Corona: Afro-amerikanische Bischöfe alarmiert wegen Rassendiskrepanz

Mehr Daten gefordert

Wegen einer überproportionalen Betroffenheit Schwarzer von der Corona-Pandemie in den USA zeigen sich afro-amerikanische Bischöfe alarmiert. Bei staatlichen Corona-Hilfen müssten gefährdete Bevölkerungsgruppen stärker berücksichtigt werden.

Coronavirus in den USA / © DigitalMammoth (shutterstock)
Coronavirus in den USA / © DigitalMammoth ( shutterstock )

Das forderten die Bischöfe der afro-amerikanischen protestantischen "African Methodist Episcopal" in einer Erklärung am Mittwoch (Ortszeit). Zudem müsse die Regierung demografische Daten zur Pandemie sammeln.

Es sind gegenwärtig keine landesweiten demografischen Covid-19-Zahlen bekannt. Mehrere Gouverneure und Bürgermeister haben Medienberichten zufolge Daten vorgelegt, wonach Schwarze
überproportional häufig krank werden und sterben. Demnach waren bislang im US-Staat Louisiana 70 Prozent der Corona-Todesfälle Afro-Amerikaner. Schwarze machen aber nur ein Drittel der Bevölkerung aus.

Menschen mit bestimmten Gesundheitsproblemen stärker betroffen

In Chicago seien 60 Prozent der Verstorbenen Afro-Amerikaner, bei einem Bevölkerungsanteil von 30 Prozent. In Michigan seien 14 Prozent der Bevölkerung und 33 Prozent der bekannten Coronavirus-Infizierten Afro-Amerikaner.

Menschen mit Gesundheitsproblemen wie Bluthochdruck, Asthma und Diabetes sind nach wissenschaftlichem Stand weit stärker gefährdet, wenn sie sich mit dem Coronavirus infizieren. In der afro-amerikanischen Bevölkerung sind diese Probleme weiter verbreitet als in der weißen. Die Armutsrate bei Schwarzen ist laut Regierungsangaben mit rund 21 Prozent doppelt so hoch. Die 1816 gegründete "African Methodist Episcopal Church" ist eine der größten schwarzen Kirchen in den USA.


Quelle:
KNA