Besucher im Wiener Stephansdom
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02.11.2020

Verschärfte Corona-Maßnahmen für Gottesdienste in Österreich Grundrecht auf Religionsfreiheit

Die Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich verschärfen in Absprache mit dem Kultusministerium ihre Corona-Schutzmaßnahmen für öffentliche Gottesdienste. Wie bisher ist dabei ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Die wichtigste Änderung: ab Dienstag ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern bei Gottesdiensten einzuhalten. Die Vereinbarung wurde am Sonntag geschlossen und tritt so wie die von der Regierung angekündigten Restriktionen zum zweiten Lockdown am Dienstag in Kraft.

Die Konkretisierung der neuen Maßnahmen für den Bereich der katholischen Kirche sei bereits in Arbeit und solle möglichst rasch abgeschlossen werden, sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, am Sonntag im Interview der Nachrichtenagentur Kathpress.

Grundrecht auf Religionsfreiheit

Die neue Vereinbarung der Kirche mit der Bundesregierung ermögliche weiterhin den Menschen, "ihr Grundrecht auf Religionsfreiheit auch angesichts der besorgniserregenden Corona-Lage in verantwortungsvoller Weise auszuüben", betonte der Salzburger Erzbischof und sagte: "Der gemeinsam gelebte Glaube soll uns dazu befähigen, denen beizustehen, die von der Pandemie und ihren Auswirkungen besonders betroffen sind."

Auch Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) unterstrich in einer Mitteilung das Grundrecht auf Religionsfreiheit und sagte: "Es ist wichtig, dass eine gemeinsame Religionsausübung in Form von öffentlichen Gottesdiensten weiterhin möglich sein wird, weil sie den Gläubigen in dieser herausfordernden Zeit auch viel Halt geben."

Weitere Maßnahmen von Kirchen und Religionsgemeinschaften

Der neue Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen, mit denen man nicht im gemeinsamen Haushalt lebt, darf unterschritten werden, "wenn dies die Vornahme religiöser Handlungen erfordert - hierbei ist ebenfalls ein Mund-Nasenschutz zu tragen", heißt es in der Vereinbarung, die zwei zusätzliche Verschärfungen enthält: So werden Gemeinde- und Chorgesänge bis auf Weiteres ausgesetzt. "Aufschiebbare religiöse Feiern werden aufgeschoben", heißt es weiter. Als Beispiel werden dafür Trauungen genannt. Wie bisher muss bei Gottesdiensten Desinfektionsmittel ausreichend zur Verfügung gestellt werden.

"Darüber hinaus werden die Kirchen und Religionsgesellschaften weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus setzen", legt die Vereinbarung fest. Als Beispiele werden der Einsatz von Online-Angeboten, die kürzere Dauer von Gottesdiensten und die Absperrung jeder zweiten Kirchenbank genannt.

(KNA)

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