Zwangsprostitution findet immer noch statt - mitten in Europa
Prostitution

13.11.2020

Katholischer Frauenverband lehnt Prostitutionsverbot ab Coronabedingtes Tätigkeitsverbot eine "Katastrophe"

Auf fatale Folgen eines Sexkaufverbots für Prostituierte weist der Sozialdienst katholischer Frauen hin. Die Schließung der Bordellbetriebe und das Verbot dieser Tätigkeit in der Pandemie sei für die meisten Prostituierten eine Katastrophe.

Das sagte die SkF-Bundesvorsitzende, Hildegard Eckert, am Freitag in Köln. Die Frauen könnten in der Folge ihre Miete oder die Beiträge der Krankenversicherung nicht mehr bezahlen.

Frauen, die seit vielen Jahren ihr Geld in dem Milieu verdienten, ständen plötzlich vor dem Nichts. Für nach dem Prostituiertenschutzgesetz gemeldete Frauen besteht laut SkF teilweise die Möglichkeit, Sozialhilfe beantragen. Doch den meisten Frauen stünden keine Leistungen zu. SkF-Ortsvereine helfen demnach den Frauen aktuell mit Lebensmittelpaketen, Handyguthaben und weiteren Hilfen und sichern so ihre Existenz.

Prostitution hört durch Verbot nicht auf

Diese Situation mache deutlich, dass das aktuell wieder diskutierte Sexkaufverbot keine Alternative sei. "Verbote nutzen weder Frauen, die freiwillig in der Prostitution arbeiten, noch denen, die Zwang und Gewalt ausgeliefert sind", heißt es. Gerade für diese Gruppe würde ein Sexkaufverbot bedeuten, illegal und in größter Unsicherheit arbeiten zu müssen, so der katholische Sozialverband. Es sei sicher, dass Prostitution durch ein Verbot nicht aufhören würde.

Der SkF forderte, das geltende Recht konsequent umzusetzen und zu evaluieren, bevor über eine erneute Gesetzesänderung nachgedacht werde. Ein erheblicher Nachbesserungsbedarf sei beispielsweise beim Anmeldeverfahren und in der Gesundheitsberatung zu erkennen. Außerdem bestehe ein dringender Forschungsbedarf, um Informationen zur Zahl und zur Lebenssituation von Prostituierten in Deutschland zu bekommen. "Zudem bedarf es einer deutlichen Verstärkung der

Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Betroffenen. Und die Frauen können nur erreicht werden, wenn sie legal arbeiten können", so Eckert.

(KNA)

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