Kinder schauen sehnsüchtig aus dem Fenster
Kinder schauen sehnsüchtig aus dem Fenster

23.04.2020

Spaniens Regierung passt Corona-Ausgangsregeln an Kinder dürfen jetzt doch aus dem Haus

Laut jüngsten Studien sind Spaniens Kinder in der Corona-Quarantäne streitlustiger, unselbstständiger und sorgenvoller geworden. Dass sie nun immerhin kurz nach draußen dürfen, ist dem Druck auf die Regierung geschuldet.

"Ich war frustriert, fast fassungslos, als ich von den Lockerungsmaßnahmen der Regierung in den TV-Nachrichten hörte", sagt Amparo Ruiz Munoz. Wie die meisten spanischen Familien rechnete auch die zweifache Mutter aus der südlichen Küstenstadt Adra mit der Ankündigung der Regierung, Kinder könnten endlich wieder nach draußen. Im Zuge der Corona-Pandemie herrscht in Spanien seit fast sechs Wochen eine der striktesten Ausgangssperren weltweit.

Während Erwachsene die Wohnung nur verlassen dürfen, um zur Arbeit, zum Supermarkt, zur Apotheke oder Bank zu gehen, war es den 6,8 Millionen Jungen und Mädchen bisher komplett untersagt, das Haus zu verlassen.

Kinder brauchen Bewegung im Freien

Auch Kitas und Schulen sind seit Mitte März geschlossen und werden auch bis September wohl nicht wieder geöffnet; das Schuljahr soll mit Online-Unterricht beendet werden. "Es ist keine leichte Zeit. Meine Tochter Carla kommt relativ gut mit der Ausgangssperre klar. Doch mein achtjähriger Sohn Pablo wird immer unruhiger. Er braucht viel Bewegung im Freien", versichert Amparo.

Natürlich sei auch ihr klar, dass Kinder nicht sofort auf Spielplätze gehen oder sich mit Freunden treffen können. Doch was Regierungssprecherin Maria Jesus Montero am Dienstagnachmittag nach einer Kabinettssitzung ankündigte, verärgerte Amparo. Montero stellte klar, Kinder bis 14 Jahre dürften ab Montag zwar die Wohnung verlassen - aber nur, um ein Elternteil bei Einkäufen oder zur Bank zu begleiten.

"Meine Kinder brauchen Sonne und frische Luft. Ich muss mit ihnen mal einen Spaziergang machen oder ein wenig Radfahren. Sie sollen sich mal kurz am Strand austoben können", sagt sie und stellt klar: "Das Letzte, was ich machen werde, wäre, sie in einen Supermarkt oder eine Apotheke zu schleppen, wo die größte Ansteckungsgefahr überhaupt herrscht".

Experten raten zum Spielen im Freien

Wie diese Mutter denken nicht nur die meisten Familien in Spanien, sondern auch die Experten. "Gerade im Supermarkt oder in der Apotheke ist die Gefahr hoch, sich zu infizieren. Außerdem müssen sich die Kinder körperlich bewegen, um den angestauten Stress und Frust der Ausgangssperre abzubauen", sagt die Kinderpsychologin Azucena Diez der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Jüngste Studien hätten gezeigt, dass die Kinder durch die harte Quarantäne wesentlich nervöser, streitlustiger, unselbstständiger und sorgenvoller geworden seien.

Schon kurz nach Ankündigung der neuen Maßnahmen der sozialistischen Zentralregierung gab es in Medien und Sozialen Netzwerken massive Kritik von Familien, Kinderärzten und Psychologen, aber auch von Regionalregierungen und Oppositionsparteien.

Proteste der Bürger

"Seit zehn Tagen bitte ich darum, dass die Kinder endlich nach draußen können - aber nicht, um die Eltern in die vollen Supermärkte zu begleiten", erklärte der konservative Oppositionsführer Pablo Casado, selbst Vater von zwei Kindern.

Nachdem am Dienstagabend auch noch Zigtausende Bürger im ganzen Land mit Pfiffen und Topfschlagen von Fenstern und Balkonen gegen die neuen Ausgangsregeln für Kinder protestierten, ruderte die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez noch am Abend zurück. In einer TV-Pressekonferenz kündigte Gesundheitsminister Salvador Illa an, Kinder bis 14 Jahren könnten bereits ab Sonntag in Begleitung eines Elternteils die Wohnungen verlassen, um einen kurzen Spaziergang zu machen, zu laufen oder zu spielen.

Genauere Details will die Regierung in den kommenden Tagen bekanntgeben. Geplant ist offenbar, dass sich die Spaziergänge auf täglich eine halbe Stunde beschränken, nicht weiter als einen Kilometer von der Wohnung entfernt. Die Nutzung von Spielplätzen und Kontakt zu anderen soll untersagt bleiben. Mit fast 22.000 registrierten Todesopfern und mehr als 200.000 Infektionsfällen ist Spanien nach den USA das nach offiziellen Zahlen meistbetroffene Land weltweit.

Manuel Meyer
(KNA)

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