Coronavirus in Südafrika: Ein medizinischer Mitarbeiter erklärt einem Patienten den Coronavirus-Test
Coronavirus in Südafrika: Ein medizinischer Mitarbeiter erklärt einem Patienten den Coronavirus-Test

10.04.2020

Peking liefert gegen das Virus: Masken, Schutzanzüge, Ärzte China präsentiert sich als Retter in Afrika

Die chinesische Regierung kämpft nun in Afrika gegen Covid-19. Das Land ist längst der wichtigste Handelspartner des Kontinents und baut in der Krise seine Vormachtstellung aus.

So viele positive Schlagzeilen hat China in der afrikanischen Presse vermutlich nie bekommen. Scheinbar vergessen ist die Kritik, die Volksrepublik sei nur an Bodenschätzen interessiert, brauche einen riesigen Absatzmarkt für seine Billigprodukte und wolle lukrative Bauprojekte abgreifen.

In diesen Tagen wird China fast überall gelobt - präsentiert es sich doch als Helfer in der Corona-Krise. Mittlerweile steigt die Zahl der Infizierten in Afrika rapide an. Die Johns-Hopkins-Universität im US-amerikanischen Baltimore bestätigt 10.947 Fälle (Stand Mittwochabend); mit 1.749 hat Südafrika derzeit die meisten Patienten. Afrika ist die Weltregion mit dem schwächsten Gesundheitssystem. Viele Länder verfügen nur über wenige Intensivbetten. Beatmungsgeräte lassen sich mitunter an einer Hand abzählen.

Hilfe aus China

Umso willkommener ist die Hilfe aus Asien. Mitte März kündigten laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua die Jack-Ma-Stiftung sowie die Alibaba-Stiftung an, allen 54 Ländern des Kontinents jeweils 20.000 Testkits, 100.000 Masken und 1.000 Schutzanzüge schicken zu wollen.

Dahinter steht der Geschäftsmann Jack Ma, Mitbegründer des Internet-Unternehmens Alibaba; er belegt auf der Milliardärsliste des Forbes-Magazin Platz 17. Als die ersten Lieferungen in Addis Abeba eintrafen, Sitz der Afrikanischen Union (AU), wurde das medial groß wahrgenommen. Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed Ali bedankte sich mehrfach via Twitter.

Debatte um Hilfen

Als verlässlicher Partner will sich auch die Regierung in Peking präsentieren. Im westafrikanischen Benin (26 Fälle) übergab Botschafter Peng Jingtao Testkits an Gesundheitsminister Benjamin Hounkpatin. Im staatlichen Fernsehen nannte Jingtao das einen "Akt der Solidarität".

In Mali (59 Fälle) kündigte Chinas Botschafter Zhu Liying im Interview der Zeitung "L'Independant" an, dass eine chinesische Baufirma in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Bamako eine Beobachtungs- und Isolationsstation errichten werde. Der französischen Zeitung "Le Monde" sagte John Nkengasong, Direktor des afrikanischen Zentrums für Seuchenkontrolle und Prävention (CDC) mit Sitz in Addis Abeba, Anfang April, die Unterstützung Pekings sei "entscheidend und rettend".

Dennoch gibt es auch Gegenstimmen. In Nigeria (254 Fälle) kritisierte die medizinische Vereinigung NMA in den vergangenen Tagen mehrfach den Besuch eines 15 Mitglieder zählenden chinesischen Expertenteams. Der Kritik schlossen sich einige Parlamentarier an. In der Begründung heißt es, einheimische Krankenschwestern und Ärzte könnten die Situation gut bewältigen.

Wichtige Handelspartner

Neu ist das medizinische Engagement Pekings nicht. Während des Ebola-Ausbruchs in Westafrika 2014 und 2015 schickte China ebenfalls medizinisches Personal nach Sierra Leone, Liberia und Guinea und lieferte ein mobiles Labor - was die Weltgesundheitsorganisation WHO damals ausdrücklich begrüßte.

China ist längst Afrikas wichtigster Handelspartner. 2018 betrug der bilaterale Handel nach Angaben von Johns-Hopkins 185 Milliarden US-Dollar. Mehr als 10.000 chinesische Firmen operieren in Afrika. Im Rahmen der chinesisch-afrikanischen Kooperation (FOCAC) werden afrikanische Staatschefs regelmäßig nach Peking eingeladen.

Nachdem Masken und Testkits aus China längst medienwirksam übergeben wurden, hat am Mittwoch nun auch die EU angekündigt, Afrika südlich der Sahara mit 3,25 Milliarden Euro im Kampf gegen Corona zu unterstützen. Rund zehn Millionen Euro seien für Diagnosezentren sowie Testkits in Äthiopien bereitgestellt worden. Nach Nigeria sollen 15 Millionen Euro fließen, um Zugang zu sauberem Wasser zu schaffen. Die Gelder stammen aus bestehenden Fonds.

Katrin Gänsler
(KNA)

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