08.05.2020

"Auto-Beichten" und Mundkommunion sorgen für Unmut in Chile Gelten für die Reichen andere Regeln?

In Chile sorgen Verstöße von Gläubigen und Priestern gegen die Corona-Seuchenschutzauflagen für Empörung. In den Fokus der Medien ist vor allem das wohlhabende Viertel Las Condes in der Hauptstadtmetropole Santiago geraten.

In Sozialen Netzwerken kursieren Aufnahmen von Gläubigen, die mit dem Auto der Reihe nach an Priestern vorbeifahren, die ihnen die Beichte abnehmen. Auf anderen Fotos ist - trotz Verbots - das Spenden der Mundkommunion zu sehen.

Willkürliche Benachteiligung der armen Bevölkerung?

Der Sprecher der nationalen Laienvereinigung, Roberto Sanchez, stellte am Mittwoch (Ortszeit) klar, dass er derlei Praktiken nicht gutheiße: "Wir erinnern daran, dass das Erzbistum Santiago die Mundkommunion aufgrund der Pandemie verboten hat." Er habe Kontakt mit der betroffenen Gemeinde aufgenommen, um die Verstöße zu unterbinden.

Die Diskussion sorgt auch deshalb für Aufsehen, weil die Ausgangssperre im Reichenviertel Las Condes zwischenzeitlich wieder aufgehoben wurde, während sie in anderen, weniger gut situierten Gegenden Santiagos weiter bestehen bleibt. Kritiker sehen darin eine willkürliche Benachteiligung der armen Bevölkerung.

Was die Beichte beinhaltet

In der katholischen Kirche ist die Beichte Ausdruck der Umkehr des schuldig gewordenen Menschen. Im Rahmen des Bußsakraments wird der Gläubige durch einen Priester von seinen Sünden losgesprochen. Voraussetzung für die Vergebung ist erkennbare Reue, das Bekenntnis der eigenen Schuld sowie der Vorsatz, das Verhalten zu ändern und entstandenen Schaden wiedergutzumachen.

Der Beichtvater ist durch das Beichtgeheimnis zu unbedingtem Stillschweigen über das Erfahrene verpflichtet. Die Verletzung des Beichtgeheimnisses wird mit schweren Kirchenstrafen geahndet.

Im Mittelalter war es üblich, die begangene Schuld mittels verschiedener Rituale abzugelten. Dazu zählten öffentliche Kirchenstrafen wie das Gehen in Sack und Asche oder Bußprozessionen, bei denen sich die Teilnehmer geißelten.

Ebenfalls üblich war die Praxis des Ablasses: Durch die Zahlung einer bestimmten Geldsumme sollte den Gläubigen dabei ein Teil ihrer Sündenstrafe erlassen werden. Heute geschieht die Vergebung der Sünden während der Beichte, dem persönlichen Gespräch zwischen dem Gläubigen und seinem Beichtvater. Die Verbüßung der Strafen wurde zu einer davon getrennten, eher abstrakten Angelegenheit des Einzelnen.

(KNA)

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