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An Kölner Ursulinenschule muss komplette Stufe in Quarantäne
Erzbischöfliche Ursulinenschule Köln
Erzbischöfliche Ursulinenschule Köln

24.09.2020

An Kölner Ursulinenschule muss komplette Stufe in Quarantäne "Die Schüler sind sehr besonnen"

Auf einmal ging alles sehr schnell, sagt Schulseelsorger Dirk Peters am erzbischöflichen Ursulinengymnasium Köln. Ein Großteil der Oberstufe der Schule sowie Lehrkräfte mussten in Quarantäne. Wie verändert diese Situation den Schulalltag?

DOMRADIO.DE: Hatten Sie denn in den vergangenen Tagen Kontakt zu denen, die jetzt in Quarantäne mussten?

Pfarrer Dirk Peters (Schulseelsorger in der Erzbischöflichen Ursulinenschule in Köln): Nein, hatte ich nicht, weil ich nicht in der Q2 unterrichte und wir auch keine Gottesdienste in dieser Zeit hatten. Selbst hatte ich keinen Kontakt. Das ging auch alles ganz, ganz schnell, als die Nachricht kam. Es gab dann verschiedene Vorgaben - vom Träger, dem Erzbistum Köln und dem Gesundheitsamt - und da mussten wir schnell reagieren. Die Schulleitung und der Schulträger haben da gut reagiert, meines Erachtens, und gesagt: Erstmal bleiben alle zu Hause.

Etwas verzögert kam dann auch die Aussage vom Gesundheitsamt Köln, wie lange denn die Quarantänezeit ist. Die ist für die Schülerinnen unterschiedlich. Das richtet sich immer nach deren Wohnort. Ein Wohnort in Pulheim hat ein anderes Gesundheitsamt und eine andere Quarantänezeit. Eine Schülerin oder ein Schüler, der in Köln wohnt und dem Gesundheitsamt Köln zugeordnet ist, muss andere Vorgaben einhalten. Das ist alles von Kommune zu Kommune unterschiedlich geregelt.

DOMRADIO.DE: Wie ist denn die Stimmungslage bei denen, die weiter in die Schule gehen?

Peters: Meiner Wahrnehmung nach gehen die Schülerinnen und Schüler sehr, sehr gelassen damit um. Ich habe von keinen größeren Problemfällen gehört oder sie in der Schule wahrgenommen - auch nicht in der benachbarten Realschule. Da läuft der Betrieb normal weiter. Ein belastender Faktor ist das in besonderer Weise für die Kolleginnen und Kollegen, die Lehrer an der Schule und auch die Eltern gehen sehr unterschiedlich mit der Situation um.

DOMRADIO.DE: Sind Sie als Seelsorger in diesen Zeiten dann besonders gefragt?

Peters: Das würde ich mir eigentlich wünschen - es ist aber de facto nicht so. Die betroffenen Schülerinnen der Q2 sind jetzt aus dem Unterrichtsgeschehen heraus. Da gibt es dann nur Verbindungen zu den Lehrern der Kurse über Lernplattform wie Moodle, die wir bei uns haben. Da sind Kontakte täglich da - mit mir als Seelsorger in dem Augenblick aber nicht mehr.

DOMRADIO.DE: Ergibt sich der Bedarf, reden zu müssen später noch?

Peters: Wir reden sehr intensiv mit unseren Schülerinnen und Schülern über die Gesamtsituation, weil das natürlich die Auflagen allein schon mit sich bringen. Je nachdem, in welchem Fach man unterrichtet, wird natürlich auch darüber hinaus gesprochen: Ich als Religionslehrer gehe natürlich immer wieder auf die Krise und ihre Auswirkungen für die Schülerinnen und Schüler ein. Ich denke, es ist selbstverständlich, dass man das tut. Die Schüler sind insgesamt sehr besonnen, finde ich. Natürlich haben viele auch Sorgen.

Sie halten sich in aller Regel recht gut an Vorgaben, die wir geben - also beispielsweise Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts und so weiter. Selbst innerhalb des Unterrichts gibt es eine Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, das Maskentragen aufrecht zu erhalten - auch wenn das nicht mehr offiziell notwendig ist. Da sehe ich eine große Bereitschaft der Schüler, auch aus Sorge vor Verbreitung verantwortlich damit umzugehen und zu handeln.

DOMRADIO.DE: Hat der Ausbruch denn Konsequenzen für die Corona-Regeln in der Schule?

Peters: Ja, in der Tat wird sich das verschärfen. Wir sind gehalten, ab dem kommenden Montag für jede Stunde einen Sitzplan für jede Klasse und jeden Kurs zu heften. Der muss erstmal erstellt werden und dann für jede Stunde abgeheftet werden. Sie können sich vorstellen, was das für ein Riesenaufwand ist, wenn man Kurse mit 25 Schülerinnen hat, den jedes Mal zu schreiben.

Erleichternd kommt hinzu - unsere Hygieneregeln sind vom Gesundheitsamt als sehr gut betrachtet und bewertet worden - dass wir in der Coronazeit feste Sitzplätze haben. Das heißt, die Schüler sitzen immer am gleichen Tisch und an der gleichen Stelle. Das erleichtert das dann auch wieder. Man kann einmal den Sitzplatz erarbeiten und streicht dann einfach die Schüler, die nicht da sind, vom Sitzplan. Damit die Nachverfolgung, das ist der Wunsch des Gesundheitsamts, noch besser funktionieren kann, als das üblich ist.

DOMRADIO.DE: Also können sich alle wieder freuen, am Montag in die Schule zu kommen?

Peters: Am Dienstag kommen die allermeisten wieder zurück. Einige sind auch schon wieder da - auch betroffene Lehrer. Einige wohnen in Bonn, da gelten andere Quarantänevorschriften. Die meisten freuen sich, weil das Distanzlernen vor den Sommerferien eine sehr harte Prüfung für die meisten Schülerinnen und Schüler war. Jetzt ist das für uns Lehrer sogar eine schöne Erfahrung, wenn Schüler sagen: Wir haben uns auf den Schulbeginn gefreut. Das hört man nicht alle Tage.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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