Ein "Thanksgiving"-Truthahn
Ein "Thanksgiving"-Truthahn

26.11.2020

Pandemie-Thanksgiving in den USA Parade im TV und Truthahn alleine?

Zu Thanksgiving kommen in den USA normalerweise Familien und Freunde zusammen. Genau davor aber warnen Behörden in diesem Jahr, denn die Corona-Zahlen steigen wieder dramatisch. Die Angst vor einem "Superspreader-Thanksgiving" wächst.

Ob gemeinsames Truthahn-Festessen oder langersehntes Wiedersehen mit von nah und fern angereisten Verwandten und Freunden: Thanksgiving gehört in den USA traditionell zu den bedeutendsten, beliebtesten und betriebsamsten Feiertagen. In diesem Jahr aber fällt das Erntedankfest an diesem Donnerstag mit teils dramatisch steigenden Coronavirus-Zahlen zusammen. Die Behörden raten von Reisen und Familienbesuchen dringend ab - und auch die traditionelle Parade in New York muss sich anpassen.

Zu Hause und nur mit Menschen aus dem eigenen Haushalt solle in diesem Jahr gefeiert werden, rät die US-Gesundheitsbehörde CDC. Das sei zwar keine Vorschrift, aber eine "starke Empfehlung", sagt CDC-Manager Henry Walke angesichts der zuletzt wieder stark gestiegenen Coronavirus-Zahlen. Seit Beginn der Pandemie starben in den USA mehr als eine Viertelmillion Menschen nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 12 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Appelle zu Thanksgiving

Die Feierlichkeiten rund um das Erntedankfest gehörten zu den "großartigen Traditionen unseres Landes", sagt Walke. Mit Blick auf die Pandemie befänden sich die USA aber in einer "kritischen Phase" und einer "schweren Zeit". Schon nach den Feiertagen Memorial Day im Mai und Labor Day im September seien die Zahlen jeweils in die Höhe geschnellt, das müsse diesmal unbedingt verhindert werden.

"Wenn du jemanden liebst, dann sage ihm: "Ich liebe dich so sehr, dass ich dich dieses Thanksgiving nicht besuchen kommen werde"", rät New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo - und beschränkte kurz vor dem Fest Treffen in Privathäusern in dem von ihm regierten Bundesstaat auf maximal zehn Teilnehmer. Mehrere andere Gouverneure und Bürgermeister äußerten sich ähnlich. So sind beispielsweise in Nashville im Bundesstaat Tennessee nur noch acht Teilnehmer bei Treffen in Privathäusern erlaubt.

New Jerseys Gouverneur Phil Murphy forderte dazu auf, die Zahl der Festmahl-Teilnehmer unbedingt "einstellig" zu halten. Der von vielen Experten kritisierte Radiologe Scott Atlas dagegen, der den noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump zum Coronavirus berät, sprach sich gegen die "Isolierung" von Menschen aus.

Normalerweise sind rund um Thanksgiving die Flughäfen des Landes voller Menschen, und auf vielen Autobahnen herrscht Dauerstau. Rund 55 Millionen Menschen legten im vergangenen Jahr nach Angaben des Verkehrsverbands AAA rund um Thanksgiving mindestens 80 Kilometer oder mehr zurück, um Familie und Freunde zu besuchen oder das lange Wochenende für einen Ausflug zu nutzen.

Viele wollen dennoch Verwandte besuchen

Aber auch in diesem Jahr scheinen viele Amerikaner der Pandemie und den Behördenanweisungen zum Trotz reisen und feiern zu wollen. Rund 50 Millionen Amerikaner - und damit nur etwa zehn Prozent weniger als im vergangenen Jahr - hatten laut AAA zumindest vorläufige Reisepläne. Der überwiegende Teil wollte demzufolge das Auto nutzen, knapp 2,5 Millionen Menschen das Flugzeug. Mehrere Flugkonzerne hatten für die Tage um Thanksgiving bereits ihr Angebot erweitert.

Einer Umfrage der Ohio State University zufolge hatten rund 40 Prozent der Amerikaner zumindest vorläufig geplant, an einem Thanksgiving-Fest mit zehn oder mehr Menschen teilzunehmen. Rund ein Drittel plante dabei nicht mit Masken. Forscher des Georgia Institute of Technology und der Stanford University rechneten unterdessen vor, dass die Chance, dass bei einem solchen Thanksgiving-Festmahl ein mit dem Coronavirus infizierter Teilnehmer mit dabei sei, in manchen Gegenden der USA bei mehr als 99 Prozent liege.

Die traditionelle Thanksgiving-Parade in New York kann in diesem Jahr ausschließlich coronakonform verfolgt werden. Wo normalerweise schon am Vorabend Tausende Menschen das Aufblasen der Heliumballons bestaunen und Tausende weitere die Parade in den Straßen von New York verfolgen, sind in diesem Jahr keine Zuschauer vor Ort zugelassen.

Riesige Ballons und Auftritte von Stars soll es zwar auch diesmal geben, aber das Ganze wird zum teilweise voraufgezeichneten TV-Spektakel. "Lasst uns zusammen feiern", heißt es von der Kaufhauskette Macys, die die Parade traditionell veranstaltet, "jeder bei sich zu Hause".

Christina Horsten
(dpa)

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