Karlsruhe: Deutschland pro Papa
Karlsruhe: Deutschland pro Papa

11.09.2011

Kongress "Freude am Glauben" geht zu Ende Mut machen zu Ehe, Familie und Kindern

In Karlsruhe geht heute der 11. Kongress "Freude am Glauben" zu Ende. An dem Treffen kirchlicher Gruppen nehmen mehr als 1.000 Katholiken aus der ganzen Bundesrepublik teil. Vertreten sind auch Geistliche Gemeinschaften und Jugendorganisationen. Veranstalter des Kongresses ist das "Forum Deutscher Katholiken". Aus Karlsruhe berichtet Jan Hendrik Stens.

Karlsruhe ist zur Zeit eine Baustelle, dafür entschuldigte sich gleich zur Eröffnung des Kongresses "Freude am Glauben" Bürgermeisterin Margret Mergen. Aber man wolle die Stadt zukunftsfähig machen. Im Umbau befindet sich zur Zeit auch die große St. Stephans-Kirche im Stadtzentrum, weshalb das Pontifikalamt mit Erzbischof Robert Zollitsch in der St. Bernhards-Kirche gefeiert wurde. Die prächtige neugotische Kirche im Osten der Innenstadt war mit gelb-weißen Fahnen reich geschmückt und mit Gläubigen gut gefüllt, als der Freiburger Erzbischof in seiner Predigt das Motto des diesjährigen Kongresses "Die Kirche und ihre Sorge für die Menschen" aufgriff. Glaube sei nichts, für das man aus Kalkül handele, um daraus einen bestimmten Nutzen zu ziehen. Man habe sich in der Kirche in der letzten Zeit vielleicht zu sehr auf Strukturfragen konzentriert und die Verkündigung des Glaubens vernachlässigt. Zollitsch dankte dem Papst für die Initiative der Neuevangelisierung Europas. Dennoch sei das Ringen miteinander auch in Kirchenfragen unabdinglich, wie auch schon die Heiligen Petrus und Paulus gezeigt hätten. Dialog müsse aber immer in der Beziehung und Bindung an Gott erfolgen und könne im Hören auf Ihn die entscheidende christliche Prägung erhalten.--
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Auch wenn das Motto des diesjährigen Kongresses mehr moderat-pastoral als kämpferisch klingt, so machte der Vorsitzende des Forums, Prof. Hubert Gindert, in seiner Eröffnungsansprache sehr schnell deutlich, daß Frust, Resignation und Nörgelei in der katholischen Kirche derzeit kontraproduktiv seien. Den Glauben zu verkünden, bedeute nicht das Anerkennen der Lebenswirklichkeit der Menschen, sondern Mut machen zu Ehe, Familie und Kindern. Als glaubwürdigen und konsequenten Vertreter nannte Gindert den verstorbenen Otto von Habsburg, dem selbst seine politischen Gegner hohen Respekt zollten.--
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Etwas schlechter besucht
Möglicherweise war es auf den Mangel an bischöflicher Prominenz zurückzuführen, daß der Kongress zumindest an den ersten beiden Tagen etwas schlechter besucht war als im vergangenen Jahr in Fulda. Der Moderator des Hauptprogramms, Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein, nahm es eher gelassen und meinte, der Sonderzug mit den "Delegierten aus Bad Godesberg" würde vielleicht noch kommen.--
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Die Vorträge zum Kongreßthema waren gut ausgewählt. Dem wichtigsten menschlichen Element, der Liebe, widmeten sich die beiden ersten Referenten. Während der aus dem Stift Heiligenkreuz entstammende Zisterzienser Karl Wallner anhand des Spannungsfeldes "Aufklärung und Religion" die Notwendigkeit von Vernunft und Glauben aufzeigte und dabei immer wieder auf seinen reichen persönlichen Erfahrungsschatz in der Klosterpastoral mit der Kirche Fernstehenden sowie Andersgläubigen zurückgreifen konnte, widmete sich der Tiroler Pfarrer Christoph Haider der Frage nach dem gütigen Gott und der angeblich ungütigen Kirche. Ein Gott, der nur auf der Gefühlsebene wahrgenommen würde, könne zu ernsthaften Glaubenszweifeln führen.--
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Mit einem Theaterstück und einem Gebetsabend der Jugend ("Nightfever") klang der Freitag aus, um am Samstag früh mit der Heiligen Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus wieder zu beginnen. Auch hier war St. Bernhard wieder gut gefüllt. P. Axel Maußen von der Petrusbruderschaft wies auf das seelsorgerliche Wirken des Tagesheiligen, des Hl. Nikolaus von Tolentino, hin.--

Erinnern an Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler--
Einer seelsorgerisch wie politisch und theologisch nachhaltig wirkender Persönlichkeit war der folgende Vortrag des emeritierten Bonner Professors für Christliche Sozialwissenschaften, Lothar Roos, gewidmet. In diesem Jahr ist am Weihnachtsfest der 200. Geburtstag des Mainzer Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler, einer der führenden Persönlichkeiten der katholischen Erneuerung nach dem endgütligen Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches. Nicht ohne gewisse Anspielungen und Seitenhiebe auf bestimmte theologische und politische Entwicklungen unserer Zeit zeichnete Roos ein beeindruckendes Bild des aufrechten und überaus geistreichen Westfalen.--
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Daß die Sorge der Kirche für die Menschen auch weniger hochtheologische, sondern mehr seelsorgliche Aspekte enthält, zeigte die Vinzentinerin Sr. Anneliese Mader mit ihren Erfahrungen in der Hospizbewegung. Der allmähliche Rückzug der Kirche aus der Alten- und Krankenpflege habe zum Teil fatale Folgen für die Betroffenen, die zu einem nicht geringen Teil immer noch eine große Sehnsucht nach der Nähe Gottes und seinem Wort verspürten.--
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Das sonnige Wetter erlaubte es, daß die öffentliche Kundgebung der Initiative "Deutschland pro Papa" unter freiem Himmel stattfinden konnte. Die Mehrheit der Teilnehmer zog es doch vor, der Veranstaltung im Schatten der umstehenden Bäume beizuwohnen. Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Werner Münch, beklagte das Verschwinden christlicher Werte und Normen aus Gesellschaft und Politik nicht ohne die Politik der Bundesregierung stark anzugreifen. Verbraucherschutz und Forschung hätten offensichtlich Vorrang vor dem Schutz des Lebens. Es schmerze ihn, daß der Mutterleib heute nicht mehr als sicherer Ort für ungeborene Kinder gelte. Die deutschen Bischöfe forderte er zu mehr Eintracht und Zusammenhalt auf. Es sei längst kein Tabu mehr, öffentlich aneinander Kritik zu üben.--
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Dem Kreuz als Kennzeichen der Liebe widmete sich der Windischgarstener Pfarrer Gerhard Maria Wagner im anschließenden Vortrag, bevor der Samstag mit einer Lichterprozession mit Marienweihe endete.

Jan Hendrik Stens

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