Laut einer Studie werden in Größstädten mehr Kinder geboren
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Der Nachwuchs ist da
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01.05.2016

Studie: Teilweise deutlich höhere Geburtenrate in Großstädten "Kleiner Babyboom"

Forscher sprechen vom "Brangelina"-Effekt: In deutschen Metropolen werden offenbar deutlich mehr Kinder geboren als auf dem Land. Das liegt natürlich auch an der Infrastruktur, die es dort gibt.

Das wird Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) freuen: Pünktlich zu ihrer Rückkehr in das Ministeramt nach der Geburt ihres zweiten Kindes wird eine Studie bekannt, die einen "kleinen Babyboom in deutschen Großstädten" feststellt. Die Geburtenrate liege dort teilweise erheblich über dem Bundesdurchschnitt, heißt es dort.

Trend zu mehr Kindern

Nach der Untersuchung aus dem Allianz Konzern geht der Trend etwa in der Bundeshauptstadt oder in der Rheinmetropole Köln zu mehr Kindern, berichtet die "Welt am Sonntag", der die Untersuchung vorliegt. In Berlin ist demnach die Geburtenrate um 1,6 Prozent höher als im Bundesschnitt, in Köln liegt sie 3,0 Prozent darüber und in München 4,9 Prozent.

Ausreißer nach oben ist Frankfurt (Main). Dort übertrifft die städtische Geburtenrate die deutschlandweite sogar um 12,6 Prozent. Lediglich in Hamburg werden weniger Kinder geboren als im Bundesschnitt. Die Differenz beträgt in der Nord-Metropole 1,7 Prozent. Nach aktuellen Zahlen beträgt die Geburtenrate in Deutschland je Frau 1,47.

Auch in anderen wohlhabenden Ländern findet sich das Phänomen: In 41 internationalen Großstädten, die von Forschern von Allianz International Pensions untersucht wurden, ist die Geburtenrate im Schnitt sieben Prozent höher als im jeweiligen nationalen Durchschnitt. Die Forscher machen verschiedene Gründe dafür aus: Wohlstand spiele etwa eine entscheidende Rolle für den städtischen Mini-Babyboom. "Menschen in Städten sind tendenziell besser ausgebildet und verdienen deshalb in der Regel mehr Geld, so dass sie sich teure Mieten und Eigentumswohnungen leisten können", schreiben die Forscher.

Wohlstand, Infrastruktur, Migranten

Eine wichtige Rolle spielt zudem die bessere Infrastruktur: Dort schaffen es junge Eltern offenbar eher, Karriere und Familie zu vereinbaren. Es gebe mehr große Unternehmen, die vielen Mitarbeiterinnen Teilzeitstellen und Elternzeit anbieten könnten. Bei kleineren Firmen auf dem Land sei das häufig schwieriger. Zudem gebe es in den großen Städten mehr Angebote für Kinderbetreuung, auf die sich berufstätige Eltern verlassen können. 

Auch Migranten tragen nach Ansicht der Wissenschaftler zu mehr Kindern in Großstädten bei: In Städten wie Frankfurt lebten überdurchschnittlich viele Menschen, die nicht in Deutschland geboren wurden. "Migranten in entwickelten Volkswirtschaften haben tendenziell höhere Geburtenraten als die einheimische Bevölkerung", heißt es.

Und noch etwas machen die Forscher aus: Es gebe eine veränderte Einstellung zum Elternsein. Kinder hätten zunehmend die Bedeutung von "Statussymbolen". Die Autoren der Untersuchung sprechen vom "Brangelina-Effekt", mit Verweis auf den Spitznamen des US-amerikanischen Schauspielerehepaars Angelina Jolie und Brad Pitt, das sechs Kinder hat.

Rückenwind für Schwesig

Rückenwind für Schwesig, für die die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oberste Priorität besitzt, bedeutet die Studie allemal: Sie selbst profitiert an ihrem Wohnort Schwerin ebenfalls von der dort guten Kinderbetreuung. Um ihre knapp zwei Monate alte Tochter wird sich aber erst einmal ihr Mann kümmern, wenn sie in Berlin wieder im Ministerium sitzt. Ihr achtjähriger Sohn ist in einer Ganztagsschule.

Ihren ersten Auftritt hatte Schwesig am Sonntag erst einmal in Schwerin. "Ich freue mich auf meinen Job, auf mein Team und darauf, wieder in der Politik mitzumischen", sagte sie auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Bei einer Kundgebung des DGB wollte sie am Tag der Arbeit "ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" setzen. Und eine geplante Reform hat sie schon mit im Gepäck. Die junge Mutter will den Mutterschutz reformieren. Künftig soll er auch für Schülerinnen und Studentinnen gelten. Für Mütter, die ein behindertes Kind zur Welt bringen, soll der Mutterschutz von 8 auf 12 Wochen ausgedehnt werden.

Birgit Wilke
(KNA)

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