Ahnenforscher beginnt dort, wo das Wissen der Lebenden aufhört.

Taufe, Trauung oder Tod

Eine Fleißarbeit: Manch einer begibt sich selbst auf die Suche, andere beauftragen einen Experten. Personennamen sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Mit ihnen lassen sich in den 1876 eingerichteten Standesämtern Informationen zu Geburtsort, Eltern und Ehepartnern nachschlagen.

Für Angaben vor 1876 sind Kirchenbücher die wichtigste Informationsquelle. Sie enthalten Daten zu Taufe, Trauung oder Tod, aber auch weitere Hinweise etwa zu unehelichen Kindern oder dem beruflichen Werdegang. Die frühesten Kirchenbücher stammen aus dem 14. Jahrhundert. Darüber hinaus bieten Passagierlisten, Adressbücher oder Kriegsstammrollen Anhaltspunkte zur Familiengeschichte.

Online stöbern

Zwischen verstaubten Buchdeckeln schlummert so manches Geheimnis: "Meine Arbeit hat etwas von einem Detektiv auf Spurensuche", sagt Ahnenforscher Hoske, der im Auftrag von Familien die Ahnenreihen rekonstruiert. Die alten Dokumente lieferten "wahnsinnig viele Informationen". Aus weiteren Puzzleteilen wie Wetterphänomenen, Seuchen wie der Pest, Morden oder Gerichtsverfahren ließen sich Fäden zu einem Netz spinnen und Geschichten von Einzelpersonen erzählen.

Ein Ahnenforscher braucht vor allem Zeit, um die entsprechenden Informationen aufzustöbern und mit Quellen zu belegen. Bisher müssen Interessierte oft noch in den Archiven der Gemeinden und Bistümer nachforschen. Mit Projekten zur Digitalisierung wollen die beiden großen Kirchen in Deutschland die Recherche vereinfachen. Die Portale Matricula und Archion stellen einige katholische und evangelische Kirchenbücher online gegen Gebühr zur Verfügung. Von katholischer Seite beteiligen sich etwa die Diözesen Passau, Hildesheim, Paderborn und Münster. Künftig sollen es mehr werden.

500 Millionen historischen Originaldokumenten

Auch andere kommerzielle Internetportale leisten Hobby-Ahnenforschern Hilfestellung. "Ancestry" etwa bietet nach eigenen Angaben mit rund 500 Millionen historischen Originaldokumenten die größte Plattform im deutschsprachigen Raum. Kunden können dort digitalisierte und transkribierte Dokumente auf Namen, Vornamen und Geburtsort der Vorfahren durchsuchen und einen Stammbaum erstellen. Problematisch ist, dass die Angaben oft nicht durch Quellen abgesichert und nachprüfbar sind.

"Die größte Herausforderung ist die Schrift", gibt der Ahnenforscher Hoske zu bedenken. Die älteren Dokumente seien in der Regel in altdeutscher Schrift wie Kurrent, Fraktur oder Sütterlin verfasst, die katholischen Bücher zudem in lateinischer Sprache. Auch die Handschriften mancher Pfarrer sind nicht einfach zu entziffern. Digitalisierte Urkunden erleichtern Familienforschern künftig mehr und mehr die Recherche, da weite Anfahrtswege zu Archiven entfallen.

Künftigen Ahnenforschern stellt sich aber ein anderes Problem: Das in der Vergangenheit recht geschlossene System von Familiennamen – zentrale Stütze der Genealogie – verliert an Bedeutung. Heutzutage behalten Ehepartner oft ihre Namen, und auch die Ehe als Form der Partnerschaft verliert an Bindungskraft. Das erschwert es künftig, Familienverhältnisse nachzuvollziehen.

Anna Fries
(KNA)

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