Mutter und Kind waschen die Hände
Mutter und Kind waschen die Hände

05.05.2021

Weltgesundheitsorganisation begeht Welttag der Handhygiene Nicht nur sauber, sondern rein

Nicht nur in Pandemie-Zeiten sind saubere Hände ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitsschutzes. Daran erinnert der Welttag der Handhygiene am 5. Mai. Der Tag steht symbolisch für zweimal fünf Finger.

Es liegt auf der Hand, dass dreckige Finger krank machen können und daher regelmäßig geschrubbt gehören. Dass das gerade in Pandemiezeiten unerlässlich ist, zeigt der Buchstabe H für Hygiene in den AHA-Regeln des Bundesgesundheitsministeriums - eine Maßnahme, die nach der COSMO-Studie der Uni Erfurt im Februar rund 80 Prozent der Befragten befolgen. Während sich der internationale Hände-Waschtag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 15. Oktober an alle richtet, erinnert seit 2009 der Welttag der Handhygiene speziell das medizinische Personal an saubere Greifer. Der 5. Mai soll dabei zweimal fünf Finger symbolisieren.

Religiöse Waschungen

Die Geschichte des Händewaschens beginnt in der Antike, zum Beispiel bei Hippokrates, und zieht sich durch alle Religionen. Allerdings wird die Tätigkeit als Ritual und nicht als Hygienemaßnahme verstanden - wie bei Pontius Pilatus, der seine Hände in Unschuld wusch. Hindus sollen sich vor dem Essen und dem Tempelbesuch die Hände waschen, im Islam finden sich Waschmöglichkeiten in Moscheen und im Judentum an Synagogen und Friedhöfen. In der Heiligen Messe der Katholiken bezeichnet Lavabo den Ritus der Händewaschung eines Priesters vor der Gabenbereitung.

"Retter der Mütter"

Zu einem Wandel - weg vom Ritual und hin zur Hygiene - führte die Entdeckung des Budapester Arztes Ignaz Semmelweis (1818-1865): Er belegte in einer Studie, wie sich durch Desinfizierung der Hände mit Chlorkalk vor der Behandlung einer Patientin die Sterblichkeit an Kindbettfieber durch anschließende Blutvergiftung von etwa 15 auf circa 2 Prozent senken ließ. Zunächst von seinen Kollegen verspottet, traten die Ideen des "Retters der Mütter" einen Siegeszug durch die Krankenhäuser an.

Hygienebasis: Wasser und Seife

In den Kliniken wie zu Hause ist die Basis der Hygiene der Hände das Waschen derselben mit Seife. Die Wassertemperatur spielt dagegen keine Rolle, wohl aber die Dauer: Zwischen 20 und 30 Sekunden sollte man sich für das Einseifen inklusive Fingerkuppen Zeit nehmen. Dann gründlich abspülen und sorgsam abtrocknen.

Weniger Infektionskrankheiten

Dieses simple Vorgehen hat eine enorme Wirkung: Nach WHO-Schätzungen werden 80 Prozent der Infektionskrankheiten wie Erkältungen, Magen-Darm-Erkrankungen oder Grippeviren mittels der Hände weitergegeben - weshalb Ärzte auch in coronafreien Zeiten Händeschütteln vermeiden.

Über 800 Millionen Kinder ohne Waschmöglichkeit

Obwohl diese Maßnahmen einfach erscheinen, sind sie doch für viele unerreichbar. Weltweit hatten nach Angaben der WHO und des UN-Kinderhilfswerks Unicef 2020 rund 818 Millionen Kinder in ihren Schulen keine Möglichkeit zum Händewaschen. Das ist fatal, sind doch gerade Menschen aus ärmeren Ländern aufgrund besonderer kultureller Praktiken auf saubere Hände angewiesen. So reinigt man sich in Indien, im arabischen und teilweise im südostasiatischen Raum nach dem Toilettengang mit Wasser, unterstützt durch die linke Hand. Die wiederum bleibt beim Essen ohne Besteck außen vor.

Gut so, denn viele Bakterien und Viren gelangen gleichsam von der Hand in den Mund, da sich Menschen unbewusst rund 15 mal in der Stunde ins Gesicht fassen. Dadurch können Erreger über die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase in den Körper gelangen und zu einer Infektion führen. Orte, wo sich Keime niederlassen, gibt es viele. In hiesigen Breiten nisten sie weniger auf Toiletten denn auf Türklinken, Tastaturen oder Touchscreens von Tablets und Smartphones. Hier finden sich rund 100 Arten von Bakterien.

Gefährlich: Fell und Bart

Ein besonderes Wirtstier für Erreger sind Haustiere, vor allem Hunde. Sie übertragen beispielsweise das Campylobacter-Bakterium, mit dem sich Schätzungen zufolge bis zu 70.000 Menschen in Deutschland jährlich infizieren.

Noch problematischer als das Hundefell ist der Männerbart. Wie Forscher der Schweizer Privatklinikgruppe Hirslanden 2018 in einer Studie mit 30 Hunden und 18 Männern mit Magnetresonanztomografen (MRT) herausfanden, stecken in Bärten deutlich mehr Keime als im Nackenpelz der Vierbeiner. Außerdem bringe, so die Wissenschaftler, eine Untersuchung von Hunden unterm Scanner einen großen Hygienevorteil: Nach einem Hunde-MRT werde das Gerät gründlich sterilisiert, nach einem mit Menschen nicht.

Von Silke Uertz
(KNA)

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