Brautpaar aus Stroh
Brautpaar aus Stroh

29.10.2014

Eheschließung in Deutschland Hochzeitspaare immer älter

Etwa 32 Jahre alt sind die Männer, wenn sie das erste Mal vor den Traualtar treten; Frauen sind knapp 30 Jahre beim ersten Jawort. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) bekanntgab, ist das Heiratsalter deutlich angestiegen.

Paare in Deutschland warten immer länger mit der Eheschließung. So waren Männer im Jahr 2012 bei ihrer ersten Heirat durchschnittlich 32,2 Jahre alt, bei Frauen waren es 29,9 Jahre, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Noch 1990 heirateten Männer im Schnitt mit 27,9 Jahren, Frauen mit 25,2. Damit ist das durchschnittliche Erstheiratsalter innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte um rund 4,5 Jahre angestiegen. Der durchschnittliche Altersabstand zwischen den Partnern von etwa zweieinhalb Jahren blieb dabei weitgehend konstant.

Längere Ausbildungszeit

Für die immer spätere Erstheirat gibt es nach Angaben der Statistiker viele Gründe: Längere Ausbildungszeiten und veränderte Erwerbskarrieren, aber auch die gesellschaftliche Anerkennung alternativer Lebensentwürfe spielen eine Rolle. "Viele Paare leben zunächst unverheiratet zusammen und schieben die Hochzeit auf", so Evelyn Grünheid vom BiB.

Junge Generation nüchterner

Der Münsteraner katholische Eheberater Markus Wonka rät angesichts dieser Entwicklung zur Gelassenheit. Die Haltung der jungen Generation bezüglich der Ehe sei Ausdruck eines "angemessenen Realismus", sagte Wonka im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Die Paare wissen, wie hoch die Scheidungsquote ist", so der Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster. Dieses Wissen sei bei vielen jungen Menschen nicht nur theoretisch vorhanden, sondern durch das Miterleben der Scheidungen ihrer Eltern. Daher gingen sie vielfach nüchterner an das Thema heran als vorige Generationen.

Heiratsalter um sieben Jahre angestiegen

Wonka sieht darin eine Chance für die Kirche. "Wenn ein Paar nicht einfach deswegen heiratet, weil es selbstverständlich ist, dann ist das ein Anknüpfungspunkt für Gespräche", sagte der Experte. Man solle den Trend also nicht als moralischen Verfall oder ähnliches abtun. Besonders im Osten ist das Erstheiratsalter seit der Wiedervereinigung stark angestiegen - im Schnitt um mehr als sieben Jahre. Waren ostdeutsche Männer 1990 noch durchschnittlich 25,9 Jahre alt, so liegt der Wert mittlerweile bei 33,3 Jahren. Bei den Frauen zeigt sich im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 23,6 Jahren auf 30,8.

Im Osten älter als im Westen

Dagegen entwickelte sich das Aufschubverhalten im Westen Deutschlands weitaus moderater: Hier stieg das Erstheiratsalter von 28,4 auf 32,0 Jahre bei den Männern und von 25,7 auf 29,7 Jahre bei den Frauen. Diese regional unterschiedliche Entwicklung führte dazu, dass die erstmals Heiratenden im Osten heute älter sind als im Westen - bis zum Jahr 2000 war dies noch umgekehrt.

(KNA)

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