Kardinal Walter Kasper
Kardinal Kasper

05.04.2016

Kardinal Kasper dämpft Erwartungen an Papstschreiben "Freude der Liebe"

Der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper warnt vor zu hohen Erwartungen an das offizielle Schlussdokument der Weltbischofssynode zur Familie gewarnt.

"Der Papst ist kein Revolutionär, sondern ein Reformator. Ich erwarte mir keinen revolutionären Text", zitiert der italienische Pressedienst SIR den Kardinal. Der frühere Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen betonte zugleich, dass er das Schreiben mit dem Titel "Amoris laetitia" ("Freude der Liebe"), das am Freitag im Vatikan vorgestellt wird, noch nicht gelesen habe. Er sei aber sicher, dass der Papst der "Linie der Synode" folge.

Synode repräsentiert Weltkirche

Die katholische Bischofssynode soll die Weltkirche repräsentieren und die Kollegialität von Papst und Bischöfen unterstreichen. Als ständige Einrichtung wurde sie 1965 von Papst Paul VI. (1963-1978) auf Anregung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) geschaffen. Sie hat keine Entscheidungsbefugnis, sondern nur beratende Funktion. Einberufen wird sie vom Papst. Dieser nimmt in der Regel auch persönlich an den Sitzungen teil. In den vergangenen Jahrzehnten gaben Bischofssynoden wichtige Impulse für die Weltkirche, etwa die Anregung zum Katechismus der Katholischen Kirche.

Ordentliche Synoden finden üblicherweise alle drei bis vier Jahre statt. Vor der Bischofssynode zu Ehe und Familie im Oktober 2015 tagte zuletzt im Oktober 2012 die 13. Ordentliche Generalversammlung im Vatikan; Thema war die Neuevangelisierung. Seltener sind Außerordentliche Synoden. Die erste von Papst Franziskus einberufene Bischofsversammlung zu Fragen von Ehe und Familie im Oktober 2014 war erst das dritte Treffen dieser Art. Daneben gibt es Spezialversammlungen, die einzelne Weltregionen betreffen.

Bischofskonferenzen entsenden Delegierte

Im Unterschied zu einem Konzil nehmen an einer Bischofssynode nicht alle rund 5.000 Bischöfe der Weltkirche teil. Die nationalen beziehungsweise regionalen Bischofskonferenzen entsenden jeweils Delegierte. Ihre Zahl richtet sich nach der Größe der Ortskirchen.

Bei der "Familiensynode" 2015 stellten die Delegierten aus 112 Bischofskonferenzen zusammen mit den Teilnehmern der römischen Kurie rund 300 Bischöfe. Dazu kamen zehn Ordensleute aus der "Union der Generaloberen" sowie rund 100 weitere vom Papst zusätzlich benannte Bischöfe und andere Experten. Darunter waren auch 17 Ehepaare und 17 Einzelpersonen, davon 13 Frauen.

Die Beratungsergebnisse einer Synode werden in aller Regel als Schlussdokument in Thesenform dem Papst vorgelegt. Sie bilden die Grundlage für sein sogenanntes Nachsynodales Apostolisches Schreiben, das er anschließend verfasst. Der Papst entscheidet, ob und in welcher Form dieses Schreiben veröffentlicht wird. Das offizielle Schlussdokument der Weltbischofssynode zur Familie erscheint am 8. April und trägt den Titel "Amoris laetitia" ("Freude der Liebe").

(KNA)

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