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Erzbischof Koch: Wieviel "C" steckt in der CDU?
Erzbischof Heiner Koch
Erzbischof Heiner Koch

01.07.2017

Erzbischof Koch sorgt sich um das "C" bei den Christdemokraten "Christliche Position nicht verstanden"

Sie wird nun kommen, die "Ehe für alle". Doch die Zustimmung von 75 Bundestagsabgeordneten der Union zur Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare hat beim katholischen Erzbischof von Berlin, Heiner Koch, Fragen aufgeworfen.

Er habe vor der Entscheidung im Bundestag mit vielen CDU-Politikern geredet, sagte Koch, der auch Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz ist, der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). "Denen geht es mit ihrer Zustimmung um die Anerkennung verschiedener Gemeinschaftsformen. Da muss ich zur Kenntnis nehmen, dass unsere christliche Position, nicht verstanden worden ist."

"Segnung kommt nicht in Frage"

Weiter sagte Koch: "Was für mich bedrückend ist: Ich erhalte stapelweise Briefe von Menschen, die sagen, dass die AfD inzwischen die einzige Partei sei, die noch christliche Werte vertritt." Auf die Frage ob er ausschließe, dass es in der katholischen Kirche ähnlich wie in einigen evangelischen Gemeinden einen Segen für Ehen von Homosexuellen geben werde, antwortete der Erzbischof: "Wir werden alles unterlassen, was die Vermutung nahelegt, Verbindungen Homosexueller seien mit der Ehe gleich. Eine Segnung kommt deshalb nicht in Frage. Die Ehe ist für uns ein Sakrament, das der Schöpfungsordnung entspricht."

Die politische Debatte in den vergangenen Tagen habe er"sehr aufmerksam" verfolgt, sagte Koch. "Viele, die die Institution Ehe lange Zeit als lebensfeindlich und als Auslaufmodell bekämpft haben, sind mittlerweile zu glühenden Verfechtern der 'Ehe für alle' geworden. Das kann ich nicht nachvollziehen."

"Nicht alles in einen Pott werfen"

In der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" betonte der Familienbischof, er wolle nicht in Abrede stellen, dass auch in schwulen und lesbischen Beziehungen konservative und christliche Werte gelebt würden. Auch dort gebe es zudem Treue und Verlässlichkeit. "Aber man soll bitte nicht alles in einen Pott werfen. Das Problem unserer Gesellschaft ist das Missverständnis, dass man Gleichwertigkeit schafft, indem Differenzierungen aufgehoben werden."

Der Bundestag hatte am Freitag mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linken und zahlreichen Unions-Abgeordneten die "Ehe für alle" beschlossen. Der Bundesrat wird sich voraussichtlich am 7. Juli mit dem Gesetz befassen.

(KNA)

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