Ein Paar mit Handys
Ein Paar mit Handys

19.01.2016

Erzbistum Köln wirbt für Paar-Exerzitien Aus dem Alltagstrott

Zwischen knappen Handynachrichten und der unausgeräumten Spülmaschine kommen oft die Liebe und die Spiritualität in der Ehe zu kurz. Genau für solche Fälle bietet das Erzbistum Köln alltagskompatible Exerzitien für Paare an.

domradio.de: Muss man denn gezielte Auszeiten miteinander planen? 

Martin Bartsch (Pastoralreferent im Erzbistum Köln für die Ehepastoral): Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man sich als Paar eine Zeit nimmt. Man muss von beiden Seite eine Entscheidung treffen: Ja, unsere Beziehung ist wichtig und wir nehmen uns dafür Zeit. Bei den Exerzitien im Alltag haben wir einen gemeinsamen Beginn, ein Zwischentreffen, was ganz gut und wichtig ist und ein Endtreffen. Dazwischen sind die Paare eingeladen, eine Stunde in ihrem Alltag für einander zu reservieren, dort, wo sie leben.

domradio.de: Ist das dann so eine Art Hausaufgabe?

Bartsch: Ja, wenn Sie so wollen ist das eine Hausaufgabe in diesem Weg der Exerzitien.

domradio.de: Manche schweigen auch bei Exerzitien, das ist für so ein Paar nicht so gut geeignet?

Bartsch: Nein, genau das Gegenteil, wir haben als eine der drei Komponenten, den Austausch, die Kommunikation im Wort. Da geben wir ein bisschen Hilfestellung, wie das noch einmal neu belebt werden kann, manches ist ja im Alltag sehr eingeschliffen.

domradio.de: Der Auftakt der Exerzitien für Paare ist am Tag vor dem Valentinstag am 13.2., was passiert dann?

Bartsch: Um das vorweg zu sagen, das Paar bewahrt seine Intimität, es geht uns jetzt nicht um die Gruppe von mehreren Paaren, sondern es geht einfach darum, dass wir den Paaren Inspiration geben wollen. Vorallen Dingen geht es um den eigenen Lebensweg und der ist in jedem Paar individuell. Auch die Spiritualität der Frau und des Mannes müssen nicht gleich sein. Sie müssen keine gewisse Vorbedingung mitbringen, sondern einfach da sein, sich öffnen für den Geist Gottes, der eine große Kraftquelle in der Partnerschaft ist. dafür wollen wir den Paaren ein paar Übungen an die Hand geben und mit ihnen natürlich an diesem Starttag auch praktizieren. Das sind zum Beispiel ein paar Tipps, wie man gut miteinander redet, aber wie man sich auch gut verbindet mit Gott.

domradio.de: Sie treffen sich also am Anfang, geben die Impulse mit und sagen dann so bis zum nächsten Zwischentreffen nehmt Euch Zeit miteinander und beim Zwischentreffen was passiert dann? Gibt´s ein Häkchen an die Hausaufgaben?

Bartsch: Nein, vielleicht muss ich das mit den Hausaufgaben noch ein wenig korrigieren. Es wird so sein, dass wir einmal in der Woche an die Paare eine Mail mit einem biblischen Impuls schreiben und auch eine Frage fürs persönliche geistliche Leben. Diese Frage sollen zunächst beide für sich selbst bedenken und dann ist das wichtige das Paargespräch. Die beiden vereinbaren einmal pro Woche ca. eine halbe Stunde Zeit miteinander, in der einen keiner stört und man sich austauscht über diesen Impuls oder was so oben aufliegt. Beim Zwischentreffen gehört es einfach dazu, sich zu vergewissern, bin ich auf dem Weg, ist es gut? Wir machen eine kleine Leibübung, weil nicht nur das Wort wichtig ist für die Partnerschaft, sondern eben auch der Leib. Außerdem gucken wir, welche Fragen gibt es noch, wo hängt irgendwas. Wir haben auch festgestellt, dass es für Paare ganz gut ist, wenn mal einer von außen einen Impuls gibt und mal sagt, jetzt macht es mal so. Deshalb ist das Zwischentreffen wichtig, um den Bogen zu halten bis zum Abschluss.

domradio.de: Das heißt, das kann auch eine ganz gute Vorbeugungsmaßnahme sein, damit die Paare nicht hinterher zur auch von der Kirche angebotenen Paarberatung müssen?

Bartsch: Das eine schließt das andere nicht aus. Hier ist uns bewusst besonders wichtig, dass wir die geistliche Quelle, die wir für christliche Ehe einfach konstitutiv haben, erfahrbar machen, dass Gott der Dritte im Bunde ist. Wir sagen: Nun nehmt diese Kraftquelle doch einfach mal ins Bewusstsein, verbindet Euch mit Christus und schaut mit diesem liebevollen Blick mit dem Gott auf Euch schaut auf Eure Beziehung. Mit diesem Licht alleine verändert sich schon vieles. Ich habe noch das Leuchten der Paare des letzten Kurses vor Augen, die am Ende gesagt haben, das war so eine befruchtende und bereichernde Zeit für uns, das hätten wir gar nicht gedacht, wieviel Kraft aus der Spiritualität als Entlastung in unsere Partnerschaft kommt.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(dr)

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