Eine Kirche entsteht auf dem Festival-Gelände
Eine Kirche entsteht auf dem Festival-Gelände

14.07.2016

Weeze wird zur Festival-Stadt "Parookaville" mit Kirche und Rathaus Electro-Dance-Festival bekommt eine Kirche

Für das Electro-Dance-Festival Parookaville entsteht in Weeze eine vorübergehende kleine Stadt. Wasserleitungen werden verlegt und sogar Rathaus und Kirche gebaut. In diesem Jahr wird sich dort sogar ein Pärchen das Jawort geben.

Es gibt eine Kirche und ein Postamt - dabei ist Parookaville eigentlich gar keine Stadt. Wobei: für drei Tage schon. Von Freitag bis Sonntag (15. bis 17. Juli) werden rund 50.000 Besucher zu dem Festival für elektronische Tanzmusik auf dem Flughafen Weeze am Niederrhein erwartet. Sie werden für drei Tage zu den "Bürgern" Parookavilles. Auf der Bühne stehen dann bekannte Künstler der Electro-Dance-Music-Szene (kurz: EDM) wie Martin Solveig, Lost Frequencies und Felix Jaehn.

Temporäre Straßenschilder

Die Landwirte in der Umgebung des Flughafens haben in den vergangenen Tagen ihre Felder gemäht und Platz gemacht für Autos und Zelte. Entlang der Feldwege stehen temporäre Straßenschilder. Im Festival-Rathaus bekommt jeder Besucher einen Pass ausgestellt, der ihn zum Bürger der Stadt macht. Die Ortschaft Weeze verlagert gewissermaßen ihren Ortskern für ein paar Tage und verwandelt sich in das fünfmal so große Parookaville.

Das Festival, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal veranstaltet wurde, gehört schon zu den großen Sommer-Events in NRW - ähnlich wie zum Beispiel Rock im Revier, das Juicy Beats oder das Zeltfestival Ruhr.

An der Verwandlung zu Parookaville sind viele lokale Kräfte beteiligt: Handwerker haben geschreinert, geschweißt oder Trinkwasserleitungen verlegt. Der Fußballverein hilft beim Aufbau der 1,8 Kilometer langen Lampionkette. "Das Festival wird von den Bürgern so gut angenommen, viele möchten sich beteiligen", sagt Festival-Veranstalter Bernd Dicks.

Temporäre Kirche

Tischlermeister Norbert Hermens baut mit seiner Schreinerei das Herzstück der neuen Stadt, die Kirche, die direkt gegenüber der Hauptbühne liegt. "Das soziale Leben in Weeze ist mir wichtig und ich wollte bei dem Event dabei sein", sagt er. Um den zehn Meter hohen Kirchturm umzusetzen, musste die Schreinerei umorganisieren: Aufträge wurden verschoben, damit sechs der acht Mitarbeiter an der Festivalstadt arbeiten konnten. "Das ist unsere Chance, mal etwas ganz anderes zu machen", sagt Hermens. Die Kirche wird an diesem Wochenende allerdings etwas zweckentfremdet und für eine standesamtliche Hochzeit genutzt.

In der Hauptsache aber wollen die Besucher Musik hören und tanzen. Die 50.000 Tickets waren nach Veranstalter-Angaben innerhalb von 72 Stunden ausverkauft - noch bevor bekannt war, welche Künstler überhaupt kommen.

(dpa)

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