Supreme Court im Regenbogenlicht
Nach dem Urteil: Supreme Court im Regenbogenlicht

27.06.2013

Katholiken weltweit in Sorge um Ehe Schutzbedürftige Institution

Ob in den USA, Frankreich oder Deutschland - die katholische Kirche kämpft weltweit um den Wert der Ehe. "Ehe ist für mich das Zusammenleben von Mann und Frau, mit der Absicht, Kinder zu haben“, betont Benediktiner-Abtprimas Notker Wolf.

Als "jüngste Glieder in einer Kette beunruhigender Entscheidungen von Gesetzgebern und Richtern“ bezeichnet der katholische Erzbischof von Baltimore, William Lori, die Voten des Obersten Gerichts gegen den "wichtigsten und meistgeschätzten Baustein der Gesellschaft“. Es handele sich um einen "deutlichen Versuch, die Ehe neu zu definieren und zu entkleiden“, und um eine "ernste Bedrohung der Religions- und Gewissensfreiheit von unzähligen gläubigen Menschen“.

Der oberste Gerichtshof der USA wertet das Verbot der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen auf Bundesebene als Verstoß gegen die US-Verfassung. In einem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Urteil heißt es, es verstoße gegen das Gleichheitsgebot, wenn Bundesbehörden sogenannten Homo-Ehen rechtliche Zugeständnisse verwehrten, die Partnern der traditionellen Ehe von Mann und Frau zukommen.

Das Urteil steht in einer Folge von Entscheidungen zur Gleichstellung von Ehe und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. So hatte in Deutschland das Bundesverfassungsgericht Anfang Juni entschieden, dass die steuerliche Ungleichbehandlung von Ehen und eingetragenen Lebenspartnern verfassungswidrig  ist. Sogenannte Homoehen müssten auch vom Ehegattensplitting profitieren.

DBK: Ehe braucht staatlichen Schutz

Die katholische Kirche könne die Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaften mit dem Bund der Ehe von Mann und Frau grundsätzlich nicht gutheißen, sie spreche sich infolgedessen gegen eine rechtliche Gleichbehandlung aus, hieß es in einer Reaktion der Deutschen Bischofskonferenz auf das Karlsruher Urteil. "Die Lebensform der Ehe bedarf des besonderen Schutzes des Staates wie der Kirche", sagte Matthias Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz.

Am 18. Mai war in Frankreich ein Gesetz in Kraft getreten, das homosexuellen Paaren die Eheschließung und die Adoption von Kindern erlaubt. Der französische Kardinal André Vingt-Trois bezeichnete die Reform als Irrtum, der die Fundamente der Gesellschaft ins Wanken bringen werde. Unter Verweis auf die "geschlechtsspezifische Realität menschlicher Existenz" rief er alle Christen auf, gegen die Homo-Ehe zu protestieren.

Abtprimas Wolf: Homoehe kommt zuviel Bedeutung zu

Benediktiner-Abtprimas Notker Wolf warnte, wir würden der Homoehe eine Bedeutung geben, die sie nicht hat. "Seit wann kann man sie als Ehe bezeichnen?“, fragte der oberste Benediktiner weltweit dem in Bonn erscheinenden Newsletter des ökumenischen Predigtpreises. "Ehe ist für mich das Zusammenleben von Mann und Frau, mit der Absicht, Kinder zu haben. Wenn Homosexuelle ihr Verhältnis rechtlich regeln wollen, dann sollten sie das untereinander tun. Oder der Staat macht ein Gesetz.“ Man müsse das katholische Eheverständnis nicht teilen. "Aber sie sollten von der Kirche nicht verlangen, das Sakrament zu ändern.“

Papst Franziskus hatte sich als Erzbischof von Buenos Aires wiederholt gegen Gesetze zur Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen und der Adoption durch Homosexuelle ausgesprochen. Kurz vor einer wichtigen Senatsabstimmung schrieb er 2010 beispielsweise: "Hier wirkt der Neid des Teufels, durch den die Sünde in die Welt kam: ein Neid, der beharrlich das Ebenbild Gottes zu zerstören sucht - Mann und Frau, die den Auftrag erhalten, zu wachsen, sich zu mehren und sich die Erde untertan zu machen. Seien wir nicht naiv: Es geht nicht einfach um einen politischen Kampf, sondern um einen Versuch der Zerstörung des Planes Gottes.“

Bei einem Treffen mit dem anglikanischen Primas Justin Welby Mitte Juni machte Papst Franziskus deutlich, Katholiken und Anglikaner müssten sich einsetzen für die Anliegen von Armen, den Weltfrieden, den Schutz des Lebens - und die Institution der auf Ehe gegründeten Familie.

(KNA, DR, dpa)

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