Knotenpunkt Familie
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20.04.2015

Neue Umfrage bestätigt Kluft zwischen Alltag und Kirchenlehre Fakten für Familiensynode

Auch in der zweiten Familien-Umfrage des Vatikan zeigen die Antworten aus Deutschland eine starke Diskrepanz zwischen gelebtem Alltag und katholischer Lehre. Das zeigt die jetzt veröffentlichte Auswertung der Fragebögen.

Die Rückmeldungen zeigten laut Auskunft der Deutschen Bischofskonferenz, "dass das Leitbild von Ehe und Familie weiterhin breite Zustimmung unter den Gläubigen findet". Allerdings erwarteten die meisten "ein größeres Verständnis der kirchlich Verantwortlichen für Lebensformen, die diesem Leitbild nicht vollkommen entsprechen".

Offenheit gegenüber Lebenswirklichkeit

So habe es die meisten Kommentare zu den Fragen gegeben, die den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen betreffen sowie mit homosexuellen Lebensgemeinschaften und mit Paaren, die ohne Trauschein oder in einer nur zivilen Ehe zusammenleben.

In all diesen Fällen erwarte ein Großteil der Umfrageteilnehmer "eine Weiterentwicklung der kirchlichen Lehre und eine größere Offenheit gegenüber der heutigen Lebenswirklichkeit". Aber auch die soziale Situation von Familien mit alten, kranken oder behinderten Mitgliedern, von kinderreichen Familien und von Alleinerziehenden habe eine wichtige Rolle gespielt bei den Antworten.

Klagen über schwer verständliche Fachsprache

Insgesamt, so die Bischofskonferenz, habe die Befragung wie 2014 "ein sehr positives Echo gefunden". Allerdings hätten viele beklagt, dass die Fragen "oft in einer schwer verständlichen Fachsprache formuliert waren und der Katalog mit 46 Fragen sehr umfangreich war". Deshalb seien oftmals nicht alle Fragen beantwortet worden. Die dieses Mal geringere Beteiligung der Gläubigen führt die Bischofskonferenz unter anderem darauf zurück.

Die deutschen Bischöfe hatten den im Vatikan entwickelten Fragenkatalog im Internet veröffentlicht und zur Teilnahme aufgerufen. Außerdem hatten sich Fachleute aus der Ehe- und Familienarbeit, aus Familienbildungsstätten und aus kirchlichen Beratungsgremien beteiligt. Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) und der Katholisch-Theologische Fakultätentag waren um Stellungnahmen gebeten worden.

Wie im Vorjahr hat die Bischofskonferenz über 1.000 Seiten Rückmeldungen ausgewertet. Aus dieser Zusammenfassung haben die deutschen Bischöfe jetzt ihre Stellungnahme formuliert und an das Synodensekretariat im Vatikan gesandt. Dieses wird die Antworten der Bischofskonferenzen aus allen Erdteilen in einem Papier zusammenfassen, das dann als Arbeitsgrundlage für die Beratungen der Bischofssynode im Herbst dient.

 

(KNA)

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