Klinikseelsorger steht auf dem Flur einer Krankenhausstation
Klinikseelsorger steht auf dem Flur einer Krankenhausstation

22.04.2020

Besuchsstopp in Krankenhäusern Klinikseelsorger als Botschafter der Angehörigen

Angehörige im Krankenhaus besuchen - das ist in Corona-Zeiten nicht möglich. Um so wichtiger ist die Klinikseelsorge als Bindeglied zwischen Patienten und Angehörigen. Wie gelingt den Seelsorgern diese Brückenfunktion?

DOMRADIO.DE: Inwiefern beeinflusst die Pandemie Ihre Arbeit?

Pfarrer Michael Donie (Katholische Klinikseelsorge am Uniklinikum Aachen): Die Besucherzahlen haben rapide abgenommen, weil es nur noch Besuchsmöglichkeiten für Angehörige gibt, wenn jemand im Sterben liegt. Wir von der Klinikseelsorge - evangelisch wie katholisch - haben uns von vornherein bereiterklärt, diese Brückenfunktion zwischen Patient, Station und den Angehörigen wahrzunehmen, die jetzt nicht unmittelbar zu ihren Angehörigen können.

DOMRADIO.DE: Das bedeutet, Sie sind in den Krankenhäusern und dürfen von Zimmer zu Zimmer gehen?

Donie: Wir sind noch in den Kliniken und sprechen uns in der Regel mit dem Stationspersonal ab, bevor wir auf die Station kommen, um zu erfahren, was zu beachten ist, inwieweit es entsprechende Infektionen gibt. Aber ansonsten haben wir im Moment noch die Möglichkeiten, die Patienten zu besuchen.

DOMRADIO.DE: Haben Sie und Ihre Kollegen Angst vor Ansteckung?

Donie: Natürlich ist die Ansteckung immer wieder Thema, und wir sind darauf bedacht, dass wir uns entsprechend der Möglichkeiten mit Masken, Desinfektion und Händewaschen versuchen zu schützen.

DOMRADIO.DE: Wenn jetzt die Angehörigen nicht mehr zu den Kranken dürfen, ist das für beide Seiten sehr belastend. Wie gestaltet sich diese Brückenfunktion zwischen Angehörigen und Kranken, die Sie einnehmen? 

Donie: Zum einen fragen die Stationen in den Krankenhäusern uns an, ob wir Kontakt zu Angehörigen aufnehmen können. Zum anderen rufen die Angehörigen bei uns in der Klinikseelsorge an. Wir werden dann gebeten, Besuche vorzunehmen, sofern das möglich ist, und Nachrichten zu überbringen beziehungsweise Grüße auszurichten.

DOMRADIO.DE: Digitale Kommunikation ist in diesen Zeiten so wichtig wie nie zuvor. Aber sie kann persönlichen Kontakt, besonders wenn es um Leiden, Krankheit und Sterben geht, nicht ersetzen. Oder schaffen Sie das, Möglichkeiten zu finden, auch über das Telefon die nötige Nähe zu Angehörigen herzustellen?

Donie: Das ist zumindest ein Versuch. Ob das gelingt, müssen die Angehörigen selbst beantworten und entscheiden, ob sie dadurch ausreichend Wertschätzung beziehungsweise Beachtung erfahren.

DOMRADIO.DE: Letzte Frage an Sie als Pfarrer: Eine Glaubens- und Gebetsgemeinschaft bleibt über Distanzen hinweg bestehen. Hilft das Ihnen persönlich? 

Donie: Absolut. Ich bin es nicht gewohnt, Gottesdienste ohne konkrete Gemeinde zu feiern, und habe mir ausbedungen, zumal wir in der Kapelle ja auch eine Kamera haben, dass ich jeden Tag auf jeden Fall die Messe in der Klinikumskapelle feiere. Es passiert ab und an, dass ein oder zwei Patienten sich in der Kapelle unter den entsprechenden Abstandsvorschriften einfinden, die dabei natürlich zu beachten sind.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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