Vor Franziskus steht eine Statue als Symbol für die Familie
Vor Franziskus steht eine Statue als Symbol für die Familie

06.10.2014

Vatikanjournalist sieht in Familiensynode Auftakt zu einjähriger Diskussion "Wo will Gott uns haben?"

Die Familiensynode wird in den nächsten zwei Wochen keine "Gesetzesänderungen" bringen, gibt Pater Hagenkord von Radio Vatikan zu bedenken. Vielmehr beginne in Rom eine einjährige Debatte zur Frage: Was will Gott von uns?

domradio.de: Papst Franziskus hat zu einer offenen Diskussion aufgefordert. Wie offen wird wirklich diskutiert werden?

Bernd Hagenkord (Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan): Ziemlich offen, wenn ich das so richtig einschätze. Die Interventi, die einzelnen Beiträge, sollen sich auf verschiedene Teile dieses Vorbereitungsdokumentes beziehen und sollen all das mitbringen, was aus den verschiedenen Bischofskonferenzen dazu besprochen wurde. Versammelt sind ja die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen, die ja nicht für sich selber sprechen, sondern für die Bischöfe vor Ort, für die Kirchen vor Ort. Da soll alles einfließen, was eben vor Ort besprochen wurde. Wenn man sich die Debatten im Vorfeld anguckt, dann ist das schon eine recht offene Debatte und interessanterweise, das, was der Papst gefordert hat, nämlich eine "offene Debatte" - das hört man aus allen Mündern, alle wollen diese offene Aussprache.

domradio.de: Es nehmen Bischöfe von allen fünf Kontinenten teil. Besteht unter den sogenannten Synodenvätern im Vorfeld denn überhaupt Einigkeit darüber, was geändert oder verbessert werden soll?

Hagenkord: Die Frage ist ja nicht die eines Parlamentes, wie ändern wir Gesetze, sondern eine geistliche Unterscheidung. Ich sage es mal ganz fromm: Wo will Gott uns haben? Was sagt uns Gott heute in dieser Zeit? Wie müssen wir darauf antworten? Darum geht es vorallen Dingen. Wo sind die Wünsche und Bedürfnisse, Schwierigkeiten der Menschen und was will Gott von uns? Das ist die Frage. Also nicht das einfache Ändern von Gesetzen, wie in einem Parlament, wo abgestimmt wird.

domradio.de: Es nehmen neben den Bischöfen auch Laien teil, aus Deutschland zum Beispiel die Berliner Familienberaterin Ute Eberl. Welche Rolle werden diese Laien in den kommenden zwei Wochen spielen?

Hagenkord: Das sind die sogenannten Experten. Eingeladen sind einige Leute, die aus ihren jeweiligen Fachgebieten heraus, Fachwissen und Erfahrungen, Reflektionen einbringen sollen. Die einzelnen Bischofskonferenzen machen das ja seit Jahren, aber jetzt zu den ganz konkreten Beratungen sollen sowohl in den Generalaussprachen, also in der ersten Woche, wo alle zusammensitzen und sich verschiedene Beiträge anhören, sollen sie reden dürfen, aber dann auch in den wahrscheinlich noch wichtigeren Kleingruppen, die sich daran anschließen. Dort sollen sie gehört werden, also sie bringen sozusagen nochmal das gesammelte Fachwissen, die gesammelte Reflexion aus dem Fachgebiet hinein.

domradio.de: Beschlüsse wird es nach dieser Synode wohl eher nicht geben, aber welches Signal könnte dennoch am 19.Oktober gesendet werden?

Hagenkord: Dass es weitergeht. Diese Synode ist ja ein Auftakt. Das Schlussdokument wird höchstwahrscheinlich gleich das Auftaktdokument für die nächste Synode sein, weil die nächste Synode im kommenden Jahr, das gleiche Thema noch einmal verhandeln wird. Das ist also ein Zeichen, dass es überhaupt gar nicht, um eine Verhandlung der Bischofssynode geht, sondern um einen synodalen Prozess - so muss man das mittlerweile nennen. Ein ganzes Jahr lang wird debattiert werden und zwar nicht nur in Rom, sondern in der ganzen Welt über die Ergebnisse der ersten Versammlung, bevor es dann zu praktischen Handlungsvorschlägen kommt. Ich glaube nicht, dass es diesmal schon konkrete Vorschläge geben wird, sondern eher: Das ist unsere Debatte, das ist die Frage, darüber wollen wir ein Jahr lang reden und uns dann noch einmal versammeln und konkret werden.

Das Interview führte Susanne Becker-Huberti

(dr)

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