Wie bekommt man Familie und Beruf unter einen Hut?
Wie bekommt man Familie und Beruf unter einen Hut?

25.01.2017

Studie zur Vereinbarkeit von Arbeit und Familie Unternehmen sind gefragt

Vati im Betrieb, Mutti zu Hause - das war einmal. Laut einer Studie sind es vor allem Männer, die sich mehr Familienzeit und flexiblere Arbeitszeitmodelle wünschen. Nicht nur die Politik, auch die Betriebe sind gefragt.

Auch für Betriebe zahlt es sich aus, wenn sie sich für familienfreundliche Arbeitszeitmodelle einsetzen. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) in Berlin vorstellte. Arbeitnehmer sind danach zufriedener und ihre Bereitschaft wächst, sich auch längerfristig an den Betrieb zu binden. Und ob das Unternehmen solche Modelle anbieten kann, hängt nach Ansicht der Studien-Autoren entscheidend vom Gestaltungswillen der Unternehmen ab. Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) befragte für die Untersuchung rund 800 erwerbstätige Paare mit Kindern unter 13 Jahren.

Unternehmen gefordert

Die Politik habe in den vergangenen Jahren einiges getan, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Als Beispiele nannte Schwesig unter anderem die Einführung der Elternzeit, das Lohngerechtigkeitsgesetz und das Vorhaben ihrer Parteikollegin, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit durchzusetzen.

Nun seien die Unternehmen gefordert. Die Studie zeige, dass die Wünsche von Eltern nach flexiblen Modellen keine Belastung für ihre Arbeitgeber darstellten, so Schwesig. Sie müssten von Unternehmen als Chance begriffen werden, in eine familienfreundliche Unternehmens- und Führungskultur zu investieren. Es zeige sich, dass der Arbeitnehmer dies mit einer hohen Loyalität zum Betrieb "belohne".

Schwesig warb dafür, dass auch eine längere Elternzeit für Väter in immer mehr Betrieben selbstverständlich sein müsse. Zwei Monate Elternzeit dürften überhaupt kein Thema mehr sein.

Wunsch und Wirklichkeit

WZB-Präsidentin Jutta Allmendinger betonte, dass vor allem bei Vätern Wunsch und Wirklichkeit weit auseinanderklafften: Während demnach 83 Prozent keine oder höchstens zwei Monate Elternzeit genommen haben, wünschten sich mehr als die Hälfte mindestens drei Monate Elternzeit. Derzeit seien es vor allem finanzielle und berufliche Nachteile, die Väter davon abhielten, eine längere Elternzeit zu nehmen.

Schwesig betonte, vielleicht seien die Väter in den vergangenen Jahren bei Überlegungen zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu wenig in den Blick genommen worden. Die Studie zeige, dass bei ihnen der Wunsch nach einer gleichberechtigten Aufteilung sogar stärker ausgeprägt sei: Während dies laut Studie 35 Prozent der Mütter besser finden, sind es bei den Vätern 42 Prozent. Sie seien damit der eigentliche "Motor des Wandels", so Schwesig.

Laut Allmendinger ist eine partnerschaftliche Vereinbarkeit dann eher möglich, wenn Eltern in Betrieben arbeiten, die Familienfreundlichkeit mit Gleichstellungszielen verbinden. In diesem Zusammenhang sollten Frauen und Männer Voll- und Teilzeitmodelle ohne Karrierenachteile flexibel nutzen können. Laut der Untersuchung wünschen sich Paare vor allem dynamische Arbeitszeitmodelle, die es erlauben, dass mal der eine und mal der andere Partner seine Wochenstunden im Betrieb reduziert.

Flexibilität gefragt

Immerhin erklären rund 20 Prozent der Befragten, dass sie in Betrieben arbeiteten, die ihnen ein hohes Maß an Flexibilität zugestehen. Dieser Betriebstypus finde sich bei Beschäftigten aller Qualifikationsniveaus und in allen Wirtschaftszweigen wieder, so Allmendinger.

Die Studie zeigt allerdings, dass die Häufigkeit dabei sehr unterschiedlich ist: So verwundert es nicht, dass es vor allem die öffentliche Verwaltung und Unternehmen aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsektor sind, die solche flexiblen Arbeitszeitmodelle erlauben. Nicht so gut sieht es dagegen unter anderem bei Handelsunternehmen und dem Gastgewerbe aus - auch das dürfte kaum verwundern.

Birgit Wilke
(KNA)

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