Johns Hopkins Universität in Baltimore
Johns Hopkins Universität in Baltimore

06.04.2020

Was ist eigentlich die vielzitierte Johns Hopkins Universität? Wie das Erbe eines frommen Quäkers gegen das Virus hilft

Die Johns Hopkins Universität in Baltimore liefert zurzeit täglich in der Corona-Krise weltweit wichtige Daten über die Verbreitung des Virus. Was kaum bekannt ist: Ihr Gründer war ein christlicher Philanthrop.

Das Wüten der schweren Typhus-Epidemie unter irischen Einwanderern in Baltimore hinterließ bei Johns Hopkins einen tiefen Eindruck. Der als Quäker aufgewachsene Eisenbahnbaron entschied sich vor seinem Tod 1873, die bis dahin größte Schenkung in der Geschichte der USA in den Aufbau des Bildungs- und Gesundheitswesens zu investieren.

Er hinterließ ein Stiftungsvermögen von sieben Millionen Dollar, was heute etwa 147,5 Millionen Dollar wären. Die Hälfte davon floss in den Aufbau des Johns-Hopkins-Krankenhauses in Baltimore, das 1889 seinen Betrieb aufnahm. Vier Jahre später eröffnete die medizinische Fakultät an der nach ihm benannten neuen Hochschule ihre Pforten.

Enge Verbindung von Krankenhaus und Wissenschaft

Die enge Verbindung von medizinischer Versorgung in dem Krankenhaus und der wissenschaftlichen Lehre war dem christlichen Unternehmer ein Herzensanliegen. Mit William Osler gelang es ihm, einen weltbekannten Mediziner als ersten Chefarzt zu gewinnen. Und er verfügte, dass die Ausbildung von Anfang an auch für Frauen offen sein sollte.

Die von Osler gepredigte Patientenzentrierung, die Wünsche und Bedürfnisse von Patienten und ihrer Angehörigen in den Mittelpunkt stellt, ist bis heute das Leitprinzip der Johns Hopkins Medical Institutions, einer der weltweit führenden medizinischen Stätten. Mehr als 1.600 Ärzte arbeiten in 226 Fachabteilungen, die in 37 Gebäuden auf dem weitläufigen Campus im Osten Baltimores untergebracht sind. Insgesamt verfügt die Einrichtung über eine Kapazität von rund 1.000 Krankenhausbetten.

Führungsrolle in der Corona-Krise

Im Jahr investiert die Universität mehr als 2,5 Milliarden Dollar in die Forschung. Neben der "School of Medicine", die sich der biomedizinischen Wissenschaft verpflichtet fühlt, kümmert sich die "Bloomberg School of Public Health" um Fragen der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Die "School of Nursing" setzt in den USA seit langem die Standards bei der Ausbildung von Krankenschwestern.

In der Corona-Krise übernimmt Johns Hopkins ganz im Geist ihres Gründers eine Führungsrolle. Im Januar stellte das "Johns Hopkins University's Center for Systems Science and Engineering" eine interaktive Karte vor, die es erlaubt, die Ausbreitung des Virus im globalen Maßstab zu verfolgen. "Wir haben diese Übersicht entwickelt, weil wir denken, dass es für die Öffentlichkeit wichtig ist, zu verstehen, wie sich der Ausbruch verbreitet", sagt die Direktorin des Zentrums, Lauren Gardner.

Wertvolle Daten für die Forscher

Die Daten speisen die Wissenschaftler in enger Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation sowie Gesundheitsbehörden in den USA, Europa und China ein. "Für die Forschergemeinde werden die Daten im Laufe der Zeit immer wertvoller", so Gardner, deren Kollegen im "Johns Hopkins Center for Health Security" an vorderster Front im Kampf gegen das Virus stehen.

Im Oktober hatte das Zentrum in einem Planspiel mit 100 Forschern aus 13 Ländern den Ernstfall einer globalen Pandemie getestet. Sie entwickelten einen Index, der Punkte für die Teilnehmerstaaten vergab. Darin erhielten die USA mit 83.5 den weltweit höchsten Wert an Bereitschaft, mit einer Pandemie umzugehen.

Umgang mit der Pandemie

Aus dem "was wäre, wenn" ist nun die reale Frage "was nun" geworden. Angesichts des Versagens der US-Regierung, schnell zu testen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, erwies sich der Index-Wert in der Praxis als Illusion. Umso aktiver helfen Ärzte und Forscher der Universität nun, die Pandemie zu bekämpfen. Dafür hat sich eine Arbeitsgruppe aus 40 Forschern, Ingenieuren, Schwestern und Medizinwissenschaftlern gebildet.

Die Epidemiologin Lisa Maragakis hat ihre Erfahrung aus der Ebola-Krise genutzt, Verfahrensabläufe bei der Aufnahme und Versorgung von Corona-Patienten zu entwickeln. Dazu gehören auch Schutzmaßnahmen für das medizinische Personal, das in den USA mit schwindenden Beständen an Schutzmaterial zu kämpfen hat. Gerade in den Krankenhäusern gehe es darum, die Übertragung der Infektion einzudämmen, so Maragakis.

Ein wichtiges Vermächtnis von Gründer Johns Hopkins ist die Unabhängigkeit der Einrichtung. So hatte er damals verfügt, "alle Wohlfahrt von sektiererischen Einflüssen, Disziplinierung oder Kontrolle freizuhalten".

Bernd Tenhage
(KNA)

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