Eine Frau in einem ärmeren Viertel am Rande Bogotas bekommt Lebensmittel
Eine Frau in einem ärmeren Viertel am Rande Bogotas bekommt Lebensmittel
Franz-Josef Overbeck, Bischof im Bistum Essen
Bischof Franz-Josef Overbeck
Pater Michael Heinz
Pater Michael Heinz
Stephan Jentgens
Stephan Jentgens

22.04.2020

Adveniat stellt millionenschwere Hilfe für Lateinamerika bereit Hilfswerk rechnet mit steigenden Fallzahlen

Noch sind die amtlichen Covid-19-Zahlen in vielen Ländern Lateinamerikas relativ niedrig. Das kann sich aber bald ändern, befürchtet das Hilfswerk Adveniat. Das Virus mit seinen Folgen würde vor allem die Armen treffen.

Das katholische Hilfswerk Adveniat stellt weitere 2,5 Millionen Euro für die Bekämpfung der Corona-Pandemie und ihrer Folgen in Lateinamerika bereit. Mit derartiger Solidarität könnten Christen dazu beitragen, die Krise zu bewältigen, sagte Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck am Mittwoch in Essen bei einer digitalen Pressekonferenz. Bereits Ende März hatte Adveniat 100.000 Euro Corona-Soforthilfe zugesagt.

Mangelnde gesundheitliche Versorgung

Die arme Bevölkerung Lateinamerikas sei der Krise schutzlos ausgeliefert, erklärte Hauptgeschäftsführer Michael Heinz.

Medizinische Behandlung könne sie sich oft nicht leisten, in den überfüllten Armenvierteln könne sie kaum Abstand halten. Auf dem Land und im Regenwald mangele es an gesundheitlicher Versorgung. Viele Arme arbeiteten zudem im informellen Sektor, etwa als Straßenverkäufer. "Sie leben von der Hand in den Mund", sagte Heinz.

Ausgangssperren brächten die Menschen jetzt in Schwierigkeiten.

Fast eine Million Euro des Corona-Sondertopfs sind laut Heinz bereits verplant. So besorgten Adveniat-Partner in Kolumbien Lebensmittel für 1.800 Menschen, unter anderem für Indigene und Flüchtlinge aus Venezuela. In Guatemala seien mehr als 30.000 Schutzmasken für medizinisches Personal und Ehrenamtliche angeschafft worden.

Noch kein Corona-Knick

Trotz Corona-Krise verzeichnet Adveniat auch in diesem Jahr bislang eine gewisse Spendenbereitschaft. "Noch hat uns kein Corona-Knick erreicht", sagte Geschäftsführer Stephan Jentgens. Aber wegen sprunghaft gestiegener Bedürfnisse in Lateinamerika "brauchen wir weiter starke Unterstützung".

Im vergangenen Geschäftsjahr, das sich von Oktober 2018 bis September 2019 erstreckt, sanken die Gesamterträge des Hilfswerks um eine Million Euro auf 48,58 Millionen Euro. Unter anderem ging die Weihnachtskollekte 2018 um rund 1,5 Millionen Euro auf 23,37 Millionen Euro zurück, nachdem sie sich in den Jahren zuvor konsolidiert hatte. Im vergangenen Geschäftsjahr förderte Adveniat 1.931 Projekte mit 36,6 Millionen Euro.

Steigende Infektionszahlen erwartet

Von der Corona-Pandemie sind in Lateinamerika bislang vor allem Brasilien, Chile, Peru, Ecuador und Kolumbien betroffen. In Brasilien zählte die Johns Hopkins Universität am Mittwoch gut 43.000 bestätigte Infizierte. "Wir erwarten, dass die Zahlen wesentlich höher werden", mahnte Heinz. In den Ländern werde nicht so viel getestet wie in Deutschland. Overbeck befürchtet, dass einige Staaten die Ausbreitung aus politischen Erwägungen verharmlosen.

Laut Heinz beraten viele Bischöfe in Lateinamerika noch, wie sie das Schreiben von Papst Franziskus zur Amazonas-Synode umsetzen können.

Darin hatte Franziskus Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen in Südamerika angeprangert. Zugleich lehnte er Weiheämter für Frauen vorerst ab und ging auf die von der Synode angeregte Lockerung beim Priester-Zölibat nicht ein. Auch wenn Corona derzeit vieles überlagere, blieben die Themen erhalten, sagte Overbeck. Das gelte auch für den Reformdialog der Kirche in Deutschland.

Anita Hirschbeck
(KNA)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 10.07.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • "Keine Wehrpflicht!" - damals wie heute? BDKJ zum Vorschlag der Wiedereinführung
  • Fridays for Future trotz Corona: Demo in Düsseldorf
  • Ab in den Norden! Bonifatius-Praktikantin über die Corona-Zeit in Island
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…